TGIF war gestern, TGIM FTW!*

30 junge Akademiker aus 25 Disziplinen gründen eine 2009 Agentur. Alle sind gleichberechtigt. Einen Chef oder eine Chefin gibt es nicht. Geht nicht? Doch, geht bei Dark Horse Innovation sehr wohl. Und zwar mit wachsendem Erfolg.

Thank God it's Monday, TGIM. Dark Horse, new WorkWer mich kennt, weiß, dass eines meiner Steckenpferde das Thema “Wie arbeiten wir in der Zukunft” ist. Und zwar weniger in der Theorie denn in der Praxis. In der digitalen Welt, in der ich arbeite, unterliegt die Strategie permanenter schneller Veränderung. Abgesehen davon, dass ich diese Veränderung sehr mag, bekomme ich dadurch auch neue Trends im Arbeitsleben meines Netzwerkes früh mit.

Während sich die Literatur zu den Arbeiten in der Zukunft Themen in den letzten Jahren in vagen Hinweisen, dass ETWAS getan werden müsse, erging, wird es seit 2014 zunehmend konkreter. Miriam Specht, Inhaberin von Yellow Frog und Board Mitglied der bwcon New Work Gruppe hat in Stuttgart zum Beispiel neue Wege in der Potenzial Analyse etabliert.

In Berlin lebt Dark Horse Innovation Agentur ihr Modell von Zukunftsarbeit. Ein Modell, dass ich wegweisend für die Zukunft sehe und das vor allem für diejenigen ein harter Brocken sein wird, die großen Wert auf Hierarchien und ihren Aufstieg darin sehen.

Wer oder was ist Dark Horse Innovation?

Dark Horse Innovation, das sind 30 junge Akademiker aus 25 Fachbereichen, die sich aus dem Studium Design Thinking kennen. 2009 haben sie eine Agentur gegründet. Eine Agentur mit 30 gleichberechtigten Gründern.

30 Häuptlinge und keine Indianer? Wie soll das denn klappen?

Ich wette, diese Frage stellen sich jetzt die ersten Leser. Dabei klappt das ganz einfach. Nämlich dann, wenn es keine Unterscheidung in Häuptling und Indianer mehr gibt. Wenn alle ein gemeinsames Ziel verfolgen und gemeinsam ihre Kräfte und Erfahrungen bündeln, um dieses zu erreichen. Wenn alle Chef sind und gleichzeitig niemand.

Kein einfacher Weg, wie sie in ihrem Buch Thank God it’s Monday offen darlegen. Denn auch in ihrem Modell muss das individuelle Einkommen geregelt, die Spülmaschine ein- und ausgeräumt und Klopapier gekauft werden. Inspiration gab unter anderem das Klosterleben, das das Individuum so weit als möglich achtet, gleichzeitig die Gemeinschaft lebt und von wirtschaftlichen Aspekten bestimmt wird.

Es gab Streit und Unruhe aber man hat sich immer wieder zusammegerauft und weiterentwickelt. Aus den “30 Spinnern” ist längst eine ernstzunehmende Agentur geworden, die von namhaften Kunden gebucht wird.

Erfolgreich durch Vielfalt und Mut

Durch die breite Aufstellung – wir erinnern uns, 30 Leute aus 25 Disziplinen – finden sich je nach Anforderung immer neue Teams zusammen. Man respektiert sich gegenseitig, lernt voneinander und entwickelt so innovative Herangehensweisen, wie sie in Agenturen mit Silo-Struktur nur schwer umzusetzen wären. Gleichzeitig wird die interne Struktur von Dark Horse Innovation immer häufiger zum Gegenstand von Anfragen.

Kurz gesagt: Dark Horse Innovation ist erfolgreich und wer ihr Buch liest, versteht auch, weshalb. Sofern er oder sie bereits das passende Mindset dafür hat.

Ja, aber…

In einem Punkt widerspreche ich den Dark Horse Innovators aber ganz entschieden. Sie sagen, sie haben dieses Buch für ihre Generation, die Generation Y, geschrieben. Um zu erklären, welche neuen Ansprüche diese in die Arbeitswelt bringt. Und auch um ihren Eltern zu erklären, was sie da genau treiben.

