Warum mir der Tod von Robert Basic so nahe geht

In der Nacht zum zweiten November ist Robert Basic gestorben. Seit dem 27. Oktober hat er uns in seiner Facebook-Timeline „live“ an einem massiven Eingriff in sein bisheriges Leben teilhaben lassen. Von jetzt auf gleich als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert und gleich auf den OP-Tisch. Herzinfarkt.

Mit jedem Post von Robert konnte man spüren, wie sehr ihn die Situation ängstigte. Wie groß die Angst vor dem neuen, veränderten Leben nach der Entlassung war. Wie es ihn in seinem Alltag, in seinem Beruf, einfach überall einschränken würde.

Und gleichzeitig war da diese Faszination für die vielen neuen Erfahrungen, die Robert Basic in dieser Situation machen konnte beziehungsweise musste. Die High-Tech Geräte, ausgeklügelte Medikationskonzepte, der perfekt instrumentierte Klinikalltag, all das hat er neugierig in sich aufgesogen und mit uns geteilt.

Am ersten November stand die Entlassung an. Mit dem bekannten schwarzen Humor hat Robert Basic die Situation geschildert: starke körperliche Einschränkungen und massivste Atemnot, aber sonst… alles ok. Ein Zwinker-Smiley schloß diesen Post ab.

Am nächsten Vormittag überschwemmte Fassungslosigkeit meine Timeline. Robert war in der Nacht gestorben.

Warum nimmt mich dieser Tod so mit, dass ich einige Tage Facebook gemieden habe? So nah standen wir uns schließlich nicht. Wenn ich mich richtig erinnere, sind wir uns sogar nie persönlich begegnet. Ja klar, die bissig-neugierige Art, die Reibungsfläche, die sie bietet, liegt mir. Aber das war nicht der Grund.

Zu lesen, wie die Hoffnung wieder kam, nochmal unter ganz neuen Bedingungen durchzustarten, das konnte ich aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Daran habe ich keine Minute gezweifelt. Und das passt auch zu den Tags seines Google-Profils „Spinnen. Austauschen. Denken. Lachen“.

Aber genau das hat mir auch gezeigt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. Wie schnell alle Pläne null und nichtig werden können. Wie unwichtig so vieles ist, woran ich festhalten will und wie sorglos ich mit anderen Dingen umgehe, die mein Leben zufriedener machen.

Das ist der eine Punkt. Der andere ist die Häufigkeit, mit der solche Augenblicke gerade bei mir aufschlagen. Menschen in meinem Alter, die tödlich erkranken oder von heute auf morgen nicht mehr da sind. Tatsächlich gehe ich mit dem Tod nicht mehr so entspannt um, wie ich das früher getan habe, obwohl er für mich sehr selbstverständlich zum Leben dazu gehört.

Woran das liegt? Ich weiß es nicht.
Vielleicht am Alter, wobei das für mich keine große Bedeutung hat.
Vielleicht an den kleinen Zipperlein, die mir zeigen, dass das ‚Alter doch nicht so bedeutungslos ist, zumindest körperlich.

Jedenfalls dauert es bei jedem „Einschlag“ länger, bis ich wieder zur Ruhe komme. Es ist nicht so, dass ich Angst vor meinem eigenen Tod hätte. Der kommt sowieso irgendwann. Aber ich denke länger über die verschwundenen Menschen nach. Auch darüber, ob ich in meinem Leben Qualität richtig bewerte. Was ich ändern könnte oder sollte.

Deshalb auch dieser Blogpost. Schreiben hilft mir, meine Gedanken zu sortieren und Unangenehmes zu verarbeiten. Und vielleicht irgendwann die Lösung zu finden, warum mit der Tod von Robert Basic so nahe geht.

In den letzten Tagen haben viele Menschen ihre Gedanken zu Robert Basic geteilt. Viele davon auf sehr bewegende Art und Weise:

 

Wer die Schaben hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen!

