Wo andere ein Hindernis sehen, sehe ich die Chance

Es gibt Menschen, die mir, wenn sie hören, ich bin beruflich in der digitalen Welt unterwegs, sofort erklären, dass sie sich da auch mit ihrem Unternehmen engagieren müssten. Natürlich bevorzugt am Abend, bei irgendwelche gemütlichen Pläuschen. Sprudele ich dann kostenlos zwei bis drei Ideen heraus, die mir spontan einfallen, reagieren sie sofort mit dem berühmten “Ja, aber…”. Um mir dann lang und breit zu erklären, warum das in ihrer Branche auf keinen Fall geht.

Ja aberVor ein bis zwei Jahren habe ich in solchen Fällen noch versucht, Überzeugungsarbeit zu leisten. Heute nicht mehr. Ich habe verstanden, dass diese Menschen grundsätzlich anders ticken als ich. Sie wollen “dabei sein”, ohne dass sich um sie herum etwas ändert. Getreu dem Motto: “Wasch mich, aber mach mich nicht nass!”

Auf neuen Wegen säuft man auch mal ab

Ja, wer neue Wege geht, kann auch auf wackligem oder sogar nicht tragfähigem Grund landen. Aber dort muss man ja nicht bleiben. Vielleicht war der eingeschlagene Weg einfach falsch und man muss nachjustieren. Vielleicht sogar zurück auf Start und von vorne beginnen. Das ist ganz normal, wenn sich ein Unternehmen (oder eine Privatperson) verändern will. Und es kostet Geld und Zeit. Und zwar schon immer. Auf diesem Weg sind wir dahin gekommen, wo wir heute sind. In keinem Unternehmen hat immer alles auf Anhieb geklappt, wir wurden nur in den letzten Jahrzehnten arg verwöhnt mit dem permanenten Aufwärtstrend und höher, schneller, weiter.

Kommuniziert auch euer Scheitern!

Wir sind Scheitern nicht mehr gewohnt und es ist verpönt, darüber zu berichten. Während alle gerne ihre Erfolgsstorys zum Besten geben, höher, schneller, weiter eben, höre ich nur selten Vorträge, bei denen es um das genaue Gegenteil geht. Dabei würden wir daraus doch so viel mehr lernen.

“Aha, die haben das so und so gemacht und es hat nicht funktioniert. Gut zu wissen. Genau so wollten wir nächsten Monat auch starten. Muss ich gleich mal fragen, was die dann gemacht haben.”

DAS wäre wirklich hilfreich. Aber damit kann man vermeintlich ja nicht glänzen. Vermeintlich sage ich dabei ganz bewusst, denn zum einen zeigt es den Mut der Vortragenden, ihre Misserfolge offen zu legen und zum anderen ist es digital Denke:

Wissen vermehrt sich, indem man es teilt.

In diesem Sinne: Schöne Weihnachtstage!

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

3 Gedanken zu „Wo andere ein Hindernis sehen, sehe ich die Chance“

  1. Kennst du Effectuation? Falls nicht, auf der Seite http://www.effectuation.at gibt es reichlich Informationen dazu. Die Grundfrage ist: Wie können Unternehmen mit Ungewissheit umgehen? Wie gehen erfolgreiche Gründer damit um? Und die Grundsätze gehen in deine Richtung: Ausprobieren, was mit vorhandenen Mitteln möglich ist; Kooperationspartner suchen, usw. …

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