In meinem Umfeld ist es aber aktuell gerade diese Elterngeneration, die aus dem Hamsterrad ausbricht. Die sich mit Mitte/Ende 40 eine Auszeit nimmt und die berufliche Zukunft komplett neu überdenkt. Bewusst und geplant. Und die sehr viel Mut hat, die vermeintliche Sicherheit zugunsten eines erfüllten Arbeitslebens über Bord zu werfen.

TGIF war gestern, TGIM (Thank God it’s Monday) ist für viele von uns bereits heute.

Herzblut statt Burnout heißt das Motto der Zukunft.

* TGIF = Thank God it’s Friday, TGIM = Thank God it’s Monday, FTW = For the win!

Dark Horse Innovation

Dark Horse Innovation – das sind 30 junge Gründer aus 25 unterschiedlichen Disziplinen, die sich 2009 mit einer Innovationsberatung in Berlin selbständig machten. Sie sind Akademiker vom Ingenieur über die Betriebswirtin und die Philosophin bis zum Designer. In ihrer Agentur entwickeln sie innovative Produkte und Services für und mit Konzernen, Mittelständlern und NGOs und gestalten den arbeitskulturellen Wandel.

Buchinfo: Thank God it’s Monday von Dark Horse Innovation, erschienen bei Econ, September 2014, 208 Seiten, € 16,99, ISBN-13 9783430201711

Hot Mamas: Baden-Württembergs vermutlich schärfster Arbeitgeber #PlaceToBW

Baden-Württemberg ist richtig scharf! Wer kulinarische Abenteuer sucht und dabei bis an die Grenzen geht, sollte es mal mit Hot Mamas Chili Saucen versuchen. Nur eines von vielen Unternehmen, die das Genießerland Baden-Württemberg so spannend machen.

placetobw, bw-jetzt, visitbawu, Genuss, Tour,  Pforzheim, Chili, Sauce, Soße, scharf
Ralf Nowak, Gründer von Hot Danas, im stilechten Chili Polizei Outfit.
(Foto: Tilo Hensel im Daimler-Blog)

Baden-Württemberg ist cool. Mit einer kleinen Einschränkung. Rund um die Goldstadt Pforzheim herum wird es sehr sehr hot! Denn hier produzieren Ralf Nowak und seine Mitarbeiter ihre Chili Saucen.

Schon von weitem fällt die Manufaktur Hot Danas, so lautet der Firmenname, im ansonsten unspektakulären Gewerbegebiet auf. Denn vor keinem anderen Unternehmen parkt die Polizei. Die Chili Polizei! Im schwarz-weißen US-Design. Damit fährt das Team in Supermärkten vor und verkostet seine Saucen an mutige Tester. Natürlich stilecht in amerikanischer Polizei-Uniform. Wer sie übersieht, hat Tomaten auf den Augen.

Ausgewählte Zutaten, schonende Handarbeit

Die wären allerdings besser in den beiden Ketchup Varianten aufgehoben. Vorausgesetzt sie gehören zu den Besten ihrer Sorte, denn etwas anderes kommt den Hot Mamas nicht in die Tüte, bzw. den großen Kochtopf. Ja, genau, in den Kochtopf. Denn bei Ralf Nowak steht Handarbeit ganz hoch im Kurs. Und genau das unterscheidet Hot Mamas von anderen Anbietern.

placetobw, bw-jetzt, visitbawu, Pforzheim,  Chili, Sauce, Soße, scharf, Ketchup, BBQ, Barbecue
Gleich tonnenweise werden die Chilis importiert. (Foto: Tilo Hensel im Daimler-Blog)

Durch die sorgfältige Auswahl und Aufbereitung der Zutaten – z.B. werden tonnenweise Chilischoten von Hand aufgeschnitten und penibel alles entfernt, was nicht in die Sauce soll – und die schonende Zubereitung kann komplett auf Geschmacksverstärker, Konservierungsstoffe und sonstige Zusätze verzichtet werden.