EIn Deutschland machen sich die Schaben breit. Genauer gesagt bislang noch im Süden Deutschlands. Laut Schädlingsbekämpferin hat sie derzeit mindestens sechs Anrufe pro Tag. Tun kann man nichts, denn die Bernstein-Waldschabe spricht nicht auf die Kontakt-Fraßgifte an. 

Meine erste Begegnung mit Schaben, liebevoll auch Kakerlaken genannt, hatte ich als Kind in der Uniklinik Homburg. Nachts sind sie still und heimlich die Wände hoch gekrabbelt um bei Morgendämmerung wie ein Spuk zu verschwinden. Damals wusste ich noch nicht, um welche Tiere es sich handelte, aber beruhigend war anders!

Bei Professor Pfeiffer ging es den Schaben an den Kragen

Die nächste Begegnung ging dann schon deutlich tiefer unter die Haut. Der Schabe. Nicht mir. Zum Biochemiestudium gehörte auch ein Vordiplom in Zoologie und dazu ein Präparationskurs bei Professor Pfeiffer.

Schwäbisch wie er war, wurde alles verwertet, was das Haus kostenlos zu bieten hatte und was sonst keiner brauchte. Dazu gehörten große, fette, amerikanische Schaben. Irgendwann waren welche im Gebäude ausgebüxt und hatte sich prächtig vermehrt. Man fand sie überall:

  • in Kabelschächten
  • in Küchenschränken
  • in den Filtern der großen Kaffeebereiter im Konferenzraum

Und die geselligen Tierchen sorgen auch eigenständig für Nachschub. Kommende Semester wollen ja auch versorgt sein.

Rühren in zimmerwarmem Fett

Ehrlich, es war eklig, das Tier zu sezieren. Nicht genug, dass mein Drang, jedwedes Getier zu zerpflücken, extrem gering war und ist, die Schabe roch auch noch sehr muffig und man hatte das Gefühl, primär in halbflüssigem Fett zu rühren. Selbst im Tod noch unappetitlich. Details erspare ich an dieser Stelle, sonst lesen nur noch die Hartgesottenen weiter.

Cesar’s Schabenpalast in London

Unser nächstes Rendevous fand im Cesar’s Palace in London statt. Laut Papier ein 4*-Hotel, real mit kleinen Besonderheiten:

  • im Fahrstuhl blieb man mit den Füßen am Boden kleben
  • die Zimmertür war nur mit einem sehr wackeligen Miniriegelchen zu schließen
  • der Bettüberwurf hatte kopfgroße Flecken
  • die Laken kleinere
  • aus den verrosteten Wasserhähnen kamen Rinnsale

Kurzum alles so, als hätte der guten alte Cäsar da selbst noch logiert und aus lauter Ehrfurcht hätte niemand mehr gewagt, Hand an die Innenausstattung zu legen.

Meine Mitbewohner waren da weniger pingelig. Sie haben es sich im Bad gemütlich gemacht und wuselten in alle Ecken, als ich das Licht einschaltete. Lecker!*

Fuß anheben! Zack! Drauf! – NICHT

Dann war lange Zeit Ruhe. Bis vor etwa vier Wochen. Abends in der Küche. Licht an, schwupp wuselt was über den Boden. Fuß angehoben. Zack. Drauf. Nicht nett, ich weiß, aber Instinkt. In meiner Küche bin ich pingelig.

Bernstein-Waldschabe aka Ectobius vittiventris (CC BY 3.0 Amada44)

Erst dann habe ich näher hingesehen. Eine kleine Schabe! Eine Schabe? In meiner Wohnung? Und dann auch noch draufgetreten. Dabei lautet das oberste Gebot bei der Schabenjagd: Nie, aber auch wirklich nie drauftreten. Trägt die Schabe gerade Ei-Pakete, hat man die an den Schuhen und verteilt sie in der ganzen Wohnung. Zu spät. Schon passiert. Und ob es eine Schabe war, war ja auch nicht sicher.

Stunden später im Schlafzimmer. Schon wieder eines der Tiere. Zu Abwechslung an der Wand. Zack! Weg! Eh schon alles egal.

