Gunther Holtorf und Otto

Otto? Wer ist Otto? Otto ist eine blaue Mercedes G-Klasse. Aber nicht irgendeine. Nein, Otto hat in 26 Jahren 899.592 Kilometer in 2015 Ländern zurückgelegt. Und Otto gehört Gunther Holtorf. Beide habe ich beim Sommer-Special der Social Media Night im Mercedes Benz Museum Stuttgart zum ersten Mal gesehen.

Otto

Deshalb und weil mich Gunther Holtorfs Leben so an die aktuelle Entwicklung in meinem Umfeld erinnert, erscheint diese Buchbesprechung hier und nicht auf Leselustich. Denn die Reisen der Holtorfs könnten Inspiration für viele Digitale Nomaden der heutigen Zeit sein. Auch wenn ich bezweifele, dass man mit einem einzigen Auto heutiger Generation, das vollbringen könnte, was Otto geschafft hat.

Lust auf Abenteuer

Wie kommt man dazu, alles zurück zu lassen, ein Auto so um- und auszubauen, dass man darin leben oder zumindest schlafen kann und sich auf den Weg ins Ungewisse zu machen?

Man hat ein Job, in dem man sich mit der weiten Welt beschäftigt, zuletzt als Geschäftsführer der Charter-Airline Hapag-Lloiyd. Und man möchte nochmal neu anfangen, die weite Welt erfahren. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Die passende Begleitung findet Gunther Holtorf über eine Zeitungsanzeige:

Willst du um die Welt reisen? Suche unkomplizierte, sportliche Begleitung, bereit, eine Abenteuertour durch Afrika und Südamerika zu unternehmen.

Gemeldet hat sich Christine, die Frau, mit der er rund 25 Jahre seine Erlebnisse und natürlich Otto teilen durfte. 2010 ist sie an Krebs verstorben.

Otto beeindruckt, als Auto und als Buch

Otto ist ein beeindruckendes Buch. Nicht nur, weil sie den Leser durch alle Kontinente führt, sondern auch, weil Gunther Holtorf seine Reisen mit unzähligen, faszinierenden Bilder dokumentiert hat.

Besonders spannend dabei: Viele der Fotos sind gleichzeitig ein Blick in die Vergangenheit. Viel hat sich in der Welt in den letzten 26 Jahren verändert. Was zu Reisebeginn noch ein großes Abenteuer war, ist heute in vielen Ländern völlig selbstverständlich: Einreise, Ausreise, gute und sichere Straßen. In andere Länder käme man heute überhaupt nicht mehr einfach so.Viel zu streng sind die Auflagen.

Mut gehörte definitiv zu diesen Reisen. Nicht nur, weil Gunther und Christine Holtorf meist im Freien bzw. in ihrem Auto im Freien übernachtet haben, sondern weil viele Streckenführungen absolut abenteuerlich waren.

  • Brücken ohne durchgehenden Belag. Nur zwei Holzbohlen, die mit den Reifen genau getroffen werden müssen, wenn man heil die andere Seite erreichen will.
  • Geröllstrecken, die eine Herausforderung für Stoßdämpfer und Achsen sind.
  • Steigungen, die schier unüberwindlich scheinen.

Doch Otto findet zuverlässig seinen Weg und bringt seine Besitzer sicher an ihre Ziele auf aller Welt.

Faszinierende Einblicke

Gunther Holtorfs Buch hat mich fasziniert. Die privaten, großformatigen Fotos mit den individuellen Anmerkungen haben mich seltsam berührt. Immer wieder nehme ich das Buch in die Hand und blättere. Und immer wieder finde ich neue Überraschungen und Einsichten.

Danke dafür, Herr Holtorf!

2017 wird Otto übrigens im Mercedes Benz Museum dauerhaft parken. Mit knapp 900.000 Kilometern auf der Uhr. Bis dahin ist er auf Abschiedstour durch Deutschland.