Auch bei der Abfüllung legt die Hot Mamas Crew noch richtig Hand an. Zwar gibt es seit einiger Zeit eine Abfüllanlage für die Standardflaschen, aber versiegelt wird immer noch von Hand. Sondergrößen wie die neuen Kennenlern-Packs werden unverändert komplett von Hand befüllt, etikettiert und versiegelt.

Ralf Nowak war auf der Suche nach der wahren Schärfe

38 Jahre Entwicklungsarbeit stecken im Hot Mamas Sortiment. Denn Koch und Küchenchef Ralf Nowak war keine scharfe Sauce, die er in seiner Kochkarriere in die Finger bekam, wirklich recht. Die einen waren nur scharf, hatten kein Aroma mehr. Die anderen waren zu sauer. Die nächsten wieder zu sanft. Also begann er selbst zu experimentieren.

Als er dann endlich SEIN bestes Rezept hatte, ging es an die Vermarktung und hier erntete Ralf Nowak ein Nein nach dem anderen. Zu scharf, zu unbekannt, zu speziell. Erst eine “Guerilla” Aktion auf einer Messe brachte den Durchbruch. Nowak und Team wurden ihre Saucen aus den Händen gerissen und siehe da, plötzlich standen die Einkäufer, die vorher den Kopf geschüttelt haben, vor der Tür.

placetobw, bw-jetzt, visitbawu, chili, soße, sauce, scharf, sauscharf, painmaker, ketchup, bio, manufaktur, handarbeit
Hot Danas hat den vermutlich schärfsten Sixpack der Welt. Und ja, der Totenkopf macht mir etwas Angst. (Foto: Ulrike Rosina CC-by-sa)

Inzwischen wurde das Sortiment deutlich erweitert. Neben den unterschiedlichsten Chili Saucen wird Ketchup und Barbecue produziert und vertrieben.

 

Baden-Württemberg ist scharf! Und eine gute Region zum Leben, Lernen und Arbeiten. Ich muss es wissen, denn ich bin vor 25 Jahren zum Studieren hergezogen und möchte inzwischen nicht mehr weg.

Die Hot Danas GmbH in Pforzheim war eine Station der #PlaceToBW Genusstour vom 07. bis 09. Oktober 2014.

Wer mehr über Baden-Württemberg, das Land, die Leute und die Arbeitsmöglichkeiten wissen möchte, findet auf BW-jetzt und beim Urlaubsland Baden-Württemberg reichlich Anregung und ein offenes Ohr für alle Fragen.

Ohne uns – Die Generation Y und ihre Absage an das Leistungsdenken

Mit “Ohne uns – Die Generation Y und ihre Absage an das Leistungsdenken” bringt Ursula Kosser auf den Punkt, was derzeit in unserer Gesellschaft passiert. Nicht nur der “Nachwuchs” der Jahre 1980 bis 1995 verweigert sich zunehmend den Karriere-Idealen ihrer Vorgänger-Generation, auch immer mehr Mitglieder dieser Vorgänger-Generation selbst tun es. Sie drücken den “Opt-Out-Button” für mehr Lebensqualität und gegen einschlägige Karrierewege.

Generation Y, Millenial, Digital, Native, Einstellung, Arbeit, ZukunftUrsula Kosser, Jahrgang 1958, hat sich des Y-Problems angenommen. Als Mutter einer 18-jährigen Tochter und Chefin vom Dienst bei RLT und n-tv in München ist sie prädestiniert, diese Generation ins Visier zu nehmen. Schließlich hat sie nicht nur ein Exemplar dieser Spezies – okay, theoretisch schon Generation Z, aber da verändert sich meiner Meinung nach nicht mehr so viel – groß gezogen, sondern sie arbeitet auch tagtäglich mit ihnen.