Hauptstadtschaben als blinde Passagiere?

So richtig ruhig war die Nacht dann nicht. Schaben. Wie peinlich. Auch wenn ich weiß, dass Schabenbefall nichts mit Sauberkeit zu tun hat. Die schleppt man sich üblicherweise ein. Entweder an den Schuhen (NICHT drauftreten!), im oder am Gepäck oder per Post versteckt in Kartons. Da ich etwa alle sechs Wochen drei bis vier Tage in Berlin arbeite, also regelmäßig fliege, den TXL-Bus in die Stadt nehme und dann im Hotel übernachte, konnte ich blinde Passagiere nicht ausschließen. Und für die Katze kommen auch regelmäßig Pakete, ein weiterer Gefahrenherd. Vorsichtshalber mal Fraßfallen aufstellen und beobachten.

Eine Woche später. In der Wasserschüssel der Katze hat sich ein Tier suizidiert. Sieht aus wie … EINE SCHABE! Ekelalarm! Nach fünf Minuten mit rotem Kopf schämen googele ich Schädlingsbekämpfer in meiner Region. Vorsichtshalber.

Am Abend des gleichen Tages. Ich sitze auf der Couch, sehe fern. Irgendwas läuft über den Bildschirm. Irgendwas mit sehr langen Fühlern. Schon wieder eine Schabe! Beide relativ klein aber bereits unterschiedliche Größe. Schon zwei Generationen? Ich muss die Fachfrau konsultieren. Gleich morgen.

Erst ’ne Latte, dann ’ne Schabe

Der nächste Morgen. Die Katze führt mich ganz aufgeregt zu ihrer Decke. Da liegt was größeres, hellbraunes. Ein dürres Blatt vom Fikus, denke ich mir und mache mir erst meine Latte Macchiato. Ohne die fängt der Tag schlecht an, Schabe hin oder her. Dann gehe ich doch nochmal zur Decke. EINE SCHABE! Ausgewachsen! Adrenalin strömt durch meinen Körper. Wie peinlich, wie mega mega peinlich. Ich wähle die Nummer der Schädlingsbekämpferin, spreche ihr aufs Band: Schaben eingeschleppt, Hilfe!

Dann der Rückruf. Ob ich Bild von einem Tier hätte. Habe ich nicht, aber ich habe drei tote Tiere. Die kann ich fotografieren. Soll ich tun und schicken. Sie kommt im Moment nicht hinterher. Hat täglich bis zu sechs Anrufen wegen Schabenbefall. Denn Süddeutschland wird derzeit von der Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) überrannt.

Waldschabe, Schabe
Dreimal Bernstein-Waldschabe in unterschiedlichen Altersstufen.
Die Bernstein-Waldschabe kam über die Alpen

Eigentlich lebte diese Schabenart ausschließlich südlich der Alpen, hat aber vor einigen Jahren diese Grenze überwunden und macht sich seither bei uns breit. Diesen Sommer ist es wohl besonders schlimm. Und weil der Schabenruf schlecht, der Ekelfaktor hoch ist, ist die Panik nicht weit.

Völlig überflüssig, wie mir die Schädlingsbekämpferin versichert. Denn anders als ihre Verwandte, die Deutsche Schabe (Blattella germanica) oder die Gemeine Hausschabe (Blatta orientalis) ist Ectobius vittiventris kein Vorratsschädling und überträgt auch keine Krankheiten wie Hepatitis, Typhus oder Cholera.

Deutsche Schabe aka Küchenschabe aka Blattella germanica (CC BY-SA 3.0 / Lmbuga

Ihr natürlicher Lebensraum ist sich zersetzendes Holz und Blattwerk. Davon ernährt sich die Bernstein-Waldschabe auch, weshalb sie in der Wohnung nur kurze Zeit überleben kann. Da sie auch keine Ei-Pakete tragen, geht von den toten Tieren, wenn sie unentdeckt bleiben, also kein Schaden aus.

