„Einfach so“-Tag: Zwirbler – Der 1. Facebook-Roman der Welt auf Startnext

Kann ein Buch so scheiße  spannend sein, dass man es sogar auf Klopapier druckt? Ja, das kann es und zwar dann, wenn 16.000 Fans auf Facebook vier Jahre dazu beitragen. Das Ergebnis heißt „Zwirbler“ und braucht jetzt auf Startnext DEINE Unterstützung!

Zwirbler ist der erste Facebook-Roman der Welt. Interaktiv und in Echtzeit gemeinsam mit über 16.000 Fans. Jetzt kommt Zwirbler auf Papier. Auf unterschiedliches Papier. Auf Papier, das man zwischen Buchdeckeln findet und auf Papier, das von der Rolle ist. Auf Klopapier. Denn mal ganz ehrlich: Wer von euch macht es nicht? Wer liest nicht auf dem Klo? Hmm? Wer? Na also!

Zwirbler-WC-Papier-1_down
„Ich bin dann mal lesen“ (Foto: © Martin Melcher)

Doch kommen wir zunächst auf die Story zu sprechen:

16.000 Fans begleiten Zwirbler auf einer irrwitzigen Suche nach seiner Schwester durch die Krankenhäuser, Stripclubs und Katakomben der Großstadt. Egal ob auf wahnwitzigen Verfolgungsjagden, in finsteren Gängen oder bei amourösen Begegnungen: Zwirbler bleibt stets überraschend und voller rasanter Wendungen. Mal erotisch, meist philosophisch, oft absurd – aber nie langweilig.

Aber Zwirbler muss raus aus dem schnellen und lauten Internet. Zwirbler muss auch die stillen Orte erobern. Gemeinsam mit dir. Dir ganz allein. Bei 420 Zeichen pro Blatt.

Damit es so weit kommt und du deinen Lieben zu Weihnachten eine *hüstel* HauptROLLE in Zwirbler schenken kannst, braucht der Zwirbler deine Unterstützung auf Startnext:

Also Hintern hoch und Zwirbler supporten! Alles andere ist für den *piiieep*.

Time to say goodbye?: Facebook kauft WhatsApp

Für 19 Milliarden Dollar wechselt What’s App zu Facebook. Gleichzeitig zieht WhatsApp Mitbegründer Jan Koum in den Facebook Verwaltungsrat ein. Auch wenn es nur einen geringen Teil der Milliarden in bar gibt, den Rest in Facebook- Aktien, ist das ein beeindruckender Deal. Und einer, der meinem Bauchgefühl so überhaupt nicht gefallen will.

WhatsApp, Facebook, Verkauf, Milliarden, Dollar, EuroJa, ich bin bei Facebook. Nein, ich bin mit einigen der Richtlinien nicht einverstanden, aber ich wäge hier Kosten und Nutzen klar ab. Und geschäftlich bringt mir Facebook sehr viel. Wertvolle, schnell erreichbare Kontakte aus meinem beruflichen Umfeld in erster Linie. Die möchte ich nicht mehr vermissen.

Dass jetzt allerdings WhatsApp in dieses eher undurchsichtige Treiben eingebettet wird, gefällt mir überhaupt nicht. Zum einen habe ich hier Kontakte, die ausdrücklich nicht zu Facebook möchten, es jetzt aber sein werden. Zum anderen sind meine Konversationen hier sehr viel privaterer Natur als sie je auf Facebook sein werden und sollen.

Was bedeutet das für mich?

Die ersten meiner Kontakte recherchieren bereits die besten Alternativen zu WhatsApp. Diese Recherchen werde ich sehr genau im Auge behalten.Ich gestehe, dass ich hier auf die Schwarmintelligenz und das Fachwissen meiner Filterblase vertraue. Da sind viele technisch und datenschutztechnisch sehr versierte Menschen vertreten, denen genau das Spaß macht, was mir keinen Spaß macht: Neue Tools auf alle Details abklopfen.

Schauen wir, was passiert und ob sich die erste Paranoia, die nach dem Kauf durchs Netz schwappt, wieder legt oder ob der große Wechselreigen beginnt. Ich bin sehr gespannt.

