Wissenschaftliche Studie: Die Beziehung zwischen Bloggern und Lesern

Uni Hohenheim_blog_umfrage

Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit führt Anja Briehl an der Uni Hohenheim derzeit eine Studie über die Beziehung von BloggerInnen und ihren LeserInnen durch. Ich habe bereits daran teilgenommen und bitte meine Leserinnen und Leser, Anja ebenfalls zu unterstützen, indem ihr den Onlinefragebogen ausfüllt. Danke schon jetzt für ein paar Minuten eurer Zeit.

Anja Briehl braucht eure Unterstützung. Die Studentin der Empirischen Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim will ihre Abschlussarbeit über die Beziehung von BloggerInnen und LeserInnen schreiben und hat dazu getrennte Onlinefragebögen für Bloginhaber und Leser verfasst. Ich habe meinen schon bearbeitet. Jetzt seid ihr dran.

Zum Fragebogen für meine LeserInnen

Bitte nehmt euch ein paar Minuten Zeit, laut Anja ca. 15, und beantwortet ihre Fragen. Mein Fragebogen und eure Fragebögen werden dann anonymisiert (gemeinsame ID) zusammengeführt und ausgewertet. Deshalb ist es auch sehr wichtig, dass ihr den Link nicht an LeserInnen eures eigenen Blogs oder andere Leute weitergebt, die meinen Blog nicht lesen. Wenn ihr mit eurem Blog ebenfalls teilnehmen möchtet, findet ihr am Ende des Fragebogens Hinweise, wie das funktioniert.

Unter allen Teilnehmern der Leserbefragung werden 25 Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 20 Euro verlost.

Warum ich diese Umfrage unterstütze

Ich blogge seit vielen Jahren leidenschaftlich gerne. Und ich interessiere mich für Blogger-Relations. Mit dem Verhältnis zu meinen LeserInnen habe ich mich offen gestanden noch nie näher befasst, deshalb fand ich das Thema sofort spannend. Und ich bin sehr gespannt auf des Feedback von Anja Briehl, das voraussichtlich im April 2015 kommen wird.

Bitte unterstützt diese Umfrage. Ich denke, hier wird ein Thema angegangen, dass jeden von uns interessiert.

Wissenschaftliche Studie der Uni Hohenheim

So wünsche ich mir Blogger-Relations – Blogparade für Auftraggeber und BloggerInnen

So wünsche ich mir Blogger-Relations. Eine konstruktive BlogparadeBloggerInnen beschweren sich über fehlende Rückmeldungen und mangelnden Respekt seitens der Auftraggeber. Auftraggeber beschweren sich über mangelnde Professionalität und überzogene Ansprüche seitens der BloggerInnen. Aber was genau wollen beide Seiten? Wie wollen sie angesprochen, behandelt, bedient werden? Das möchte ich in dieser Blogparade wissen.

Wie fast immer, wenn zwei „Fronten“ aufeinander prallen, wird es destruktiv. Statt klar zu formulieren, was man wie haben möchte und so konstruktiv voneinander zu lernen, wird nur das „So nicht!“ auf den Tisch gepackt. Der Ton wird schnell aggressiv und der Disput bringt am Ende niemanden weiter. Mich stören die immer neuen und doch immer gleichen Diskussionen, die immer wieder zu nichts führen.

Deshalb möchte ich in dieser Blogparade lesen, wie ihr euch die Zusammenarbeit wünscht. Konstruktiv. Mit Anregungen, die allen helfen und ohne „xy geht ja mal überhaupt nicht“, „wie kann man so blöd sein“, „das ist ja unverschämt“, usw..