Gunther Holtorf

Gunther Holtorf wurde 1937 in Göttingen geboren. Sein erstes Leben widmete er der Fliegerei, war Landeschef der Lufthansa unter anderem in Argentinien, Hongkong und Indonesien und leitete später die Airline “Hapag-Lloyd Flug”.
In seinem zweiten Leben blieb er am Boden. Zusammen mit seiner Frau Christine, die 2010 verstarb, bereiste er 26 Jahre lang die Welt. In ihrer Mercedes G-Klasse, die sie “Otto” tauften, besuchten Sie 215 Länder.
Heute lebt Gunther Holtorf am Chiemsee.

Buchinfo: Otto von Gunther Holtorf, erschienen bei riva, Dezember 2015, 208 Seiten, Hardcover, € 29,90, ISBN 978-3-86883-778-0. Danke für das Leseexemplar.

Vivian Pein: Der Social Media Manager (2., akt. Auflage)

Social Media bleibt! Ich weiß, einige glauben immer noch nicht daran, aber so ist es nun mal. Ändern wird sich mit der Zeit vielleicht der Name, aber die Art der Kommunikation wird nicht mehr rückgängig machbar sein. Zum Glück. Vivian Pein hat ihren „Social Media Manager“ auf den aktuellsten Stand gebracht und damit einen sehr guten Ausbildungsbegleiter für Social Media und Community Manager weiter verbessert.

Social Media ManagerAls die Social Media Welle in Gang kam, sind an jeder Ecke plötzlich “Berater” und Kursanbieter aufgetaucht. Es war schwer, diejenigen auszumachen, die wirklich praktische Erfahrung mitbrachten und für Einsteiger noch schwerer, den Wert der jeweiligen Angebote einzuschätzen.

Mit Vivian Peins “Der Social Media Manager” wurde einiges deutlich transparenter. Als Early Adopter im Bereich der Digitalen Medien hat sie ein Buch verfasst, dass sich schnell als Standardwerk in der Branche etablieren konnte. Im Oktober 2015 erschien die zweite, überarbeitete Auflage, die hier besprochen wird.

Social Media bleibt!

Startete Auflage eins noch mit der Frage “Social Media – Hype oder (R)Evolution”, lautet die Ansagen Ende 2015 zu Recht: “Social Media bleibt!”.

Reichlich Raum bekam auch die Abgrenzung Social Media Manager vs. Community Manager. Hier orientiert sich Vivian Pein an den Berufsbildern des Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation & Social Media (BVCM).

Neu hinzu gekommen ist ein wichtiger Hinweis bezüglich der Haftung selbstständiger Social Media Manager. Als Dienstleister sind sie verpflichtet, rechtlich fehlerfreie Leistungen zu erbringen. Im Zweifel sollte man sich hier besser rechtlich beraten lassen. Bitte nur von einen Fachmann für Internetrecht, denn hier sind viele Dinge immer noch sehr schnelllebig.

Deutlich überarbeitet wurde Kapitel 9, Strategische Bedeutung und Möglichkeiten der sozialen Netzwerke, denn hier tut sich ja laufend etwas. 2013 waren Snapchat und generell Ephemeral Media in Deutschland noch kein Thema. Heute gehören sie zum Marketingmix, denn ihre Bedeutung wird weiter steigen, auch oder gerade für Firmen.

Der Social Media Manager im Überblick
  • Anforderungen und Aufgaben
  • Aus- und Weiterbildung
  • Hinweise für Bewerbungen
  • Social-Media-Strategie
  • Ziele und Zielgruppen
  • Corporate Content
  • Community Management und Change Management
  • Krisenkommunikation und rechtliche Grundlagen
  • Einsatz im Unternehmen
  • Erfolgsfaktoren
  • Zahlreiche Best Practices
  • Interviews und Expertentipps
Mein Fazit

Der Social Media Manager ist und bleibt auch in der zweiten Auflage ein Standardwerk, was an keinem Arbeitsplatz fehlen sollte. Egal, ob es um Stellenprofile, Tipps und Tricks in Sachen Corporate Blogging oder die passenden Netzwerke für ein bestimmtes Ziel geht. Dabei kommt einem der sauber strukturierte Aufbau des Buches zu Gute.

Die Aufmachung ist, wie von Rheinwerk nicht anders gewohnt, sehr übersichtlich und logisch. Im Vergleich zur Erstauflage für mein persönliches Empfinden auch optisch etwas ruhiger.