Flugfähig, keine Eier tragend, keine schwarzen Streifen am Hals

So ähnlich sich Deutsche Schabe und Bernstein-Waldschabe in Größe und Färbung auch sind, an folgenden Parametern lassen sie sich eindeutig unterscheiden

  • die Bernstein-Waldschabe ist flugfähig
  • sie ist auch tagaktiv, mir ist sie meist bei Dämmerung oder kurz danach aufgefallen
  • ihr fehlen die beiden schwarzen Streifen am Halsschild

Taucht also plötzlich etwas in der Wohnung auf, was nach Schabe aussieht, muss das noch lange kein Problem sein. Cool bleiben, sich informieren und dann reagieren, ist das richtige Vorgehen.

Warum ich das schreibe? Weil mir die Auskunft von Frau Wenzel sehr geholfen hat und weil ich dazu beitragen will, dieses Wissen zu verbreiten und dem ein oder anderen Menschen den Schrecken zu nehmen.

*  Das Hotel habe ich übrigens nach der ersten Nacht, die ich komplett bekleidet verbracht habe, gewechselt. Damit wurde ich die Flecken los, nicht aber die Schaben.

Edit 31.08.2017
Wie nicht anders zu erwarten, hat mein Schaben-Blogpost zu der ein oder anderen Diskussion geführt. Was denn an ein, zwei Schaben in der Wohnung schlimm sei, wurde ich gefragt. Kurz gesagt:

  1. an einer nichts, sofern sie keine Eier dabei hat und man nichts gegen angefressene und/oder mit Krankheitserregern verunreinigte Lebensmittel hat
  2. an zweien auch nicht, wenn sie gleichgeschlechtlich sind und die unter eins genannten Voraussetzungen erfüllen

Ich würde dann empfehlen, ordentlich zu heizen. Das verkürzt die Lebenszeit.

Und wenn sich zwei Schaben ganz doll lieb haben

Gehen wir jetzt davon aus, dass wir uns von jedem Geschlecht ein Tier eingehandelt haben und diese beiden sich liebevoll zugetan sind. Drei bis fünf Mal im Jahr produzieren Sie dann Nachkommen, etwa vierzig Stück pro „Wurf“. Ein Teil davon natürlich auch weiblich, also wieder drei bis fünf Mal 40 Eier pro Jahr und so weiter.

Du wirst das nicht merken, denn die Deutsche Schabe ist absolut lichtscheu. Gesellig leben die Tiere in großen Verbänden in dunklen Ecken. Normalerweise bekommt man sie nicht zu sehen. Sieht man eine, kann man davon ausgehen, dass sich mindestens ein- bis zweihundert Kollegen im „Bau“ auf ihre Rückkehr warten. Siehst du eine am hellichten Tag, schließ die Tür zu und such dir eine neue Wohnung.** Dann sind nämlich alle Verstecke schon so eng belegt, dass niemand mehr reinpasst.

Also merken wir uns:

Eine Schabe kommt selten allein!

**Kleiner Scherz, aber spätestens jetzt solltest du die Schädlingsbekämpfung anrufen.

Arbeiten mit verteilen Teams – Meine Erfahrungen

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Ja, ich habe ihn etwas vernachlässigt, meinen Lieblingsblog. Schuld daran war sehr viel Arbeit nach meinem Jobwechsel. Für euch hat das aber auch etwas Gutes, denn ich arbeite weiter in verteilten Teams. Gerne auch mal virtuelle Teams genannt, obwohl sie für mich sehr real sind und man auch hier klassische Teambuildingstrukturen erleben kann.

Verteilte Teams sind toll!

Meine Erfahrungen der letzten Jahre mit diesen verteilten Teams habe ich im Adventskalender des Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media, dessen Mitglied ich seit vielen Jahren bin, zusammengefasst. Dort erfahrt ihr

  • Was Führungskräfte digitaler, verteilter Teams brauchen.
  • Was die Teammitglieder mitbringen sollten.
  • Wie man das Thema angehen kann.
  • Welche Werkzeuge wichtig sind.