Los geht’s:

  • Wie wollt ihr – BloggerInnen wie Auftraggeber – inhaltlich angesprochen/angeschrieben werden?
  • Wie wünscht ihr euch die Kontaktaufnahme? (Kommunikationsweg, Tonfall, Du/Sie)?
  • Was genau erwartet ihr, wenn ihr per E-Mail kontaktiert werdet?
  • Was genau erwartet ihr bei Suchen/Angeboten in Bloggergruppen, z.B. auf Facebook?
  • Welche Informationen erwartet ihr in Ausschreibung bzw. Bewerbung?
  • Nach welcher Zeit erwartet ihr ein (Zwischen-)Feedback bzw. ?
  • Was wünscht ihr euch für Kenntnisse bezüglich Kennzahlen, Reichweite, Zielgruppe von den Auftraggebern?
  • Was wünscht ihr euch für Kenntnisse bezüglich Wirtschaftlichkeit, Zielgruppe, Qualität von den BloggerInnen?
  • Wie sieht es mit der Honorierung aus? Was sind da eure Kriterien?
  • Best Practise: Was hat warum besonders gut geklappt bzw. euch besonders gut gefallen?

Kurz gesagt: Diese Blogparade soll alle Beiträge sammeln, die sich konstruktiv mit dem Thema Blogger-Relations befassen. Mit dem „So sollte es sein, so wünsche ich mir den Kontakt/die Zusammenarbeit“. Und nur die. Denn wie es nicht sein soll, können wir an allen Ecken und Enden lesen, aber das bringt niemanden wirklich weiter, sondern wirkt sich nur negativ auf die Beziehungen aus. Übrigens, ihr müsst natürlich nicht alle Fragen beantworten. Das waren nur ein paar Themen, die mir spontan durch den Kopf gegangen sind und die als Anregung dienen sollen.

Die Formalien

Eingeladen zur Blogparade: BloggerInnen, Video-BloggerInnen, Instagrammer, usw. und natürlich alle, die Kontakt zu BloggerInnen aufnehmen wollen.

Laufzeit: Bis einschließlich 07.12.2014 Verlängert bis 06.01.2015

Procedere: Schreibt euren Blogpost und bezieht euch darin auf die Blogparade. Setzt den Link dazu in die Kommentare zu diesem Beitrag.

Ziel: Ich werde alle Blogposts, die den Kriterien entsprechen, auswerten und für uns alle einen kleinen Leitfaden zusammenstellen, wie sich Blogger-Relations entspannter gestalten lassen.

Anmerkung: Unternehmen, die keinen eigenen Blog haben oder die der Meinung sind, das Thema passt nicht in ihren Corporate Blog, dürfen mir ihr Feedback auch gerne per E-Mail schicken oder es in den Kommentaren veröffentlichen.

Ich freue mich auf eure Vorstellungen und Wünsche!

Übersicht der Beiträge:

  1. Torsten Maue in „Torstens privater Blog“: Die optimale Bloggerrelationsaktion für mich
  2. Yasmin in „Die Rabenmutti“: Bloggerrelations aus zwei Perspektiven im Freitagsgedanken
  3. Stefan Graf in „My Life 2.0“: Blogger-Relations
  4. Jasmin Collet in „Folge deinem Herzen“: Weißt du, was du willst? Mein Beitrag zur Blogparade Blogger-Relations
  5. Kristina auf „Fullspeedmedia“: Blogger Relations – Ein Wunschkonzert
  6. Venda auf „Zuckerwerkstatt“: So wünsche ich mir Blogger Relations
  7. Ulrike auf „Küchenlatein“: Blogparade Blogger-Relations
  8. Hallimash-Blog: Die Sichtweise eines Auftraggebers
  9. Snoopsmaus auf keepmeposted.de: So wünsche ich mir Blogger Relations
  10. Michelle auf MuseumsGlück: Blogger Relations | 5 einfache Grundregeln

Vor ziemlich genau einem Jahr hat sich Mike Schnoor bereits ausführlich mit dem Thema Blogger Realtions befasst. Der Hinweis auf diese Aktion darf bei meinem Aufruf natürlich nicht fehlen.

