Crowdsourcing: Wenn es Spaß macht, machen alle mit

„Habt ihr knackige Sprüche für uns Digitalen? T-Shirt und Kaffeetassen wären das Ziel…“ lautete vor einigen Tagen die Einladung zum Brainstorming auf Facebook. Unkompliziertes Crowdsourcing eben. Und wie (fast) immer, war auf die Follower Verlass. Keine zwei Minuten vergingen bis zu den ersten Kommentaren.

Sehr schön zum Beispiel: „Kölsch 0,2 statt Web 2.0“ für alle Biertrinker. Wobei ich mein Bier ja lieber aus richtigen Gläsern trinke und nicht aus Schnapsgläsern.

Was meinen Blog angeht, muss das Motto nicht ernst genommen werden ;-) (Bildquelle Verbotszeichen: wikipedia | gemeinfrei)
Was meinen Blog angeht, muss das Motto nicht ernst genommen werden 😉 (Bildquelle Verbotszeichen: wikipedia | gemeinfrei)

Oder für die Anspruchsvolleren: “ Interpunktion und Orthographie dieser Email ist frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Regeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.“

Real life oder nur afk?

Nerdiger wurde es mit: „There is no real life, only afk!“ Für alle Eltern und anderen, denen „afk“ nichts sagt: Das ist Netzjargon und steht für „away from keyboard“. Es bedeutet also soviel wie „Ich kann jetzt eine Weile nichts schreiben.“ Zum Beispiel, weil die Eltern grad zusehen.

Mit Twitters „Follow Friday“ im Visier lautete mein Vorschlag für die T-Shirt-Rückansicht: „Ist heute Follow Freitag oder warum läufst du mir nach?“ 

Twitters Follow Friday mal anders

So ganz hat mich dieses T-Shirt den Rest des Abends nicht mehr in Ruhe gelassen. Wer wäre wohl die beste Zielgruppe dafür?

  • Mein Favorit sind immer noch genervte Eltern, die ihre Kinder zum ausgiebigen Waldspaziergang einladen. Quasi Hänsel und Gretel 2.0.
  • Um bei den Kindern zu bleiben: Auch der Lehrer beim Wandertag (gibt es das überhaupt noch oder läuft das heute im Klassenzimmer über Google Earth ab?) könnte seine Post-Digital-Natives ganz sicher mal schnell verblüffen. Allerdings müsste er auch mit der ein oder anderen Rückansicht von sich in diversen Netzwerken und vermutlich auch mit Anrufen irritierter Eltern rechnen.
  • Ähnlich verblüfft würde bestimmt auch die Reisegruppe reagieren, wenn der Reiseleiter seine Jacke auszieht und sich ins Fäustchen lacht. Alternativ könnte hier auch ein entsprechend bedruckter Schirm zum Einsatz kommen.
  • Ergänzt um ein „Bitch“ oder „Alder“, je nach Geschlecht, wäre das Shirt vermutlich auch der Renner in einschlägigen Clubs und Jugendhäusern. Hier muss allerdings mit dem Risiko rechnen, zusätzlich mit diversen Platzwunden und blauen Flecken garniert zu werden. Auch ein Messer zwischen den Rippen würde ich nicht gänzlich ausschließen. Die „Bitches“ und – wie heißen die „Lans“ eigentlich aktuell? – zeichnen sich ja nicht gerade durch herausragenden Sinn für Ironie aus. Sie nehmen ihr Leben halt noch ernst.
Crowdsourcing ftw!

Aber ich schweife ab. Eigentlich sollte es hier ja um Crowdsourcing gehen. Tut es letztendlich auch. Denn wenn eine locker in den digitalen Raum geworfene Frage nicht nur Ergebnisse bringt, sondern einen auch Stunden später noch amüsiert, dann zeigt das:

Crowdsourcing funktioniert, besonders wenn man Spaß dabei hat.

Oder um im Netzjargon zu bleiben: Crowdsourcing ftw!

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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