Wo ist mein neuer Job im Qualitätsmanagement?

Die DIN EN ISO 9001:2008 und ich

Ich und Qualitätsmanagement? Ich und DIN Normen verinnerlichen? Never! Das war meine Aussage vor knapp zwei Monaten. Heute, nach guten drei Wochen Qualitätsmanagement sage ich: Die DIN EN ISO 9001:2008 ist richtig cool. Sie enthält alles, was ein Unternehmen braucht, um seine MitarbeiterInnen für beide Seiten wertsteigernd arbeiten zu lassen. Und um steigenden Kundenansprüchen gerecht zu werden.

Wo ist mein neuer Job im Qualitätsmanagement?Zum Thema „Qualitätsmanagment“ hatte ich bislang eine sehr gespaltene Meinung. Klar, ist mir die Bedeutung gleichbleibend hoher Qualität für Unternehmen und Dienstleistungen ein Begriff. Aber muss dafür alles genormt und ISO-zertifiziert sein? Und muss dafür jemand anderen hinterher schnüffeln und prüfen, ob die alles richtig machen? Davon habe ich nicht viel gehalten.

Weil ich von professionellem Qualitätsmanagement keine Ahnung hatte!

Vom „Qualitäter-Virus“ gepackt

Inzwischen, einige Wochen später, hat mich das „Qualitäter“-Virus gepackt. Zum ersten Mal habe ich mich in einer Weiterbildung intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt und siehe da: Coole Sache, die hervorragend zu meinem Denkschema passt.

Von wegen hinterher schnüffeln. Die Hauptarbeit liegt am Anfang. Und sie liegt nicht bei all denen, die eine Arbeit ausführen. Verantwortlich ist erst einmal die Leitung eines Unternehmens. Wird hier nicht klar formuliert, wie die Ziele aussehen sollen, kann niemand im Unternehmen dauerhaft Qualität produzieren.

Wenn man den Weg nicht kennt, ist jeder erste Schritt falsch

Wie jetzt? „Der Chef“ soll sagen, wo es lang geht? Das hat man von mir auch schon anders gehört, oder? Sich selbst organisierende Teams, Cloudwork, weniger Führungskräfte. Und jetzt finde ich top-down gut? Nein, tue ich nicht. Wer sagt, dass ein einsamer Geschäftsführer oder ein distanzierter Vorstand die Qualitätspolitik vorgeben muss? Ebenso gut kann man sich gemeinsam auf Unternehmensziele einigen, die man dann auch gemeinsam verfolgt.

Wurden diese Ziele festgelegt, gilt es sowieso, alle einzubinden. Wer hat Feedback von den Kunden? Was erwarten die von uns? Wie sieht es auf Mitarbeiterseite aus? Welche Prozesse hätte man schon längst verbessern soll, weil sie in der Tagesroutine einfach suboptimal laufen? Und welche Projekte würden MitarbeiterInnen gerne in Angriff nehmen, wenn man sie lassen würde? Wie können die zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess beitragen?

Traut euren MitarbeiterInnen mehr zu

Und wenn man gerade dabei ist, die Belegschaft zu befragen: Wie würden die ihre Arbeitsumgebung gestalten, damit sie Lust haben, konstant hohe Qualität zu erbringen? Welche Arbeitszeitmodelle wären sinnvoll, gerade dann, wenn aus Paaren Familien werden. Welche ergonomischen, sozialen und technischen Unterstützungen entlasten den Körper, damit er fit für die Regeneration in der Freizeit ist?

Welche Weiterbildung wird in den Teams benötigt, damit Aufträge kompetent und selbstbewusst abgearbeitet werden können? Die Ansprüche daran ändern sich ja permanent mit der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft . Ansprüche an Produkte und Dienstleistungen verändern sich immer schneller. Meist wissen diejenigen, die die einzelnen Schritte durchführen, ganz gut, was ihnen fehlt oder worauf sie sich vorbereiten müssen um für das nächste Jahr gerüstet zu sein.

Mein Denken war schon immer Qualität

Alles also Punkte, die selbstverständlich sind. Zumindest für mich. Denn wie ich in den letzten Wochen festgestellt habe, entspricht „Qualitätsmanagement“ genau dem, was schon immer mein Reaktion auf Fehler und Unzufriedenheiten war: Ich suche Lösungen. Nachhaltige Lösungen. Während in Besprechungen noch lamentiert wird, dass ein Fehler passiert ist und welche Auswirkungen er hätte haben können, sind meine Gedanken längst bei der Lösung des Problems. Wie können wir den Prozess so optimieren, damit dieser Fehler nicht mehr passieren kann. Wie schnell können wir ein Gitter über den Brunnen machen, damit kein weiteres Kind hineinfallen kann.

Ich war auch schon immer der Meinung, dass man MitarbeiterInnen besser in die Prozesse einbinden muss. Es mag ja schön sein, wenn man eine externe Unternehmensberatung heranzieht, die dann mit den Führungskräften und mit einzelnen, von diesen Führungskräften ausgesuchten Mitarbeitern, reden, ein realistisches Bild der Prozesse werden sie so nicht bekommen. Zumindest habe ich das so erlebt.

In einem anderen Leben oder wenn konstruktive Vorschläge Kritik sind

Aber das war zu einer anderen Zeit. Als Verbesserungsvorschläge aus dem Team noch als unerwünschte Einmischung und Anmaßung verstanden worden sind.  Als ich einen Anpfiff kassiert habe, weil ich auf eine Arbeitanweisung mit „Warum soll ich das machen“ geantwortet habe. Wenn die Chefin sage, man solle das machen, dann hätte man nicht zu fragen, warum man das machen solle. Klar, aber man muss doch wissen warum, oder etwa nicht?

Wie gesagt, es war zu einer anderen Zeit. Fast bin ich geneigt zu sagen: Es war in einem anderen Leben.

In meine Leben hier und jetzt hat das „Warum“ einen hohen Stellenwert. Nur wer weiß, warum er etwas macht, kann es dauerhaft gut machen und zur kontinuierlichen Verbesserung des Unternehmens beitragen.

Weil ich dazu beitragen will, Unternehmen nachhaltig noch besser zu machen, suche ich jetzt den passenden Partner, sprich UnternehmensleiterIn, um gemeinsam gute Qualität zu liefern. Bei Interesse also einfach melden.

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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