Blogger Relations mal umgekehrt

Um die Kontaktaufnahme zur deutschen Blogszene wird viel geredet, dabei ist es eigentlich ganz einfach. Wenn man die andere Seite so anspricht, wie man selbst angesprochen werden möchte, also keine Massenmails, keine völlig überzogenen Ansprüche und mit etwas Mühe bei der Auswahl im Vorfeld, dürfte nichts schief gehen. Um für diese Punkte etwas zu sensibilisieren, habe ich Anschreiben, wie sie regelmäßig bei Bloggern eingehen, einfach mal umformuliert. Vielleicht wird so manche Reaktion auf „eigentlich gute gemeinte“ Anfragen dann verständlicher.

Blogger, Relation, Kooperation, Unternehmen, Kontaktaufnahme, Kontakt, aufnehmen
Irgendwer wird schon anbeißen!

Über Blogger Relations, also den „richtigen“ Umgang mit Blogger_innen wurde schon viel geschrieben. Vernachlässigen wir mal die Tatsache, dass bei der Vielschichtigkeit der deutschen Blog-Landschaft nur schwer von „richtig“ und „falsch“ gesprochen werden kann, bleibt dennoch das Problem des bestmöglichen Umgangs miteinander.

Mein Eindruck ist, dass hier Blogger und Anbieter zu oft einfach nicht die gleiche Sprache sprechen. Zur Veranschaulichung, wie Missverständnisse zustande kommen, versuche ich, einige Anfragen einfach mal umzudrehen.

Hallo, ihr Produkt gefällt mir

Stellen sie sich vor, in ihrem Unternehmen geht folgende Anfrage ein:

Hallo,

ich habe mir ihr Unternehmen angesehen und muss sagen, ihr Produkt gefällt mir sehr gut. Schicken sie mir doch bitte auf ihre Kosten ein Exemplar zu und schreiben sie auf ihrer Website direkt unter dieses Produkt, dass ich das habe. Verlinken sie diesen Eintrag bitte zu meinem Blog. Ich mache dann auch einen Aufkleber auf ihr Produkt, dass es von ihnen ist.

Vielen Dank

Ulrike

Ja, ich weiß, dass auch sie genau solche Schreiben erhalten, aber mal ehrlich: Kommen sie solchen Anfragen nach? Egal, ob sie Pralinen herstellen oder Waschmaschinen? Wohl kaum. Da geht es uns Blogger_innen nicht anders. Bei uns lesen sich solche Anfragen so:

Hallo,

ich habe mir ihr Blog angesehen und es gefällt mir gut. Bitte schreiben sie doch einen Artikel über unser Produkt, in dem folgendes enthalten ist:

  • ein Foto, das wir ihnen zuschicken und das sie zu unserem Produkt verlinken
  • einen Text (ca. 400 Wörter), in dem sie mindestens acht Mal den Namen unseres Unternehmens und unseres Produktes erwähnen und zu unserem Unternehmen verlinken

Natürlich werden wir auch irgendwo auf unserer Seite zu ihrem Blog verlinken.

Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.

Mit freundlichem Gruß

Marketing

Im Normalfall wandern solche Anfragen bei mir auf direktem Weg in den Papierkorb. Gelegentlich schaue ich mir aber auch erst an, um welches Produkt es denn überhaupt geht. Auch wenn ich grundsätzlich vieles interessant finde und auch mal über Themen blogge, die nicht 100% in meinem Blog-Schwerpunkt liegen, haben meine beiden Blogs doch klare Ausrichtungen. „Ulrike kommuniziert“ befasst sich überwiegend mit dem digitalen Arbeiten, „Leselustich“ mit allem, was mir sonst so Spaß macht. Hauptsächlich werden hier Bücher besprochen, aber es gibt auch einiges rund ums Kochen und Backen, sowie ums Reisen. Wie kommt dann jemand, der sich angeblich meinen Blog (welchen davon?) angesehen hat, auf die Idee, ich könnte eine Reichweite bei Versicherungsnehmern, Hausrenovierern oder Autotunern haben?