Ich schließe mich deshalb der Empfehlung des BVCM, dessen Mitglied ich schon seit Jahren bin, voll und ganz an. Der Social Media Manager ist ein guter Ausbildungbegleiter für Neueinsteiger und Neueinsteigerinnen und ein solides und umfassendes Nachschlagewerk für Profis.

Vivian Pein

Vivian Pein ist eine erfahrene Social-Media- und Community-Managerin und integriert Social Media in Firmenkulturen. Schon Mitte der 90er Jahre entdeckte Sie Ihre Passion für das Internet und sammelte seitdem Erfahrungen in Foren und Blogs. Ende 2006 bekam Sie die Verantwortung für Ihr erstes hauptberufliches Social-Media-Projekt, war Community Managerin bei XING und für die Entwicklung der Social-Media-Strategie sowie dem Aufbau des Community-Support-Teams bei Hermes verantwortlich. Daneben beriet Sie eine Reihe von Unternehmen in Fragen rund um die Themen Social-Media- und Community-Management. In ihrer Freizeit organisiert Sie unter anderem die größte »Unkonferenz« für Social-Media- und Community-Manager, das CommunityCamp, und ist aktiv im Arbeitskreis Berufsbilder des Bundesverbandes Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media (BVCM).

Buchinfo: Der Social Media Manager (2. aktualisierte Auflage) von Vivian Pein, erschienen bei Rheinwerk Computing, Oktober 2015, 572 Seiten, gebunden, Einspaltiges Layout mit zahlreichen Abbildungen, Tipp-Kästen und Gastbeiträgen von Jochen Mai, Thomas Schwenke, Klaus Eck, Oliver Ueberholz, Robert Basic, Ben Ellermann und Stefan Evertz. € 34,90 (eBook 30,90) ISBN 978-3-8362-3697-3 Danke für die Bereitstellung des Leseexemplares.

 

Mit der Salesforce Marketing Cloud zum Social Media Kundendienst

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„Acht Schritte zur Transformation Ihres Kundenservices durch Social Media“, unter diesem Titel hat Salesforce einen Leitfaden erstellt, das allen helfen kann, die Social Media im Kundenservice noch zögernd gegenüberstehen. Der Leitfaden kann kostenlose heruntergeladen werden. 

Als ich im Mai 2012 mit Ulrike kommuniziert auf WordPress gestartet bin, habe ich lange gegrübelt, was ich über mich schreibe. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon viele Jahre in der digitalen Welt unterwegs, hatte Chats und Foren moderiert, ein Online­Magazin mit aufgebaut und seit 2008 in der Unternehmenskommunikation einer großen süddeutschen Community gearbeitet. Und je länger ich im Social Media Umfeld gearbeitet habe, umso weniger habe ich die Angst der Unternehmen vor den neuen Kommunikationswegen verstanden. Ich musste einsehen, bei uns liegt Social Media in der Familie. Schon meine Oma konnte es.

Der Metzger hat es drauf

Dass Salesforce jetzt genau dieses Beispiel aufgreift, der Metzger, der seine Kunden kennt und auf sie eingeht, spricht mir aus der Seele. Dank Social Media und der unmittelbaren Möglichkeit der Kunden zu reagieren, ist der Kundenservice auf dem Weg „back to the roots“. Statt der größtmöglichen Zahl an Gesprächen pro Stunde pro Call Center Agent gerät die Kundenzufriedenheit wieder stärker in den Fokus. Denn ebenso wie unzufriedene Kunden öffentlich Sturm laufen, loben zufriedene Kunden öffentlich. Im besten Falll verteidigen sie sogar die Marke gegen „Angreifer“ und werden so zu Markenbotschaftern.

Service mit und ohne SoMe
Social Media Kundenservice bringt die Unternehmen wieder näher an ihre Kunden heran. (Quelle: Salesforce Whitepaper „Acht Schritte zur Transformation Ihres Kundenservices durch Social Media“)

Mit ihrem Whitepaper „Acht Schritte zur Transformation Ihres Kundenservices durch Social Media“ will Salesforce den Lesern das Konzept nahe bringen wie man Social Media nutzen kann, um seinen Kundenservice zu verbessern und effektiver zu nutzen.

