Wir brauchen viel mehr „Einfach so“ Tage

Welt- und Aktionstage sind nicht nur im Social Media Umfeld willkommene Aufhänger, wenn es sonst gerade nichts zu sagen gibt. Wie wäre es, diesen verbalen Ergüssen mal ganz real Taten folgen zu lassen? Taten, die anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Einfach so.

Soziales Engagement
Anderen öfter mal was Gutes tun. Einfach so Bild: Alexander Radeke CC-BY-NC-SA
Jeder hat seine Tage

Ich gestehe, ich habe mich gegen diese Welt- und Aktionstage bisher weitestgehend gesperrt. Umso erstaunter bin ich jetzt, WAS es da alles gibt. Welttage können politisch, religiös oder kulturell geprägt sein. Sie sind regional, national, international. Die UN hat ihre eigenen Tage – einmalig oder wiederkehrend. Dann sind da noch die Namens-, Geburts- und Gedenktage und – nicht zu vergessen – die Nonsens Tage.

Zu letzteren gehören zweifelsohne der Gegenteil Tag am 25. Januar, der Öffne drinnen einen Regenschirm Tag am 13. März oder der – vom Grundgedanken ja sinnvolle – internationale Hände-Waschtag am 05. 05. Übrigens gut zu merken, weil man an jeder Hand fünf Finger hat.

Tausche Cat Content gegen ein Lächeln

Aber ließe sich nicht – gerade im Social Media Umfeld – mit diesen Nonsens Tagen etwas Sinnbringendes anfangen? Etwas, was über das reine “Wisst ihr schon, heute ist XY-Tag?!” hinaus geht. Etwas, was anderen Menschen ganz real eine Freude macht. Einfach so.

  • Warum nicht am internationalen Puzzle Tag (29.02) die virtuelle Gefolgschaft dazu aufrufen, auf dem Speicher und im Keller nach nicht mehr genutzten Puzzles zu suchen, die dann Hilfsorganisationen vor Ort (z.B. Caritas) gespendet werden. Auch zu Kinder- oder Seniorenheimen kann Kontakt aufgenommen werden. Sicher freut man sich auch dort über gut erhaltenen Zeitvertreib. Gleiches gilt natürlich für den Buch- oder Spiel im Sand- oder Spielzeug Tag.
  • Am 25. März, dem Tag der Waffel, können in der Mittagspause für die Kollegen frische Waffeln gebacken werden. Sicher finden sich ein paar Leute, die Teig rühren und Waffeleisen anschleppen. Sowas kann man natürlich auch in eine Hilfseinrichtung (vielleicht Bahnhofsmission, Vesperkirche) übertragen.
  • Der internationale Anti Diät Tag (05.05.) kann als Anlass genommen werden, bei der regionalen Tafel nachzufragen, womit man hier unterstützen könnte. Ich gehe z.B. ein- bis zweimal pro Jahr meine Schränke durch und schaue, was ich aus einer Lust heraus mal eingekauft und dann doch nicht gegessen habe (natürlich nur haltbare Dinge) und bringe die “Beute” zur Tafel. Kleiner Aufwand, großer Nutzen.
  • Auch wenn der Welt Schneemann Tag (18.01.) bereits vorbei ist, baut doch mal einen Schneemann oder gleich eine ganze Schneefamilie vor den Fenstern eines Kinderkrankenhauses oder eines Seniorenheimes und bringt damit etwas Abwechslung in triste Wintertage.
  • Und warum nicht den Weltknuddeltag (21.01.) mit einer Free Hugs Session verbinden?

Am besten liefert ihr zu jedem call to action gleich einige Kontaktadressen mit. Dann ist der innere Schweinehund schneller überwunden.
Und weist auch darauf hin, dass man sich mit privaten oder öffentlichen Einrichtungen (Vereine, Verbände, Krankenhäuser, Heime usw.) vorher in Verbindung setzen sollte. Dann bleiben überflüssige Missverständnisse erspart.

Be social – einfach so!

Am allerliebsten beim Thema Welt- und Aktionstage wäre mir allerdings, wenn es viel mehr  Einfach so Tage (27. August) gäbe. Tage, an denen man ohne besonderen Anlass sich selbst und anderen eine kleine Freude macht.

To be social, auch in Social Media, ist nämlich viel einfacher als man denkt und hat noch ein paar positive Nebeneffekte, auf die ich in einem meiner nächsten Blogs eingehen werde.

Vielen Dank an dieser Stelle an Kleiner Kalender und natürlich Wikipedia für die umfangreichen Tage-Sammlungen.

Edit 23.01.2013: Für meinen ersten Einfach so Tag habe ich bei einem Pflegeheim in meiner Gemeinde nachgefragt, ob ich jemandem mit Büchern eine Freude machen kann. Auskunft in meinem speziellen Fall: Romane usw. werden weniger gelesen. Aber Bildbände oder z.B. bebilderte Reisebeschreibungen würden u.a. in der Beschäftigungstherapie eingesetzt. Mehr dazu folgt.

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

5 Gedanken zu „Wir brauchen viel mehr „Einfach so“ Tage“

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