Fachkräftemangel: Wer Nachwuchs will, muss investieren

Der Fachkräftemangel in Deutschland sorgt schon jetzt für wirtschaftliche Einbußen. Vom einstigen Innovationsstandort keine Spur mehr. Gleichzeitig geht die Bereitschaft zurück, in den Nachwuchs von morgen zu investieren. Praktikanten, vor allem Schülerpraktikanten, werden als unnötiger Zeitfaktor angesehen, der die ohnehin knappen Ressourcen noch weiter schmälert. Initiativen wie MINT und #sharepassion4IT sagen diesem Missverhältnis den Kampf an. Wenn wir morgen Nachwuchs brauchen, müssen wir heute investieren, lautet das Credo.

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Bild: LieC / pixelio.de

Kein Tag an dem ich nicht über mindestens einen Artikel zum Thema Fachkräftemangel in Deutschland stolpere. Besonders hart trifft es angeblich die IT und das Ingenieurwesen, wobei das Handwerk auch schon lange Probleme hat, seine Lehrstellen zu besetzen.

Gleichzeitig suchen Schüler (Pflicht-)Praktika, werden aber reihenweise von den Unternehmen abgewiesen, weil die Betreuung von Schüler_innen zeitintensiv ist und auf den ersten Blick dem Unternehmen keinen Mehrwert bringt.

Langfristig denken

Schade, dass es meist bei diesem kurzsichtigen ersten Blick bleibt. Denn würde man genauer hinsehen, würde man erkennen, dass hier potenzielle Fachkräfte von morgen Einlass begehren.

Sicher ist es aufwändig, Schüler_innen zwei Wochen lang Einblick in ein Unternehmen zu geben. Sie ziehen Mitarbeiter_innen an anderer Stelle ab. Schließlich müssen sie ja betreut werden und irgendwer muss ihnen vermitteln, was sie da gerade sehen. Dadurch entstehen primär Kosten. Und ob sich daraus mittelfristig ein Nutzen erzielen lässt, ist ebenfalls unklar. Klar ist hingegen: Wenn man Jugendliche aus kurzfristigem Denken und Bequemlichkeit heraus pauschal abweist, wirbt man definitiv nicht für sein Unternehmen beziehungsweise für seine Branche. Welche Motivation sollten die Abgewiesenen später haben, sich genau in den Betrieben zu bewerben, wo man sie, als sie Hilfe bei der Suche nach einem Pflichtpraktikum brauchten, abgewiesen hat?

Sicher kann man das nicht pauschalisieren. Es gibt auch Unternehmen, sie sich sehr stark für den Nachwuchs engagieren. Es gibt aber auch viele, die sich auf den aktuelle den Fachkräftemangel berufen, um nicht in künftige Fachkräfte zu investieren (Wir haben eh schon zu wenig Leute, da können wir keine Praktikanten betreuen).

Gesucht: Ein Schulpraktikum für Malte

Gern gebraucht wird auch die Aussage, die Schüler_innen von heute seien nicht motiviert genug. Es fehle an Grundwissen und Kreativität. Mag sein. Auch diese Jugendlichen gibt es. Es gibt aber auch andere, die sehr fit und engagiert sind. Zum Beispiel Jana aus Saarbrücken, die als 12-Jährige die jüngste Rednerin beim SaarCamp 2013 war. Oder Malte, der gerne mal in der Spielebranche über die Schulter der Entwickler schauen würde, anstatt beim Friseur Haare zu fegen.  Dass es ihm an Engagement und Kreativität nicht mangelt, zeigt der 13-Jährige in seiner Bewerbung:

Erfreulicherweise gibt es aber zunehmend Organisationen, die diesen Missstand erkannt haben. Und es gibt politische Ansätze, diese Initiativen zu bündeln um ihnen mehr Gewicht zu verleihen.