Edit: Eben noch bei TechCrunch gefunden: Wie der Deal zu Geld gemacht werden soll.

SocialHub macht Teamwork leichter

SocialHub, die neue Software von Maloon aus Ingolstadt, hilft Community und Social Media Managern bei der effizienten und dienstleistungsorientierten Beantwortung aller Fan-Anfragen auf Facebook, Twitter oder Youtube. Übersichtlich wird alles in einer Inbox gebündelt und kann von dort verteilt und bearbeitet werden. In die Entwicklung ist die geballte Expertise der Social Media Szene eingeflossen, denn Maloon hat sehr viel Zeit in die Kommunikation mit Experten investiert. Die Testversion gibt es auf http://socialhub.io/.

Social, Media, Twitter, Facebook, Youtube, Dokumentation, Anfrage, bearbeiten, TeamCommunity Management ist eine Herausforderung. Wie herausfordernd, das hängt von dem jeweiligen Kommunikationsaufkommen und der eingeplanten Zeit ab. Hat man zum Beispiel auf Facebook nur wenige Anfragen pro Tag oder gar pro Woche und bearbeitet die zudem noch alleine, wird jede_r Community Manager_in einen guten Überblick haben. Deutlich komplizierter wird es bei hoher Aktivität, die nur noch von mehreren Personen bewältigt werden kann. Hier den Gesprächsverlauf jedes einzelnen Kontaktes im Blick zu haben, stellt die Mitarbeiter_innen vor große Herausforderungen. Schließlich ist hohe Dienstleistungsqualität gerade bei der Onlinekommunikation mit Kunden das A und O. Das wissen auch die Macher von Maloon, deren Ziel es ist, Software zu machen, die Menschen in ihrem Job effizient unterstützt.

SocialHub – das neue Baby von Maloon

Aktuell arbeitet man bei Maloon deshalb an SocialHub, einer Software, die alle Anfragen, Kommentare oder Tweets auf Facebook, Twitter und Youtube in einem zentralen Posteingang sammelt. Von dort können sie den gerade aktiven Mitarbeiter_innen zugewiesen und bearbeitet werden. Alle Betreuer des Accounts sehen also auf einen Blick, was es zu tun gibt.

Social, Media, Facebook, Twitter, Youtube, Anfragen, bearbeiten, Team

Was ist bisher passiert?

Auch Rückfragen in den Fachabteilungen sind aus SocialHub heraus ohne Umwege möglich. Dazu können die Anfrage aus den unterschiedlichen Netzwerken direkt per E-Mail weitergeleitet werden. Das große Plus dabei: Im Gesprächsverlauf ist die Anfrage dokumentiert. Das gilt generell für die gesamte Kommunikation, denn auf Transparenz hat Maloon großen Wert gelegt. Nur so lässt sich die Bearbeitung durch wechselnde Mitarbeiter_innen problemlos und ohne große Nachfragen gewährleisten.

Social, Media, Kollaboration, Facebook, Twitter,  Facebook, Youtube, Anfrage, bearbeiten, Wissensmanagement

Das kannst Du abhaken

Nein, nicht SocialHub. Das sollte man definitiv nicht ungesehen abhaken. Aber alle Rückmeldungen, die keiner weiteren Bearbeitung beziehungsweise keiner Antwort bedürfen, können mit einem Klick abgehakt und archiviert werden. Angezeigt wird also nur noch, was wirklich Arbeit macht.

Social, Media, Kollaboration, Zusammenarbeit, Team, Wissensmanagement,  Anfragen, bearbeiten

Wisdom of the Crowd

Aber SocialHub ist nicht nur ein äußerst hilfreiches Tool für Community und Social Media Manager_innen. Es ist auch ein gutes Beispiel für die Schwarmintelligenz der Social Media Szene. Denn vor der eigentlichen Umsetzung ihrer Idee, ein potentes Werkzeug zur Bearbeitung von Social Media Anfragen zu entwickeln, hat Maloon viele Stunden in Gespräche mit Experten der Szene, zum Beispiel über den Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media, investiert. Auch ich habe mir die Zeit für ein „Interview“ genommen, mir dann eine frühe Demoversion angesehen und jetzt die Beta von SocialHub. Und ich muss sagen, diese „kleine“ Hilfe ist wirklich gelungen. Die Oberfläche ist für jeden, der sich im Netz bewegt sehr intuitiv, die Umsetzung sehr pragmatisch. Kein überflüssiger Schnickschnack lenkt vom Wesentlichen ab.