Ich bin noch klein und will deshalb nur mit den Großen spielen!
Blogger, Relations, Kontaktaufnahme, Kontakt, aufnehmen, Blog Unternehmen
Also, ich will… David und Goliath 2.0

Grundsätzlich ist ja richtig, seine Erwartungen aneinander klar und deutlich zu formulieren. Nur verlangen hohe Erwartungen eben im Normalfall nach angemessenen Gegenleistungen. Auch hierzu ein Beispiel zur Verdeutlichung:

Hallo,

seit etwa vier Wochen blogge ich. Mein Blog ist zwar noch ganz klein aber jeder Artikel ist mit extrem viel Sorgfalt gestaltet. Deshalb wünsche ich mir, dass ihn bald ganz viele Menschen kennen. Sie können mir dabei helfen, wenn ihr Unternehmen zu den führenden DAX-Unternehmen gehört oder sie zum Beispiel sehr hochwertige und bekannte Marken führen. Schicken sie mir doch einfach ihre Produkte zu und sie bekommen auch einen Platz in meinem Blog. Um welche Produkte es sich handelt, ist dabei egal. Hauptsache, sie sind hochwertig, bekannt und begehrt.

Vielen Dank, dass sie kleinen Bloggern mit wenig Geld helfen groß zu werden!

Mit freundlichem Gruß

Ulrike

Klingt recht „anspruchsvoll“? Stimmt. Das sehe ich genauso. Und doch passiert genau das. Es kling auf Bloggerseite nur anders. Zum Beispiel so:

Hallo,

wir sind ein sehr junges Unternehmen und stellen ganz leckere Bonbons her. Neben hochwertigen Zutaten steht bei uns traditionelle Handarbeit hoch im Kurs. Jetzt suchen wir Produkttester, Blogger und Youtuber, die unsere Bonbons probieren wollen. Dabei sind uns neben dem eigentlichen Testbericht deine SM-Kanäle sehr wichtig. Du solltest bspw. viele Comments, Likes, Teilungen haben und gleich mehrere Kanäle bedienen–> Facebook (mind. 1800 Likes), Twitter (mind. 750 Follower), GooglePlus, Instagramm (mind.850 Abos), Youtube (mind. 2100 Abos). Grundsätzlich sind wir für verschiedene Formen der Kooperation offen, die gängige Herangehensweise ist der Produkttest, für den wir ein kleines Musterpaket bereitstellen. Wir freuen uns auf deine Rückmeldung.

Viele Grüße

Die Bonbon Macher

Hier scheint auf den ersten Blick das Missverhältnis zwischen Angebot und Anspruch doch sehr deutlich zu sein. Grundsätzlich rate ich allen, in solchen Fällen nachzufragen, wie die Zusammenarbeit genau aussehen soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit der gewünschten Reichweite diese für eine Tüte Bonbons nutzt, ist gering. Selbst dann noch, wenn jedes Bonbon blattvergoldet ist oder ewige Jugend verspricht.

Viel hilft nicht immer viel

Andererseits gibt es sicher Bonbonfans, die sich für eine Probepackung der süßen Leckerei gerne an die Tasten oder hinter die Kamera setzen, aber die oben erwähnten Reichweiten wird man hier oft vergeblich suchen. Was auch überhaupt nicht schlimm ist, denn Süßigkeitenfans sind mit Sicherheit mit anderen Süßigkeitenfans vernetzt. Es kann also gut sein, dass diese kleineren Blogs in der gewünschten Zielgruppe eine deutlich höhere Reichweite haben, als ein bekannter Name der Foodblogger Szene.

Mir ist bewusst, dass auf auch Unternehmensseite genau solche sinnlosen Anfragen wie oben beschrieben eingehen. Meist dann im Stil „Schicken sie mir mal einfach was zu. Ich teste alles!“. Solche „Blogger“ haben bloggen mit schnorren verwechselt und werden auch in der Bloggerszene nicht gerne gesehen bzw. nicht ernst genommen. Ebenso wenig, wie sie sie ernst nehmen werden.  Aber wenn wir doch alle wissen, was wir NICHT wollen, finden wir garantiert auch eine Lösung, wie wir so aufeinander zugehen, das sich alle dabei gut fühlen können! Für mich heißt diese Lösung: Respekt.

Und ja, dieser Blogpost kann gerne mit Humor genommen werden.