In acht Schritten zum zeitgemäßen Kundenservice
  • Schritt 1: Ziele definieren und mit Ihren Unternehmensstrategien in Einklang bringen
  • Schritt 2: Social Media Strategie entwickeln
  • Schritt 3: Die bevorzugten Kanäle Ihrer Kunden nutzen
  • Schritt 4: Konversationen über die Branche im Blick behalten
  • Schritt 5: Leitfaden für Kundeninteraktionen erstellen
  • Schritt 6: Teams im Hinblick auf ihre Rollen und Pflichten schulen
  • Schritt 7: Wichtige Kennzahlen erfassen
  • Schritt 8: Neu­ und Bestandskunden mit Interaktionen Ihr Engagement zeigen

Was sich im Prinzip sehr einfach liest, bedarf einer guten Vorbereitung im Hintergrund, die allerdings kein Hexenwerk ist. Laut Edison Research erwarten 42 % aller Kunden in den sozialen Netzwerken eine Antwort auf ihre Fragen innerhalb einer Stunde. 67 % spätestens am gleichen Tag. Mittelfristig wird man also um die Integration von Social Media Angeboten in den eigenen Kundenservice nicht mehr herum kommen. Und je größer und komplexer das Unternehmen ist, desto wichtiger wird eine gute Koordination im Hintergrund. Die Person, die direkt mit den Kunden kommuniziert kann und muss nicht auf jede Frage eine Antwort haben, aber sie muss wissen, an wen sie sich mit welchem Thema wenden kann und darauf bauen, dass diese Personen ihr schnell und unkompliziert Informationen liefern. Wer dafür sorgt, muss sich um seine öffentliche Kommunikation mit Kunden keine Sorgen machen.

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Beim Social Media Kundenservice müssen die Kommunikationswege im Hintergrund sauber geklärt sein. (Quelle: Salesforce Whitepaper „Acht Schritte zur Transformation Ihres Kundenservices durch Social Media“)

Der Salesforce Leitfaden „Acht Schritte zur Transformation Ihres Kundenservices durch Social Media“ bietet dafür einen guten Einstieg für alle, die bisher zögernd an das Thema “öffentlicher” Kundenservice herangegangen sind.

Der Leitfaden steht zum kostenlosen Download bereit.

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Frank Bärmann: Social Media im Personalmanagement

Zeitungsannonce war gestern, “Social Media Recruiting und Co.” ist heute. O.K., so ganz stimmt das noch nicht, aber die Verschiebung ist definitiv sichtbar. Personaler müssen also reagieren. Doch welcher Kanal ist der richtige? Wo und wie findet man seine Zielgruppe und mit welchen Mitteln spricht man sie an? Frank Bärmann gibt mit “Social Media im Personalmanagement einen Überblick.

Personal, Recruiting, social media,  Management, Bärmann, Twitter, Xing, Facebook, Blog, WikiFrank Bärmanns Leidenschaft war und ist die PR. Schon früh hat er aber auch die aufkommende Diskussion um Social Media und Enterprise 2.0 verfolgt und hier einen weitere Leidenschaft entdeckt. So war es absehbar, dass er in den Unternehmen, die er beriet, auch auf die Möglichkeiten für das Personalmanagement in Social Media angesprochen werden würde.

In seinem 2012 erschienen Buch “Social Media im Personalmanagement – Facebook, Xing, Blogs, Mobile Recruiting und Co. erfolgreich einsetzen” gibt er einen guten Abriss über alle aktuellen Plattformen und Kanäle und zeigt ihre Vor- und Nachteile auf.

Weniger „Buzzword“, mehr „leicht  verständlich“

Dabei verzichtet er größtenteils auf Buzzword-Orgien, bleibt gut und leicht verständlich und macht sein Buch so auch zu einem guten Einsteiger-Werkzeug. Gleichzeitig bietet Bärmann erfahreneren Lesern einen kompakten Überblick und gute Tipps zum Umgang mit den jeweiligen Plattformen.