Mit liegt es dabei fern, meine Erfahrungen als das todsichere Rezept zu verkaufen. Hätte ich das, würde ich ein Buch darüber schreiben, reich und berühmt werden (also noch reicher und noch berühmter) und mich auf eine sonnige Insel zurückziehen. Zumindest so lange bis mir langweilig wäre. 😉

Traut euch einfach

Also nehmt euch davon, was für euch passt. Probiert sehr gerne auch mal Dinge aus, von denen ihr nicht wisst, ob sie passen. Und ignoriert, was euch nicht passt.

Oder diskutiert mit mir. Ich bin für jede „Bewusstseinserweiterung“ dankbar.

 

 

5 gute Gründe, warum audible bei mir Französisch spricht

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit audible entstanden.

Französisch war und ist meine Lieblingssprache, auch wenn ich kaum noch Gelegenheit habe, sie zu sprechen. Damit mir die vertraute Sprachmelodie und zumindest ein guter passiver Wortschatz erhalten bleibt, gibt es bei mir jetzt audible Hörbücher in Fremdsprachen. Im aktuellen Fall Mémoire cachée von Sebastian Fitzek auf die Ohren.

memoire cacheeFranzösisch ist meine Lieblingsfremdsprache. Möglicherweise hängt das damit zusammen, dass ich im Saarland aufgewachsen bin. Also sehr grenznah. Mit Französisch als erster Fremdsprache. Vielleicht ist es aber auch der angenehmen Sprachmelodie und dem Savoir Vivre der Franzosen geschuldet. Jedenfalls war mein Französisch richtig gut.

Dann bin ich weggezogen. Zum Studieren nach Baden-Württemberg. Und was war? Kein Mensch konnte Französisch. Kein französisch-deutsches Mischmasch beim Einkaufen: Regarde-la, celle jupe ist schön! Nicht mal eben schnell in den französischen Supermarkt einkaufen fahren. Keine Mittagsnachrichten im Radio erst auf deutsch, dann auf französisch, was mir übrigens zu meinen Spitzenzeiten nur noch deshalb aufgefallen ist, weil ich mich gefragt habe, warum die Nachrichten wiederholt werden. Die “fremde” Sprache habe ich als solche nicht mehr wahrgenommen. Damit das nicht komplett verloren geht, teste ich aktuell Hörbücher von audible in französischer Sprache.

5 gute Gründe für audible

Fünf Überlegungen haben mich zu dieser Entscheidung bewogen:

  • Kein langweiliger Sprachkurs mit starren, für mich oft sinnlosen Übungen
  • Gesprochenes Alltagsfranzösisch statt Kursfranzösisch
  • Kein zusätzlicher Zeitaufwand
  • Meine Sprachauffrischung ist immer und überall dabei
  • Je nach Titel spannende, informative oder klassische Unterhaltung en passant
Sprachkurs? Nicht mit mir!

Als ich beschlossen habe, mein Französisch auf Trab zu bringen, habe ich mit Online-Sprachkursen geliebäugelt. Aber das bin ich nicht. Alles zu starr und nicht individuell genug für das, was ich möchte.

Bonjour, mon nom est Ulrike

Auch den Wortschatz aus den Kursprogrammen brauche ich nicht. Sie orientieren sich entweder an den klassischen Urlaubsbedürfnissen oder am Arbeitsleben. Die Alternative wäre ein Konversationskurs, aber der bindet mich zeitlich zu starr ein.

Französisch, wie es im Buche steht

Und da aller guten Dinge drei sind, muss ich noch ein drittes Mal auf das Kursthema eingehen. Ich will auch kein pingelig betontes Kursfranzösisch. Ich will Französisch so wie den Franzosen der Schnabel gewachsen ist. Jetzt sind professionelle Sprecher oder Leser, die Bücher vertonen, auch nicht Jean und Amélie von der Straße. Aber sie müssen einen Buchtext, in meinem Fall einen Thriller von Sebastian Fitzek spannend an die Frau bringen. Das ist etwas anderes.