Dabei ist die Entwicklung von SocialHub ständig im Fluss. Für die Beta-Tester gibt es eine Feedbackgruppe auf Facebook. Rückmeldungen können natürlich auch per Uservoice direkt über die Plattform gegeben werden. Hier ist für alle einsehbar das gesamte Feedback aller Nutzer aufgelistet und alle können abstimmen, welches Feature ihnen am wichtigsten ist. Die Wünsche, die die meisten Votings auf sich vereinigen können, haben bei der weiteren Entwicklung höchste Priorität. So wird gewährleistet, dass sich SocialHub wirklich an den sich ändernden Bedürfnissen in der Praxis orientiert und den Nutzern eine effiziente Hilfe ist.

Wer sich jetzt fragt, warum ich Werbung für SocialHub mache, den kann ich beruhigen: Nein, ich bekomme weder Geld noch sonstige Vergünstigungen dafür. Mir hat schlicht und einfach gefallen, was ich gesehen habe. Und das will ich – wie im Fall von Trello – mit meinen Lesern teilen.

Neugierig geworden? Hier gibt es die kostenlose Testversion von SocialHub.

Hilfe, wie werde ich meine Facebook-Fans wieder los?!

Komm mit auf eine Reise in eine längst vergangene Zeit, in der Facebook-Fans noch die ultimative Währung waren und kein Preis dafür zu hoch. Doch wie wird man die Geister, die man einmal rief, wieder los?

Fan, Facebook, kaufen
Wer seine Fans loswerden will, muss Hand anlegen. (Bild: copyright Peter Panster /Pixelio.de)

Es begab sich zu einer Zeit, als hohe Fan-Zahlen noch die ultimative Währung für Facebook Seiten waren, dass ein eher regional bedeutsamer Betrieb schnell viele Anhänger sammeln wollte. Da man nicht recht wusste, wie man dies anstellen könnte, ging man Scharlatanen auf den Leim. Die hatten aus der Not der Menschen flugs ein Geschäftsmodell entwickelt und boten Fans gegen einen geringen Obolus feil. Dankbar nahm man diese Hilfe an und machte aus 1.000 auf einen Schlag 4.000 Fans. Die Seitenbetreiber waren es zufrieden und die Scharlatane füllten munter ihre Geldkatze.

So lebten alle eine Weile glücklich und zufrieden bis der Neid in der Gemeinde Einzug hielt. „Wieso hat mein Nachbar so viel mehr Fans als ich“, fragten sich diejenigen Gemeindemitglieder, die weniger erfolgreich waren und beäugten misstrauisch das Tun der anderen. Spekulationen und Gerüchte machten wie ein Lauffeuer die Runde und erreichten letztlich auch den König von Facebook.

Auf dem Zuckerberg wurde der königliche Rat einberufen

Der rief auf seinem Schloss auf dem Zuckerberg eilends seinen Rat zusammen, um dem Unfrieden Einhalt zu gebieten. Man zitierte einen der Rädelsführer der Unruhen auf das Schloss und setzte ihn der peinlichen Befragung aus. Es gäbe Seiten, die Fans kauften und damit der Gemeinde Schaden in ihrer Glaubwürdigkeit zufügten.

Die Fans müssen weg

Flugs sandte der König seine Büttel aus, um alle Seiten zu prüfen. Auch viele Bürger schlugen sich auf die Seite der Obrigkeit und bespitzelten ihre Nachbarn noch stärker bei allem, was sie auf Facebook taten. Die armen Seitenbetreiber, die nichts Böses im Schilde geführt hatten, als sie den Scharlatanen auf den Leim gegangen waren, mussten um ihr virtuelles Leben fürchten. Die gekauften Fans mussten weg. Aber wie?!