Dass nicht mehr alle beschriebenen Funktionen und aufgeführten Statistiken aktuell sind, liegt an der Schnelllebigkeit der Branche, die alle paar Wochen neue Verbesserungen aus dem Ärmel ziehen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Da “Social Media im Personalmanagent” aber sowieso nicht den Anspruch erhebt, eine Bauanleitung für fertige Karriereseiten oder Unternehmensblogs zu sein, tut dieser Punkt dem informativen Charakter des Buches keinen Abbruch.

“Social Media im Personalmanagement” – Alles in allem ein guter Einstieg für alle Personaler, die sich an den Social Media Hype herantasten wollen.

Danke an den Social Media Club Stuttgart, die dieses Buch verlost haben.

Frank Bärmann

Frank Bärmann hat an der RWTH Aachen BWL mit Schwerpunkt Marketing studiert. Heute sorgt er mit seiner Agentur in Unternehmen für eine größere Bekanntheit und bessere Sichtbarkeit. Zum Einsatz kommen neben klassischer PR auch Social Media und sonstige Online-Marketing-Werkzeuge.
Mehr über Frank Bärmann: http://conpublica.de/ueber-mich/

Buchinfo: Social Media im Personalmanagement, erschienen bei mitp, September 2012, 280 Seiten, Softcover, € 39,95, ISBN 978-3-8266-9200-0

BVCM jetzt mit Social Media Podcast

Podcast, Social Media, BVCM
Nicht verpassen: Der Social Media Podcast des BVCM. (Bild: BVCM CC-BY)

Der Bundesverband Community Management e.V. (BVCM) startet mit einer eigenen Social Media Podcast Reihe ins neue Jahr. In lockerer Expertenrunde wird das aktuelle Geschehen im Social Web gut nachvollziehbar diskutiert. Empfehlungen zu nützlichen Tools oder Weiterbildungsangeboten runden das Paket ab.

Die Informationsflut rund um die digitale Kommunikation wächst von Tag zu Tag. Trotzdem oder gerade deshalb wird die Verunsicherung in der Wirtschaft und bei Recruitern nicht geringer. Was hat tatsächlich eine solide Basis? Welche Informationen kommen von wirklichen, welche von selbsternannten Social Media Profis? Und was sind die vielen Weiterbildungs- und Beratungsangebote, die wie Pilze aus dem Boden schießen, tatsächlich im Alltag wert.

Mit diesen Themen beschäftigt sich auch der Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media, kurz BVCM. Sein Ziel ist es, „das Berufsbild „Community bzw. Social Media Manager“ weiter zu professionalisieren und eine entsprechende Wahrnehmung in der Wirtschaft für den Berufszweig zu schaffen“. Keine leichte, aber eine dringend notwendige Maßnahme.

Neu: Die BVCM Social Media Podcast Reihe

Seit Januar 2013 setzt der BVCM dazu unter anderem auf einen Social Media Podcast. Im drei- bis vierwöchigen Rhythmus diskutieren Experten des Verbandes das aktuelle Geschehen im Social Web anhand von Praxisbeispielen auf gut nachvollziehbare und unterhaltsame Weise. Gespart wird dabei auch nicht mit Weiterempfehlungen zu nützlichen Tools oder Fortbildungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Barcamps oder Fachtagungen.

Initiatoren und Stamm-Moderatoren des Podcasts sind:

  • Paul Baumann, Teamleiter Social Media bei der Dirk Rossmann GmbH und Mitglied des BVCM
  • Sascha Pfeiffer, Social Media Manager bei der expert AG und Mitglied des BVCM
  • Florian Stöhr, Leiter buw digital bei der buw digital GmbH, Vorstandsvorsitzender des BVCM

Und das sind die Themen der ersten Folge vom 22.01.2013

  • Stern TV: Der angebliche Datenklau von Apps
  • Die neuen Facebook-Richtinien für Bilder und Anzeigen
  • Graph Search
  • SocialBakers mit Länderstatistiken, bzw. Ausweisung der Fans pro Land
  • Das neue MySpace
  • Instagram baut ab
  • Das Facebook-Camp geht in die nächste Runde

Rund eine Stunde tauschten sich die Profis in entspannter Atmosphäre aus und hatten hörbar Spaß an ihrem Tun.