Immer mit dabei

Fitzeks Mémoire cachée von audible ist dank App immer bei mir. Auf dem Handy, dem Pad, dem Notebook, dem PC. Zumindest dann wenn die technischen Voraussetzungen erfüllt. sind. audible macht dazu in seinen Hilfen genaue Angaben.

Was zum “Spielen” obendrauf

Entscheidung gefällt. Mein Sprachkurs wird kein Sprachkurs. Also nur noch ein passendes Buch für den Anfang auswählen.

Nur noch? Mich hat das ganz schön gefordert. Soll es ein Fachbuch sein, zu Marketing, Kommunikation oder Personalführung? Oder was zum Lachen? Auf jeden Fall etwas, was nicht zu schwierig ist. Also weder ein komplett neues Thema noch etwas, wofür man wirklich Muttersprachlerin sein muss, um es zu verstehen.

Also habe ich mich auf Krimis und Thriller eingeschossen. Eventuell ein Buch, das ich bereits auf Deutsch gelesen habe? Auch keine gute Idee. Dann denke ich die Story vermutlich auch auf Deutsch weiter und konzentriere mich nicht mehr.

Die Lösung heißt Fitzek, aber passt die Stimme?

Ich mag die Thriller von Sebastian Fitzek. Auch seine Lesungen habe ich bereits mehrfach besucht. Sehr unterhaltsam und spannend. Nichts für schwache Nerven. Kann ich nur empfehlen! Und audible hat auch noch ein Buch von ihm, das ich noch nicht kenne. Auf Französisch. Perfekt.

Doch erst noch den wichtigsten aller Checks bei Hörbüchern. Ich bin sehr empfindlich bei Stimmen. So quäkende, gänsige Tonfälle kann ich mir nicht lange anhören. Das macht mich aggressiv. Und Genuschel geht auch nicht, wobei damit wohl die wenigsten professionellen Sprecher aufwarten.

Deshalb meine Empfehlung: Wenn der Titel steht, auf jeden Fall erst die Hörprobe nutzen. Dann weiß man, ob man sich auf die Stimme einlassen kann und will.

Oder man geht den anderen Weg, sucht sich in der Liste der beliebtesten Hörbuchsprecher  Deutschlands seinen “Liebling” heraus und liest sich durch dessen “Werk”. Dann passt die Stimme ganz sicher, man schränkt sich aber in der Auswahl deutlich ein.

Und was ist mit Support?

Da ich mich mit meinem Amazon-Konto bei audible registriert habe, musste ich nicht sehr viel angeben. Umso verwirrter war ich, als in der Rechnungsadresse dann plötzlich Name und Anschrift meiner Mutter aufgetaucht sind. Aus irgendwelchen Gründen hat das System sich scheinbar herausgesucht, was es wollte.

Leicht panisch habe ich über die kostenlose Rufnummer den Support kontaktiert. Nach sehr kurzer Wartezeit war ich mit einem sehr netten und hilfsbereiten Mitarbeiter verbunden und das “Problemchen” konnte geklärt werden. Ich musste meiner Mutter (80+, eigensinnig) also nicht erklären, weshalb sie eine Rechnung über Null Euro bekommt und dass sie deswegen nichts unternehmen muss! Die Rechnung wird nämlich nur per E-Mail verschickt und das hat sie zum Glück nicht.

Null Euro? Wieso das?

Weil audible allen Nutzern einen kostenlosen Testmonat anbietet. Er danach fallen die monatlichen Gebühren an.

So und jetzt habe ich genug erzählt. Ich ziehe mich mit Sebastian Fitzek in die Mémoires Cachées zurück.

Bitte nicht stören!

Blogs und die Sache mit den Iron Bloggern

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Es muss etwa 2012 gewesen sein, als das große Blogsterben herbeigeredet werden sollte. Etwa zeitlich haben sich in vielen deutschen Städten BloggerInnen zu regionalen Netzwerken, den Iron Bloggern, zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Die Selbstverpflichtung, die Blogosphäre am Leben zu erhalten.