Eilig wandte sich der Unglücksrabe an die Weisen des Internets. Die blätterten hin und her in den wWW, den wichtigsten Worten der Welt. „Man könnte den König von Facebook auf seinem Zuckerberg bitten, alle, die am zweiten Tag nach dem Wintervollmond Fan der besagten Seite geworden sind, aus dem Land zu jagen“, zwitscherte der erste. „Nein, das geht nicht“, warf Tscheckin ein, der mit seinen vier Morgen Land ein einflussreicher Mann in der Region war. „Der König hat Betrug doch aufs Strengste untersagt. Da schneiden wir uns ins eigene Fleisch.“

Dann macht er’s halt von Hand!

Da meldete sich Kloudia zu Wort, die unter den Weisen eine ganz besondere Stellung hatte. Viele, die ihrer selbst nicht sicher waren, kamen täglich zu ihr, um sich ihren Wert für die Gemeinde weissagen zu lassen. Auch jetzt hatte sie wieder einen klugen Rat für den armen Mann. „Du wirst Dir jeden einzelnen Fan von Hand vorknöpfen müssen. Nur so weißt Du, ob er ein aufrechter Schwabe oder einer von diesen  eingeschmuggelten Badensern ist. Dann drohst Du ihm, dass Du einen Wettskandal gegen den FC Freiburg anzettelst, wenn er nicht sofort das Land verlässt. Du wirst sehen, das hilft. Vertrau mir!“, beruhigte Kloudia den armen Mann.

Der tat, wie ihm geheißen und siehe da, nach und nach wanderten die Fans ab. Und da die Nachbarn sich ins Fäustchen lachten, weil sie missgünstig waren und dachten, die Abwanderer seien mit der Arbeit des Mannes nicht zufrieden gewesen, schöpfte auch niemand Verdacht.

Und wenn sie nicht gestorben sind…

Die Scharlatane indes hatten beizeiten ihre prall gefüllten Geldkatzen geschultert und das Land Hals über Kopf verlassen. Man munkelt, dass sie jetzt in Jutubingen ihr Unwesen treiben und arglosen Händlern Hinweisschilder auf ihre Facebookfans aufschwatzen. Vielleicht haben sie sich aber auch auf einer einsamen Insel im Bodensee zur Ruhe gesetzt.

Wie wird man Fans wirklich los?

Diese kleine Geschichte hat sich aus einer fiktiven Diskussion ergeben, die zu keinem abschließenden Ergebnis kam. Gibt es andere Wege, gekaufte Fans wieder loszuwerden? Ich bin gespannt auf .

Crowdsourcing: Wenn es Spaß macht, machen alle mit

„Habt ihr knackige Sprüche für uns Digitalen? T-Shirt und Kaffeetassen wären das Ziel…“ lautete vor einigen Tagen die Einladung zum Brainstorming auf Facebook. Unkompliziertes Crowdsourcing eben. Und wie (fast) immer, war auf die Follower Verlass. Keine zwei Minuten vergingen bis zu den ersten Kommentaren.

Sehr schön zum Beispiel: „Kölsch 0,2 statt Web 2.0“ für alle Biertrinker. Wobei ich mein Bier ja lieber aus richtigen Gläsern trinke und nicht aus Schnapsgläsern.

Was meinen Blog angeht, muss das Motto nicht ernst genommen werden ;-) (Bildquelle Verbotszeichen: wikipedia | gemeinfrei)
Was meinen Blog angeht, muss das Motto nicht ernst genommen werden 😉 (Bildquelle Verbotszeichen: wikipedia | gemeinfrei)

Oder für die Anspruchsvolleren: “ Interpunktion und Orthographie dieser Email ist frei erfunden. Eine Übereinstimmung mit aktuellen oder ehemaligen Regeln wäre rein zufällig und ist nicht beabsichtigt.“

Real life oder nur afk?