Der BVCM Podcast trifft auf offene Ohren

Dass das Format gut angenommen wird, zeigen die Zugriffszahlen. Über 500 Aufrufe verzeichnete der erste BVCM Social Media Podcast allein über den BVCM-Blog innerhalb der ersten Woche. Mitgerechnet sind nicht die Aufrufe über iTunes. Hier liegen leider noch keine Zahlen vor.

Die nächste Folge ist schon in wenigen Tagen geplant und wird wieder aktuelle Ereignisse der letzten Wochen aufgreifen. Wer sie nicht verpassen möchte, informiert sich entweder direkt über die BVCM-Seite oder folgt dem BVCM auf Facebook und  Twitter. Zu hören ist er natürlich auch über iTunes.

Ich bin schon gespannt.

 

Edit 03.02.2013: Seit heute ist der zweite Podcast online.

Die Themen:

  • #Aufschrei
  • CMAD
  • Der Blog-Beitrag eines grünen Politkers
  • YouTube: zukünftig Paid Channels?
  • Der Keks und das Krümelmonster
  • Das SternTV Experiment (Artikel)
  • Was macht eigentlich XING?
  • Facebook Admin-Spam

 

Darum bin ich beim BVCM

Wir brauchen viel mehr „Einfach so“ Tage

Welt- und Aktionstage sind nicht nur im Social Media Umfeld willkommene Aufhänger, wenn es sonst gerade nichts zu sagen gibt. Wie wäre es, diesen verbalen Ergüssen mal ganz real Taten folgen zu lassen? Taten, die anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Einfach so.

Soziales Engagement
Anderen öfter mal was Gutes tun. Einfach so Bild: Alexander Radeke CC-BY-NC-SA
Jeder hat seine Tage

Ich gestehe, ich habe mich gegen diese Welt- und Aktionstage bisher weitestgehend gesperrt. Umso erstaunter bin ich jetzt, WAS es da alles gibt. Welttage können politisch, religiös oder kulturell geprägt sein. Sie sind regional, national, international. Die UN hat ihre eigenen Tage – einmalig oder wiederkehrend. Dann sind da noch die Namens-, Geburts- und Gedenktage und – nicht zu vergessen – die Nonsens Tage.

Zu letzteren gehören zweifelsohne der Gegenteil Tag am 25. Januar, der Öffne drinnen einen Regenschirm Tag am 13. März oder der – vom Grundgedanken ja sinnvolle – internationale Hände-Waschtag am 05. 05. Übrigens gut zu merken, weil man an jeder Hand fünf Finger hat.

Tausche Cat Content gegen ein Lächeln

Aber ließe sich nicht – gerade im Social Media Umfeld – mit diesen Nonsens Tagen etwas Sinnbringendes anfangen? Etwas, was über das reine “Wisst ihr schon, heute ist XY-Tag?!” hinaus geht. Etwas, was anderen Menschen ganz real eine Freude macht. Einfach so.

  • Warum nicht am internationalen Puzzle Tag (29.02) die virtuelle Gefolgschaft dazu aufrufen, auf dem Speicher und im Keller nach nicht mehr genutzten Puzzles zu suchen, die dann Hilfsorganisationen vor Ort (z.B. Caritas) gespendet werden. Auch zu Kinder- oder Seniorenheimen kann Kontakt aufgenommen werden. Sicher freut man sich auch dort über gut erhaltenen Zeitvertreib. Gleiches gilt natürlich für den Buch- oder Spiel im Sand- oder Spielzeug Tag.
  • Am 25. März, dem Tag der Waffel, können in der Mittagspause für die Kollegen frische Waffeln gebacken werden. Sicher finden sich ein paar Leute, die Teig rühren und Waffeleisen anschleppen. Sowas kann man natürlich auch in eine Hilfseinrichtung (vielleicht Bahnhofsmission, Vesperkirche) übertragen.
  • Der internationale Anti Diät Tag (05.05.) kann als Anlass genommen werden, bei der regionalen Tafel nachzufragen, womit man hier unterstützen könnte. Ich gehe z.B. ein- bis zweimal pro Jahr meine Schränke durch und schaue, was ich aus einer Lust heraus mal eingekauft und dann doch nicht gegessen habe (natürlich nur haltbare Dinge) und bringe die “Beute” zur Tafel. Kleiner Aufwand, großer Nutzen.
  • Auch wenn der Welt Schneemann Tag (18.01.) bereits vorbei ist, baut doch mal einen Schneemann oder gleich eine ganze Schneefamilie vor den Fenstern eines Kinderkrankenhauses oder eines Seniorenheimes und bringt damit etwas Abwechslung in triste Wintertage.
  • Und warum nicht den Weltknuddeltag (21.01.) mit einer Free Hugs Session verbinden?