Seit wann ich selbst Mitglied der Iron Blogger Stuttgart bin, weiß ich nicht mehr so genau. Ich glaube, seit 2013. Jedenfalls war ich im April 2013 schon mit beim ersten Iron Blogger Essen. Denn wer nicht schreibt, zahlt. Und zwar für alle. Denn mit der Selbstverpflichtung gingen auch finanzielle „Pflichten“ einher. Wie das in Stuttgart aussieht, könnt ihr den den Regeln der Iron Blogger Stuttgart nachlesen.

Inzwischen hat sich vieles getan. Video hat stark an Bedeutung zugelegt. Instagram, Pinterest, Periscope, Snapchat, Facebook live und was weiß ich noch alles ist dazu gekommen und teilweise bereits wieder Geschichte.

Alles, nur nicht tot

Die Blogs sind geblieben. Seit Ende der Neunziger treiben sie ihr Unwesen in der digitalen Welt und schreiben damit eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte. Eine Geschichte, die aber irgendwie völlig untergeht. Obwohl 20 Jahre im World Wide Web eine Ewigkeit sind. Auf die nächsten zwanzig Jahre!

Und was ist mit den Iron Bloggern?

Um die Iron Blogger ist es ruhiger geworden. Es gibt sie noch, aber nicht mehr in vielen Städten und mit deutlich kürzeren Teilnehmerlisten. Auch bei den Iron Blogger Stuttgart hat sich vieles geändert. Aber ein harter Kern ist geblieben und versorgt seinen Blog mindestens ein Mal wöchentlich mit neuem Futter. Einfach, weil es Spaß macht. Und weil ich in der Iron Blogger Liste immer wieder Beiträge finde, auf die ich sonst nie gestoßen wäre.

Und wer nicht bloggt,  zahlt alternativ fünf Euro pro Faulenzerwoche. Schließlich muss ja was rein in die Kasse, die in unregelmäßigen Abständen gemeinsam verfeiert wird.

Da fällt mir ein: Wann ist es bei uns denn wieder soweit? 😀

Trello und Slack – BFF*!

Trello, Kanban, online, kostenlos, Board, deutsch

Dass ich Trello sehr schätze, habe ich hier schon gelegentlich erwähnt. Auch Slack habe ich schon mal erwähnt. Dafür, dass ich es so sehr mag, habe ich bisher überraschend wenig darüber geschrieben, fällt mir gerade auf. Das muss sich ändern.Also los geht’s.

Slack ist ein tolles Kommunikationstool, mit dem sich hervorragend Teams organisieren lassen. Mit diversen Apps kann es schon in der kostenlosen Basisversion vielfältig erweitert werden.

Mit der neuen Trello App für Slack kommt eine neue Erweiterung dazu. Wer sich die Möglichkeiten genauer ansehen möchte, kann sich kostenlos für ein Webinar registrieren.

Wenn du Trello jetzt auch probieren möchtest, dann freue ich mich, wenn du zur kostenlosen Registrierung folgenden Link benutzt:

Klick dies! Jetzt! Sofort!https://trello.com/ulrike_r/recommend 😉

Dann bekomme ich pro Anmeldung einen Monat Trello Gold umsonst. Also ein paar erweiterte Funktionen, die normalerweise kostenpflichtig sind. Ihr selbst verpflichtet euch dabei zu nichts.

*BFF – Best Friends Forever, für alle, die da nicht auf dem Laufenden sind. 😉

 

Gunther Holtorf und Otto

Otto? Wer ist Otto? Otto ist eine blaue Mercedes G-Klasse. Aber nicht irgendeine. Nein, Otto hat in 26 Jahren 899.592 Kilometer in 2015 Ländern zurückgelegt. Und Otto gehört Gunther Holtorf. Beide habe ich beim Sommer-Special der Social Media Night im Mercedes Benz Museum Stuttgart zum ersten Mal gesehen.

Otto

Deshalb und weil mich Gunther Holtorfs Leben so an die aktuelle Entwicklung in meinem Umfeld erinnert, erscheint diese Buchbesprechung hier und nicht auf Leselustich. Denn die Reisen der Holtorfs könnten Inspiration für viele Digitale Nomaden der heutigen Zeit sein. Auch wenn ich bezweifele, dass man mit einem einzigen Auto heutiger Generation, das vollbringen könnte, was Otto geschafft hat.