#sharepassion4IT

So hat die EU europaweit zur „Großen Koalition für Jobs in der IT“ aufgerufen. CIONET in Deutschland, ein Netzwerk für Entscheider in IT-Anwenderunternehmen, hat daraufhin die Initiative #sharepassion4IT aus der Taufe gehoben. Tobias Frydman, Initiator von #sharepassion4IT und CIONET Geschäftsführer in Deutschland, will CIOs aus IT-Anwenderunternehmen motivieren, schon heute ein paar Stunden ihrer Zeit in die Fachkräfte von morgen zu investieren. Sie sollen jungen Menschen an Schulen und Hochschulen erzählen, weshalb sie das tun, was sie tun und warum sich eine IT Karriere vor allem in Unternehmen lohnt, die man auf den ersten Blick vielleicht nicht mit der Informationstechnologie in Verbindung bringt. Sie sollen mit ihrer Leidenschaft für ihren Job den Nachwuchs „infizieren“ und so nachhaltig dazu beitragen, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

MINT – Zukunft schaffen

Ebenfalls sehr ambitioniert ist MINT. Das Portal macht sich für Jobinitiativen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik stark. Es bündelt Angebote und vernetzt Anbieter und Interessenten um den Bestrebungen für mehr Nachwuchs in den MINT Branchen mehr Gewicht zu verleihen. Schirmherrin der Organisation ist die Bundeskanzlerin, Angela Merkel.

Es ist höchste Zeit, dass wir aktiv werden und das vorhandene Potenzial erkennen und fördern, statt nur über das zu jammern, was wir – noch – nicht haben. Aussitzen ist definitiv der falsche Weg, wenn es darum geht, den Wirtschaftsstandort Deutschland wettbewerbsfähig zu erhalten.

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Nachwuchs? Dafür haben wir keine Zeit!

Community Manager: Eine aussterbende Art?

Wer weiß, was ein Community Manager macht und wie er sich vom Social Media Manager unterscheidet? Obwohl an allen Ecken über Social Media und Communitys gesprochen wird, scheint der Community Manager immer weniger ein Begriff zu sein. So zumindest mein  Eindruck bei der letzten Social Media Night des Jahres am 05.12.2012  in Stuttgart. 

Die Social Media Night findet alle vier Wochen, immer am ersten Mittwoch des Monats im Mercedes Benz Museum Stuttgart statt. Veranstalter ist der Social Media Club Stuttgart unter der Leitung von Markus Besch.

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Community Manager: Vom Aussterben bedroht? Bild: René Vinke / pixelio.de

2011 hielt die letzte Veranstaltung des Jahres zusätzlich zu den üblichen Fachvorträgen noch ein paar zusätzliche Schmankerl bereit. Neben einem kurzweiligen Unterhaltungsprogramm zum Beispiel Thementische zu unterschiedlichen Schwerpunkten im Bereich Social Media. An jedem Tisch beantworteten Experten die Fragen interessierter Besucher.

Bei der letzten Social Media Night 2012 stand dieser Programmpunkt ebenfalls wieder auf dem Plan. Wie schon im vergangenen Jahr habe ich den Expertentisch zum Thema „Community Management“ betreut, dieses Jahr gemeinsam mit Aline vom Verdure Medienteam. Sehr viel zu tun hatten wir offen gestanden nicht. Teilweise lag das sicher daran, dass das Konzept nicht ganz selbsterklärend war. Mein Eindruck war aber auch, dass viele Gäste mit dem Begriff „Community Management“ nichts beziehungsweise nichts mehr anzufangen wussten. Während vor nicht allzu langer Zeit die Community noch in aller Munde war, scheint mit dem Siegeszug von Facebook auch ein sprachlicher Wandel einher gegangen zu sein. Heute ist alles Social Media und nicht mehr Community. Wird die Unterscheidung und das, was das Social in Social Media eigentlich ausmacht, zunehmend zum Steckenpferd der Insider?

Bedeutet das auch, dass der Community Manager ausstirbt? Wird er jetzt automatisch zum Social Media Manager? Betrachtet man sich diesbezügliche Stellenausschreibungen eingehender, bekommt man diesen Eindruck. Hier werden klassische Social Media Manager Positionen als Community Manager ausgeschrieben und umgekehrt. Kein Wunder, herrscht in diesem Bereich doch noch immer viel Unsicherheit in den Unternehmen, was sich unter anderem die Fortbildungs- und Consulting“industrie“ geschäftstüchtig zu Nutze macht.

Wie seht ihr das? Hat der Community Manager, zumindest dem Wortsinn nach, ausgedient? Und wo werden wir bezüglich der Berufsklassifizierung letztendlich landen? Wieder bei der Unternehmenskommunikation wie „früher“ auch?