Dabei fällt es ihr nicht immer leicht, zu akzeptieren, dass Werte wie Emanzipation und Karriere, für die sie selbst noch auf die Straße gegangen ist, in der Generation der nach 1980 Geborenen keine große Rolle mehr spielen. Einfach weil sie für die Generationen nach uns (ich bin 1963 geboren) selbstverständlich sind. Ich weiß, es gibt auch Ausnahmen, aber gab es die nicht immer? Während wir gegen Pershing demonstriert haben, saßen andere unserer Generation gemütlich daheim in der Küche und haben Kartoffeln geschält. Warum sollte das heute anders sein.

Andere Werte sind anders, nicht besser oder schlechter

Fakt ist, wir werden mit einer Generation konfrontiert, die völlig andere Werte hat als wir und diese sind nicht besser oder schlechter als “unsere”, sie sind einfach nur anders. Wer daheim erlebt hat, dass dem Karrierestreben eines Elternteiles alles andere untergeordnet wurde, dass die Familie nicht selten daran zerbrochen ist, für den ist dieses Karrieremodell nicht erstrebenswert. Warum auch? Weshalb sollte man sich freiwillig in ein System begeben, in dem Burnout und Herzinfarkt mit 45 als Statussymbole gesehen werden? Und damit stehen sie inzwischen nicht mehr alleine da. Immer mehr Menschen verweigern sich diesen veralteten Strukturen, gehen auf der Karriereleiter freiwillig eine Stufe zurück, wenn sie merken, dass die Arbeit sie sonst auffrisst. Oder sie nehmen sich gezielt eine Auszeit, um sich in Ruhe Gedanken darüber zu machen, wo sie eigentlich hin wollen.

Stefan Keuchel drückt den „Opt-Out“-Button

Prominentes Beispiel hierfür ist aktuell Stefan Keuchel. Für mich und viele andere DAS Gesicht von Google. Seit genau 10 Jahren arbeitet er bei dem Suchmaschinen-Giganten, hat die schnelle Entwicklung mitgemacht und sehr persönlich kommentiert. Stefan Keuchel war ein Pressesprecher zum Anfassen und hat mit Sicherheit eine Karriere hingelegt, um die ihn so manch einer beneidet. Und was tut diese Social PR Ikone? Er nimmt eine Auszeit, oder wie man es heute nennt: ein Sabbatical. “um auch mal mit mehr Abstand die Dinge zu betrachten”. Dabei schließt er weder aus, dass er zu Google zurückkehren wird, noch dass seine Wege ihn anschließend in ganz andere Richtungen führen.

Stefan Keuchel ist nur ein Beispiel für Menschen, die sich “im gesetzten Alter” neu orientieren. Zu diesem Schluss kommt auch Ursula Kösser. Längst sind es nicht mehr nur die “Jungen”, die sich dem Leistungsdenken verweigern. In ihrem Umfeld tummeln sich zunehmend “Opt-Out“ Menschen, die ihr Leben zu einem Zeitpunkt hinterfragen, an dem es noch vor wenigen Jahren zu spät für einen Richtungswechsel war. Eine Tatsache, die es ihr leichter macht, die Beweggründe der Millenials zu verstehen, die positiven Ansätze darin zu sehen und letztendlich das eigene Leben zu hinterfragen..

Über die ominöse Generation Y habe ich schon vieles geschrieben, noch viel mehr gelesen und ich kann nur jedem, der mit Unternehmensentwicklung zu tun hat, empfehlen, das ebenfalls zu tun. Denn wir werden um die Einflüsse, die diese Generation auf unser gesamtes gesellschaftliches Leben nehmen wird, nicht herum kommen. Dabei möchte ich Generation Y nicht ausschließlich auf die sogenannte Alterskohorte beziehen, sondern auf alle, die schon heute so ticken, wie die “Klischee-Ys”.

Pflichtlektüre für Babyboomer und Co.

“Ohne uns – Die Generation Y und ihre Absage an das Leistungsdenken” von Ursula Kosser sollte zur Pflichtlektüre für Babyboomer und Co. werden, die immer noch nicht verstanden haben, dass mehr und mehr Menschen auf dem Vormarsch sind, die nicht NICHTS tun wollen, sondern die ES anders tun wollen, als MAN es schon immer gemacht hat. Nämlich so, dass es jedem Einzelnen gut damit geht.