Nerdiger wurde es mit: „There is no real life, only afk!“ Für alle Eltern und anderen, denen „afk“ nichts sagt: Das ist Netzjargon und steht für „away from keyboard“. Es bedeutet also soviel wie „Ich kann jetzt eine Weile nichts schreiben.“ Zum Beispiel, weil die Eltern grad zusehen.

Mit Twitters „Follow Friday“ im Visier lautete mein Vorschlag für die T-Shirt-Rückansicht: „Ist heute Follow Freitag oder warum läufst du mir nach?“ 

Twitters Follow Friday mal anders

So ganz hat mich dieses T-Shirt den Rest des Abends nicht mehr in Ruhe gelassen. Wer wäre wohl die beste Zielgruppe dafür?

  • Mein Favorit sind immer noch genervte Eltern, die ihre Kinder zum ausgiebigen Waldspaziergang einladen. Quasi Hänsel und Gretel 2.0.
  • Um bei den Kindern zu bleiben: Auch der Lehrer beim Wandertag (gibt es das überhaupt noch oder läuft das heute im Klassenzimmer über Google Earth ab?) könnte seine Post-Digital-Natives ganz sicher mal schnell verblüffen. Allerdings müsste er auch mit der ein oder anderen Rückansicht von sich in diversen Netzwerken und vermutlich auch mit Anrufen irritierter Eltern rechnen.
  • Ähnlich verblüfft würde bestimmt auch die Reisegruppe reagieren, wenn der Reiseleiter seine Jacke auszieht und sich ins Fäustchen lacht. Alternativ könnte hier auch ein entsprechend bedruckter Schirm zum Einsatz kommen.
  • Ergänzt um ein „Bitch“ oder „Alder“, je nach Geschlecht, wäre das Shirt vermutlich auch der Renner in einschlägigen Clubs und Jugendhäusern. Hier muss allerdings mit dem Risiko rechnen, zusätzlich mit diversen Platzwunden und blauen Flecken garniert zu werden. Auch ein Messer zwischen den Rippen würde ich nicht gänzlich ausschließen. Die „Bitches“ und – wie heißen die „Lans“ eigentlich aktuell? – zeichnen sich ja nicht gerade durch herausragenden Sinn für Ironie aus. Sie nehmen ihr Leben halt noch ernst.
Crowdsourcing ftw!

Aber ich schweife ab. Eigentlich sollte es hier ja um Crowdsourcing gehen. Tut es letztendlich auch. Denn wenn eine locker in den digitalen Raum geworfene Frage nicht nur Ergebnisse bringt, sondern einen auch Stunden später noch amüsiert, dann zeigt das:

Crowdsourcing funktioniert, besonders wenn man Spaß dabei hat.

Oder um im Netzjargon zu bleiben: Crowdsourcing ftw!

Stell Dir vor, Facebook ruft zum Urnengang und 30 Prozent sagen NEIN

Am 04.12.2012 hat Facebook seine Nutzer global eingeladen, über die Änderungsvorschläge zu den Datenverwendungsrichtlinien und die Erklärung der Rechte und Pflichten abzustimmen. Sprechen sich innerhalb einer Woche mindestens 30 Prozent aller Nutzer weltweit gegen diese Änderungen aus, werden sie nicht umgesetzt. Doch wie wahrscheinlich ist dieser Fall?

Facebook, Wahl
Stell Dir vor, Facebook ruft zum Urnengang und 30 % gehen hin! (Bild: Urike Rosina CC-BY-NC-SA)

Facebook hat sich dieses Mal richtig Mühe gegeben. Jedes einzelne Mitglied wurde angeschrieben und explizit auf die Abstimmung hingewiesen. Sieben Tage, also bis zum 10.12.2012 hatten wir Zeit, unsere Meinung kund zu tun. Soweit die Theorie.

Praktisch ist es jedoch so, dass mindestens 30 Prozent der eine Milliarde Nutzer sich gegen die Änderungen aussprechen müssen, um sie zu kippen. Liegt das Abstimmungsergebnis darunter, hat es allenfalls beratenden Charakter. Damit müssen sich auch die größten Optimisten wohl spätestens am 11.12.2012 anfreunden, denn dann gibt Facebook die Ergebnisse offiziell bekannt.