Am besten liefert ihr zu jedem call to action gleich einige Kontaktadressen mit. Dann ist der innere Schweinehund schneller überwunden.
Und weist auch darauf hin, dass man sich mit privaten oder öffentlichen Einrichtungen (Vereine, Verbände, Krankenhäuser, Heime usw.) vorher in Verbindung setzen sollte. Dann bleiben überflüssige Missverständnisse erspart.

Be social – einfach so!

Am allerliebsten beim Thema Welt- und Aktionstage wäre mir allerdings, wenn es viel mehr  Einfach so Tage (27. August) gäbe. Tage, an denen man ohne besonderen Anlass sich selbst und anderen eine kleine Freude macht.

To be social, auch in Social Media, ist nämlich viel einfacher als man denkt und hat noch ein paar positive Nebeneffekte, auf die ich in einem meiner nächsten Blogs eingehen werde.

Vielen Dank an dieser Stelle an Kleiner Kalender und natürlich Wikipedia für die umfangreichen Tage-Sammlungen.

Edit 23.01.2013: Für meinen ersten Einfach so Tag habe ich bei einem Pflegeheim in meiner Gemeinde nachgefragt, ob ich jemandem mit Büchern eine Freude machen kann. Auskunft in meinem speziellen Fall: Romane usw. werden weniger gelesen. Aber Bildbände oder z.B. bebilderte Reisebeschreibungen würden u.a. in der Beschäftigungstherapie eingesetzt. Mehr dazu folgt.

Community und Social Media Manager – die eierlegenden Wollmilchsäue

Junior Social Media Manager, Senior Community Manager, Social Media Consultant: Was genau unterscheidet sie? Dieser Frage hat sich der Bundesverband Community Management e.V. (BVCM) angenommen und fünf aussagekräftige Berufsbilder skizziert und voneinander abgegrenzt. Der Verband reagierte damit auf den steigenden Bedarf an Fachkräften und die große Unsicherheit in den Unternehmen.

Im Vergleich zum Community/Social Media Manager schiebt die eierlegende Wollmilchsau eine ruhige Kugel.(Bildquelle: http://kamelopedia.mormo.org/index.php/Eierlegende_Wollmilchsau)
Social Media Manager als eierlegende Wollmilchsau der digitalen Welt?
(Bildquelle: kamelopedia.mormo.org)

In den letzten Wochen habe ich mich notgedrungen häufiger mit Stellenanzeigen im Bereich Unternehmenskommunikation/Social MediaCommunity Management auseinandergesetzt als mir lieb war. Und ich muss sagen, ich habe eines gelernt: Die eierlegende Wollmilchsau ist Kinderfasching im Vergleich zu vielen Stellenbeschreibungen, die als Community oder Social Media Manager daher kommen.

Sie sind jung und brauchen kein Geld

Keine Ahnung woran es liegt, dass Personalverantwortliche einfach mal alle Features, die irgendwo im Haus fehlen, in diese Stellen packen. Auch wenn es sich bei Social Media Aktivitäten immer noch um einen jungen Markt handelt, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass Community und Social Media Manager weder Wolpertinger noch eierlegende Wollmilchsäue sind. Sie können weder im Dunklen sehen noch werden sie den Weltuntergang am 21.12.2012 aufhalten können. Wobei, falls die Welt dann doch nicht untergeht, hat sie es natürlich nur den Community und Social Media Managern dieser Welt zu verdanken. So!