Ich habe ich mich an sehr vielen Stellen des Buches wiedergefunden, denn bei lief das Verstehen ganz ähnlich ab. Das Verstehen, dass die Generation „Opt-Out“ sehr wohl Leistung erbringen will, aber eben anders als das in den vergangenen 50 oder 60 Jahren definiert war. Und das ist gut so, denn unsere Welt ändert sich so schnell wie vielleicht noch nie und macht damit neue Ansätze und Reaktionen erforderlich.

Ein klasse Buch! Sowohl inhaltlich als auch vom Schreibstil!

“Ohne uns” kannst du bei mir gewinnen!

Im Rahmen der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” verlose ich ein niegelnagelneues Exemplar von “Ohne uns- Die Generation Y und ihre Absage an das Leistungsdenken”. Mehr dazu erfährst du hier.

Danke an den DuMont Verlag, der mir ein Expemplar zur Verlosung überlassen hat. Diese Tatsache hat nichts mit der guten Rezension zu tun. Ich bin schlichtweg begeistert von “Ohne uns”

Ursula Kosser

Ursula Kosser, 1958 in Bonn geboren, studierte Geschichte und evangelische Theologie. Sie arbeitete über zwanzig Jahre als Journalistin in Bonn. Neun Jahre lang war sie im Bonner Büro des Spiegel als politische Redakteurin tätig. Seit zehn Jahren ist sie Chefin vom Dienst bei RTL und n-tv in München, wo sie mit ihrem Mann und ihrer 18-jährigen Tochter lebt. 2011 erschien ihr Buch ›Stell auf den Tisch die letzten Rosen‹, 2012 ›Hammelsprünge. Sex und Macht in der deutschen Politik‹ (DuMont).

Buchinfo: Ohne uns von Ursula Kosser, erschienen beim DUMONT Verlag, März 2014, 190 Seiten, Hardcover, € 19,99, ISBN 978-3-8321-9740-7

Mehr zum Thema Generation Y gibt es hier:

Janszky/Abicht: 2025 – So arbeiten wir in der Zukunft

Wir reisen ins Jahr 2025. Familie Seedorf lebt in einem modernen Neubau mit allen technischen Errungenschaften ihrer Zeit. Wir dürfen für eine kurze Zeit im Gästezimmer einziehen und der Familie bei allem, was sie tut, über die Schulter schauen. Das Ergebnis: Ein lebendiger Blick in die Zukunft, die uns erwartet.

Zukunft, Arbeit, Job, Janszky
Cover: Goldegg Verlag

2009 nahm Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky seine Leser zum ersten Mal mit in die Zukunft. Gemeinsam mit der fiktiven Familie Seedorf durchlebten sei einen ganz normalen Tag im Jahr 2020. Auch 2025 stehen die Seedorfs im Zentrum des Geschehens. Und was sie in ihrem Alltag erleben, ist so vielseitig, dass ich beschlossen habe, “2025 – So arbeiten wir in der Zukunft” in mehreren Schritten zu rezensieren.

Warum gerade Sven Gábor Jánszky

Sven Gábor Jánszky habe ich beim Wirtschaftskongress Spitzenfrauen in Stuttgart zum ersten Mal gesehen und gehört. In seiner Präsentation und dem anschließenden Workshop fand ich so viele meiner persönlichen Vorstellungen der Arbeitswelt von morgen bestätigt, dass ich hoch motiviert und mit konkreten Ideen für meine persönliche Zukunft nach Hause gegangen bin. Kein Wunder also, dass ich mich auf dieses Buch gefreut habe.

So, und nun zur Familie Seedorf

Donnerstag, 05:52 Uhr: Aufstehen mit Rob, dem persönlichen Assistenten

Peter wird langsam wach, auch ohne Wecker. Den hat er beim Umzug in das neue Haus 2022 abgeschafft. Ist ja auch dank der Fenster, die ihre Lichtdurchlässigkeit und Tapeten, die ihr Helligkeit selbst regulieren, überflüssig geworden. Ganz egal, welche Jahreszeit gerade ist, immer wird man sanft durch die ansteigende Helligkeit geweckt. Heute haben sich Fenster und Tapete offenichtlich mit dem Kalender kurz geschlossen. Um 06:30 Uhr steht ein wichtiges Telefonat auf dem Plan, für das er wach und ausgeruht sein sollte.