30 Prozent – ein reales Ziel?

Für sonderlich viel Aufregung wird die Aufforderung zur Abstimmung im Facebook Headquarter mit Sicherheit nicht gesorgt haben. Denn dass diese 30 Prozent je erreicht werden, ist aus folgenden Gründen reine Utopie:

  • Datenschutz ist nur in wenigen Ländern ein großes Thema => Keine hohe Sensibilisierung der Nutzer.
  • Umgang mit Abstimmungen allgemein: Wer es nicht gewohnt ist, bei Veränderungen nach seiner Meinung gefragt zu werden, der wird auch auf Facebook nicht abstimmen. => Gesellschaftliche Unterschiede.
  • Definition aktiver Nutzer: Aktiv ist, wer sich mindestens ein Mal im Monat einloggt.  Wer so selten online ist, den wird vermutlich auch eine Abstimmung wenig interessieren. => Geringe Partizipation allgemein.
  • Zugriff auf das Internet: Längst nicht in allen Ländern ist die Situation so komfortabel wie z.B. in Deutschland. => Reichen hier 7 Tage aus, um teilzunehmen?
  • Mehrfachprofile: Wie viele Nutzer haben mehr als ein Profil und wie viele davon sind inaktiv. Stimmen die wirklich mit allen Profilen ab? => Fake-/inaktive Accounts.
  • Fake-E-Mail-Adressen: Instant-Adressen werden zur Registrierung angelegt um hinterher nicht mit unerwünschten Mails belästigt zu werden => Aufforderung erreicht Empfänger nicht.
  • Notorische „Die Welt ist schlecht und gemein-Sager“: Sie stimmen nicht ab, weil sie ja sowieso keine Chance haben, was zu  ändern. Üblicherweise sind das die Gleichen, die permanent schimpfen, wie schlecht alles ist und dass die „Großen“ auf den „kleinen Mann“ keine Rücksicht nehmen. => Pessimismus.
  • Nielsen-Regel: 90 % der Nutzer in Community schauen nur passiv zu, 9 % bringen sich gelegentlich ein, 1 % stellt proaktiv Content zur Verfügung. => Gewohnheit.
  • Und nicht zu vergessen: Es gibt ja auch Leute, die die Änderungen gut finden.
Dann könnte man sich die Abstimmerei ja gleich sparen, oder?

Nein, könnte man nicht, auch wenn es dem Zeitgeist entspräche. Ich finde es falsch, sich über Dinge zu beschweren und dann, wenn man aktiv werden könnte, nicht aktiv zu werden. Egal, wie viel Aussicht auf Erfolg man hat. Hätte sich jeder hinter dem Argument „Klappt ja doch nicht“ verschanzt, hätten Frauen noch immer keinen Zugang zu Universitäten und  der Überwachungsstaat der ehemaligen DDR würde immer noch seine Bürger einschüchtern.

Fazit

Wer meckern will, muss auch den Arsch in der Hose haben, dann zu seiner Meinung zu stehen, wenn es darauf ankommt. Egal ob er damit sofort etwas ändern kann oder nicht. Das Leben ist schließlich kein Stammtisch! 😉

Update 11.12.2012

Wie erwartet wurde die 30 Prozent Hürde nicht erreicht. Genau genommen haben sich nicht mal 0,1 Prozent der Nutzer beteiligt. Zumindest, wenn man die Zahl der kommunizierte Milliarde Facebook-Mitglieder heranzieht. Dass der Prozentsatz,  bezogen auf die tatsächlich aktiven Nutzer deutlich höher liegt,  ist jedem Kenner des Marktes klar. Es ändert aber nichts an der Tatsache: Facebook muss seine Nutzer jetzt überhaupt nicht mehr fragen, wenn es seine Nutzungsbedingungen ändern will. Denn diese Änderung war ebenfalls Gegenstand der Abstimmung.