Lust auf Abenteuer

Wie kommt man dazu, alles zurück zu lassen, ein Auto so um- und auszubauen, dass man darin leben oder zumindest schlafen kann und sich auf den Weg ins Ungewisse zu machen?

Man hat ein Job, in dem man sich mit der weiten Welt beschäftigt, zuletzt als Geschäftsführer der Charter-Airline Hapag-Lloiyd. Und man möchte nochmal neu anfangen, die weite Welt erfahren. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die passende Begleitung findet Gunther Holtorf über eine Zeitungsanzeige:

Willst du um die Welt reisen? Suche unkomplizierte, sportliche Begleitung, bereit, eine Abenteuertour durch Afrika und Südamerika zu unternehmen.

Gemeldet hat sich Christine, die Frau, mit der er rund 25 Jahre seine Erlebnisse und natürlich Otto teilen durfte. 2010 ist sie an Krebs verstorben.

Otto beeindruckt, als Auto und als Buch

Otto ist ein beeindruckendes Buch. Nicht nur, weil sie den Leser durch alle Kontinente führt, sondern auch, weil Gunther Holtorf seine Reisen mit unzähligen, faszinierenden Bilder dokumentiert hat.

Besonders spannend dabei: Viele der Fotos sind gleichzeitig ein Blick in die Vergangenheit. Viel hat sich in der Welt in den letzten 26 Jahren verändert. Was zu Reisebeginn noch ein großes Abenteuer war, ist heute in vielen Ländern völlig selbstverständlich: Einreise, Ausreise, gute und sichere Straßen. In andere Länder käme man heute überhaupt nicht mehr einfach so.Viel zu streng sind die Auflagen.

Mut gehörte definitiv zu diesen Reisen. Nicht nur, weil Gunther und Christine Holtorf meist im Freien bzw. in ihrem Auto im Freien übernachtet haben, sondern weil viele Streckenführungen absolut abenteuerlich waren.

  • Brücken ohne durchgehenden Belag. Nur zwei Holzbohlen, die mit den Reifen genau getroffen werden müssen, wenn man heil die andere Seite erreichen will.
  • Geröllstrecken, die eine Herausforderung für Stoßdämpfer und Achsen sind.
  • Steigungen, die schier unüberwindlich scheinen.

Doch Otto findet zuverlässig seinen Weg und bringt seine Besitzer sicher an ihre Ziele auf aller Welt.

Faszinierende Einblicke

Gunther Holtorfs Buch hat mich fasziniert. Die privaten, großformatigen Fotos mit den individuellen Anmerkungen haben mich seltsam berührt. Immer wieder nehme ich das Buch in die Hand und blättere. Und immer wieder finde ich neue Überraschungen und Einsichten.

Danke dafür, Herr Holtorf!

2017 wird Otto übrigens im Mercedes Benz Museum dauerhaft parken. Mit knapp 900.000 Kilometern auf der Uhr. Bis dahin ist er auf Abschiedstour durch Deutschland.

Gunther Holtorf

Gunther Holtorf wurde 1937 in Göttingen geboren. Sein erstes Leben widmete er der Fliegerei, war Landeschef der Lufthansa unter anderem in Argentinien, Hongkong und Indonesien und leitete später die Airline “Hapag-Lloyd Flug”.
In seinem zweiten Leben blieb er am Boden. Zusammen mit seiner Frau Christine, die 2010 verstarb, bereiste er 26 Jahre lang die Welt. In ihrer Mercedes G-Klasse, die sie “Otto” tauften, besuchten Sie 215 Länder.
Heute lebt Gunther Holtorf am Chiemsee.

Buchinfo: Otto von Gunther Holtorf, erschienen bei riva, Dezember 2015, 208 Seiten, Hardcover, € 29,90, ISBN 978-3-86883-778-0. Danke für das Leseexemplar.