Im Badezimmer schaltet Peter – wie üblich – als Erstes den Spiegel ein. Rob, sein persönlicher Assistent, erscheint und spielt ihm alle wichtigen Informationen ein: relevantes Blog, neue E-Mails, Presseberichte, Börsenkurse. Beim Zähneputzen verschafft sich Peter einen ersten Überblick für den Tag. Dass Rob nichts Wichtiges vergessen hat, darauf kann sich Peter verlassen, denn Rob ist eine hochentwickelte, selbstlernende Software, die aus Peters Leben nicht mehr wegzudenken ist.

Alles nur coole Geschichten oder was?

Was wie eine coole Science Fiction Story klingt, wird gleich im Anschluss an jedes “Alltagskapitel” mit Fakten untermauert. Eines der Hauptthemen dieser Szene ist das Internet der Dinge. Alle Geräte, Tassen, Teller, Spiegel, kurz jeder Gegenstand hat eine eigene IP-Adresse. Synchronisation und Datenaustausch finden kontinuierlich statt. Das bedeutet nicht, dass diese Geräte eigenständige Computer sind, sie lassen sich aber in Betriebssysteme einbinden und steuern.

2025 werden wir für die Steuerung unserer Geräte natürlich keine Hand mehr anlegen müssen. Neben der Stimmerkennung wird sich auch Gesten- und Gedankensteuerung längst etabliert haben. Unsere Wünsche sollen möglichst schon erfüllt werden, wenn wir nur daran denken. Und dieses System sollte noch dazu selbstlernenden sein, damit es künftig sogar unseren Wünschen voraus ist.

Damit stellt sich automatisch die Frage, wer die Hoheit über alle diese Prozesse haben wird. Wir müssen lernen, Technologie zu vertrauen. Ich vermute, dass hier die Entwicklung der erforderlichen technischen Voraussetzungen schneller sein wird als das Umdenken in den Köpfen der Gesellschaft.

Mehr zu “2025 – So arbeiten wir in der Zukunft” demnächst in meinem Blog.

Lothar Abicht

Prof. Dr. Dr. h.c. Lothar Abicht ist Autor von weit über hundert wissenschaftlichen Veröffentlichungen in Studien, Zeitschriften und Büchern. Als Geschäftsführer des Instituts für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (isw) in Halle ist er einer der renommiertesten Experten in Deutschland für Bildungsforschung und die demografischen Auswirkungen auf die Erwachsenenbildung.

Sven Gábor Jánszky

Dipl.-Journ. Sven Gábor Jánszky ist der Shooting-Star unter Deutschlands Trendforschern. Seine Prognosen zu den Lebenswelten 2020 prägen die Zukunftsplanungen der Marken-Medien-Technologie-Branche. Bereits seit acht Jahren entwirft er mit 300 Innovations-Chefs vieler Branchen jene Geschäftsmodelle und Produkte, die unsere Zukunft prägen werden.

Er coacht Manager in Prozessen des Innovationsmanagements und ist gern gesehener Keynote-Speaker auf Konferenzen und Strategietagungen.Folgen Sie Sven Gábor Jánszky in eine faszinierende Science-Fiction-Welt, in der Sie morgen schon leben könnten und entdecken Sie die innovativsten Trends, Geschäftsmodelle und Zukunftsrezepte. Verbringen Sie mit ihm einen ganzen Tag in Ihrer Zukunft.

Buchinfo: 2025 – So arbeiten wir in der Zukunft von Sven Gábor Jánszky und Lothar Abicht, erschienen bei Goldegg Verlag, Mai 2013, 288 Seiten, gebunden, € 24,90, ISBN: 978-3-902-90305-1