Hierzu Stimmen aus dem Netz:

Gibt es ein Leben nach Facebook?

Kann es ein Leben nach Facebook geben? Vorbehaltlich der Tatsache, dass die Welt im Dezember 2012 NICHT untergehen wird, postuliere ich aus voller Überzeugung: Ja, kann es! Wird es sogar.

Ebenso, wie es ein Leben nach MySpace gibt, nach den VZs, wer-kennt-wen und Jappy.de. Was nicht heißt, dass dieses Leben ohne Facebook, MySpace, die VZs, WKW oder Jappy stattfinden wird. Auch MySpace gibt es noch. Ebenso wie WKW. Sie spielen nur nicht mehr die bedeutende Rolle, die sie im Leben ihrer Nutzer vor Facebook bzw. zu Zeiten der Early Adopter inne hatten.

Alle paar Jahre wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben

Was mich zu dieser Annahme veranlasst? Die Marktbeobachtung der vergangenen Jahre. Bei netzwertig.com habe ich dazu passend eine Übersicht aus dem Jahr 2008 über die Verbreitung der einzelnen Netzwerke in Deutschland gefunden. Serviceplan.com hatte 2010 eine ähnliche Studie im Blog. Und ganz aktuell der neueste Trend: Wann stirbt welches Netzwerk aus? Immerhin muss man den Erstellern dieser Seite zu Gute halten, dass sie schon mal was von der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.V. (Agof) und der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW) gehört haben. Auch wenn beide spätestens seit Facebook nicht mehr so relevant sind – Facebook und einige andere Netzwerke werden hier nicht ausgewertet – boten sie bislang doch einen guten Überblick über die wichtigsten Seiten und ihre Aktivität.

Wie beim Facebook Barcamp in Hamburg Ende April zu vernehmen war, hat sich das mit dem Überblick über die Mitbewerber geändert. Für manch einen Community / Social Media Manager existiert außer Facebook und eventuell noch Twitter kein anderes Universum mehr, um das seine Fans / Follower kreisen könnten. Für sie war nicht vorstellbar, dass Facebook je nicht mehr die Nummer eins in Deutschland sein könnte. Entsprechend irritiert reagierten sie auf die Aussage eines Referenten, der seine Social Media Aktivitäten nicht ausschließlich in fremde Hände geben, sondern auf einen Blog bzw. eine Website stützen wird.

Unternehmensrelevante Inhalte nicht aus der Hand geben

Für mich der einzig richtige Ansatz, wenn es um unternehmensrelevanten Content geht. Facebook wird nicht von der Bildfläche verschwinden. Ebenso wenig wie viele der anderen Seiten, denen man den Tod prognostiziert. Dass Facebook eine stärkere Durchdringung der Gesellschaft hat, wie bisher kein anderes Netzwerk, streite ich nicht ab. Das wird es aber einem neuen Medium umso leichter machen, sich zu verbreiten. Schließlich ist man ja schon gut vernetzt und kann die Information mit jeder neuen „Sau“, die gerade durchs Dorf getrieben wird, umso schneller weitergeben. Lief der Mechanismus bei der Verdrängung von MySpace noch recht zäh, ging es mit jedem neuen Trend von Mal zu Mal schneller. Gewinnen wird, wer für seine Besucher möglichst lange reizvoll bleib. Denn dort wird er die meiste Zeit verbringen.

Personal abbauen, Entwicklung einstellen, Stamm-User glücklich machen

Alle anderen werden ihre Kosten mit sinkenden Besucherzahlen und damit auch sinkenden Einnahmen, Schritt für Schritt herunterfahren. Bei den meisten werden genug treue Nutzer übrig bleiben, damit die Einnahmen die Seite am Netz hält. Zumindest bis sie technisch völlig veraltet ist. Und wenn keine Kosten mehr für Weiterentwicklung, Kommunikation, Marketing und Co. anfallen, bleibt auch für den Betreiber noch was übrig.

Auf diese Weise konkurrieren immer mehr Netzwerke um die Gunst der geneigten Nutzer. Früher oder später wird Facebook dazu gehören.