Durchschnittliche Stellenbeschreibung (mit einem Augenzwinkern):

  • PR, Marketing, Kommunikationswissenschaften, BWL möglichst als Studium mit überdurchschnittlich gutem und schnellem Abschluss.
  • On Top noch fit in den gängigen Graphikprogrammen, PHP, HTML und CSS.
  • Natürlich auch in Eventmanagement, SEO, SEM und Sales.
  • Bloggen, Facebook und Twitter inklusive Monitoring und Reporting sind sowieso selbstverständlich.
  • Ebenso wie nachweisbare Erfolge in Strategieentwicklung, Projektmanagement und Personalführung.
  • Mindestens zwei Jahre Agenturerfahrung.
  • Deutsch, Englisch und bevorzugt noch zwei weitere Sprachen als Muttersprache.
  • Dabei kommunikationsstark, kooperativ, überdurchschnittlich engagiert, rund um die Uhr für den Job im Einsatz.
  • Strategisch-konzeptionell, redaktionell und operativ nicht zu toppen.
  • Und natürlich nicht älter als 25 bei unter 30.000 Jahreseinkommen.

Gegen die Featuritis in vielen Ausschreibungen ist die gleichzeitige Produktion von Eiern, Milch, Fleisch und Wolle tatsächlich Kinderfasching! Wer wirklich so breit aufgestellt ist, dass er gängigen Suchprofilen entspricht, der ist vor allem eines: Mittelmaß.

Woher kommt die Unsicherheit und der hohe Anspruch?

Zum einen herrscht in den Unternehmen unverändert große Unsicherheit in allem, was mit diesem ominösen „Social Media Zeugs“ zu tun hat. Zum anderen denken immer noch zu viele, nur weil sie seit einem Jahr private Facebook- und Twitter-Accounts haben, seien sie Social Media Experten. Auch wenn der Webentwickler „das Internet“ entwirft und der Marketingleiter schon seit 25 Jahren klassisches Marketing macht, sind sie deshalb nicht automatisch die geborenen Community und Social Media Manager. Dazu fehlen in den meisten Fällen die kommunikativen Stärken in Foren, Blogs, Netzwerken. Und das Ganze in Echtzeit. Dazu braucht es aber auch nicht zwingend ein Studium. Wir haben heute in Deutschland sehr erfahrene Leute, die mit dem Zukunftsmarkt Social Media mitgewachsen sind und sich so eine sehr hohe Expertise erworben haben.

Der BVCM bringt Licht ins Dunkel

Licht ins Dunkel bringt der Bundesverband Community Management e.V. (BVCM) mit seinen fünf klar abgegrenzten Berufsbildern. Unter anderem auf der Basis seiner Mitglieder, viele davon mit langjähriger Erfahrung im Social Media Umfeld, hat er die unterschiedlichen Kompetenzfelder skizziert. Ob Social Media Consultant, Junior Community Manager, Social Media Manager, die ausführliche Tabelle hilft bei der Suche nach dem richtigen Arbeitgeber bzw. Mitarbeiter gleich gut. Stellenausschreibungen können präziser gefasst werden und Bewerber können sich gegen unangemessene Forderungen seitens der Unternehmen besser abgrenzen.

Zu den Anforderungsprofilen an Social Media Berufsbilder

Gibt es bereits eine eigene Abteilung für die digitale Kommunikation, hilft das Social Media Governance Schema von BVCM-Mitglied Ben Ellermann bei der Strukturierung bzw. der Einbindung in den Informationsfluss des Unternehmens:

Social Media Berufsbilder im Governance Prozess. (Ben Ellermann)
Social Media Berufsbilder im Governance Prozess.
(Ben Ellermann)

Wie ich finde, ein guter Ansatz, um mehr Klarheit in den Stellenmarkt zu bringen. Denn schließlich soll die eierlegende Wollmilchsau im Social Media Geschäft nicht der Normalfall bleiben.

Übrigens, in den nächsten Tagen veröffentlicht der Bundesverband Community Management eine Umfrage zu den gängisten Berufsbezeichnungen im Social Media Umfeld.

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