Wenn ein Mensch erschrickt, weil man ihm Hilfe anbietet, läuft irgendwas falsch

Meistens schreibe ich hier über Dinge, die – im weitestens Sinne – mein berufliches Leben betreffen. Aber ab und an kommen hier auch Themen zur Sprache, die mich einfach beschäftigen.  Heute ist wieder so ein Tag, an dem mir ein kurzes Erlebnis nicht aus dem Kopf gehen will.

Foto: Stefanie Salzer-Deckert / pixelio.deFreitag, 10:30, bei mir im Ort

Ein Mann, etwa mein Alter, sehr gepflegt, sitzt vor einem Ladenlokal auf einer Bank, den Kopf gesenkt. Ich sehe ihn beim Reingehen. Als ich wieder heraus komme, sitzt er immer noch da. Der Kopf ist noch tiefer gesenkt und er hält sich mit der Hand die Stirn und reibt daran.

Ich frage ihn, ob alles ok oder ob ich ihm helfen kann.

Er schaut mich sichtlich irritiert durch seine dunkle Sonnenbrille an. Nein, nein alles ok. Wie ich darauf käme. Er habe nur die Sonne abschirmen wollen, die oben über die Brille geschienen habe.

Ich sage: „Prima. Dann ist ja alles in Ordnung. Lieber frage ich einmal mehr, als dass ich mir hinterher Gedanken mache.“

Als ich zu meinem Auto gehe, ruft er mir hinterher: „Ja und wenn ich jetzt gesagt hätte, dass es mir nicht gut geht, was hätten sie denn dann gemacht? Hätten sie mich dann heim gefahren?“ Die Stimme klingt ironisch, fast etwas lauernd.

Ich antworte: „Ja klar, oder eben zum Arzt“

Er schaut mich noch irritierter an und ist sichtlich überfordert. „Hätten Sie das wirklich gemacht?“

Ja, das hätte ich. Zumindest wenn er nicht gerade in Hamburg oder München gewohnt hätte, aber danach klang seine Sprachfärbung nicht.

Irgendwas läuft falsch bei uns

Offensichtlich ist sowas für ihn unvorstellbar und ich frage mich seither, was hier eigentlich los ist, wenn sich jemand nicht vorstellen kann, dass ihm ein wildfremder Mensch spontan helfen würde, wenn es ihm schlecht gehen würde.

Kanban, WordPress, Blognetz, Kompetenzen: Das waren meine Themen 2013

Auch wenn ich meine Blogs „nur“ betreibe, um meine Leser_innen an meinen Erfahrungen und Interessen teilhaben zu lassen und nicht, um damit Geld zu verdienen, ist es sinnvoll, ab und zu einen Blick zurück zu werfen. Welche Themen erhielten den meisten Zuspruch? Wie stehe ich aktuell zu diesen Themen? Sind sie für mich noch wichtig oder haben sie nur befristet meinen Weg gesäumt?

Kanban, die unbestrittene Nummer eins

Seit gut sechs Monaten beschäftige ich mit jetzt mit Kanban und kann sagen: Das bleibt auch 2014 ein Dauerbrenner in meinem Blog. Auslöser, mich damit auseinander zu setzen, war mein Jobwechsel und die dadurch gewonnenen Freiheiten. Arbeiten von daheim in Teilzeit mit weitgehend freier Zeiteinteilung. Ich kenne mich und hatte Respekt davor, mich hier zu verzetteln.

Kanban, Kaizen, Projektmanagement, Optimierung, Pull
Cover: http://www.dpunkt.de

Rückblickend kann ich sagen: Kanban, beziehungsweise meine Trello Boards werden mich auch in Zukunft begleiten und mehr denn je an Bedeutung gewinnen. Denn seit Januar ist eine zweite Teilzeitstelle dazu gekommen.

Das findet ihr zu Kanban und Trello in diesem Blog: Alle Blogposts anzeigen

WordPress.com vs. Selfhosting WordPress

Die Frage „Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem WordPress Account, der direkt bei WordPress liegt und der WordPress Version, die ich auf meinem eigenen Server installiere“ habe offensichtlich nicht nur ich mir gestellt. Zu der Themenwahl kam es ganz zufällig. Ich wollte ein „Aufklappmenue“ für meine Blogs haben, aber irgendwie hat nichts geklappt.

Wordpress, Blog, Plugin

Dann wurde mir das perfekte Plugin empfohlen. Stunden habe ich investiert, um es zu installieren. Vergebens.  In meinem Netzwerk – für das ich übrigens unendlich dankbar bin – fand sich zwar bereitwillig Hilfe, aber auch damit ließ sich das Plugin nicht installieren. Mehr durch Zufall fanden wir dann heraus, dass ich mit meinem wordpress.com Account ganz einfach keine Plugins installieren kann! Der Auftakt, über weitere Unterschiede zu recherchieren und diese auch z.B. beim Webmontag in Stuttgart zu präsentieren.

Das findet ihr zu WordPress in meinem Blog:

Blognetz: Deutschlands Blogger vernetzen sich

Viel Aufmerksamkeit wurde auch der Initiative Blognetz von Luca Hammer zuteil. Daran hatte sicher auch die spektakuläre Art und Weise, wie das Projekt Fahrt aufnahm, seinen Anteil. Auf Facebook wurde eine Idee losgetreten, die sich nahezu verselbstständigt hat. In Windeseile wurde die Idee im Netz weitergetragen und Menschen, die nie zuvor zusammengearbeitet hatten, brachten sich ein und stellten gemeinsam etwas Neues auf die Beine.

Blogger, Vernetzung, Deutschland
Wie sind die Blogger Deutschlands auf Facebook vernetzt? Luca Hammer visualisiert es.

Für mich war das ein Blick in die Zukunft unserer Arbeitswelt. Wie potent Teams sein können, die sich ihren Kompetenzen entsprechend selbst organisieren.

Das findet ihr zu Blognetz in meinem Blog:

Überhaupt, die Arbeitswelt von morgen. Auch sie hat mich immer wieder beschäftigt.

Wie setzen wir heterogene, transparent arbeitende Teams um und was bedeutet Führung für diese Teams. Welche Kompetenzen brauchen wir dafür und wer hat sie? Welche Vorteile bringt die digitale Evolution für die Vereinbarkeit von Job und Familie? Und wie entwickeln sich dabei die Chancen der Frauen  am Arbeitsmarkt. Ein Themenfeld, mit dem ich mich 2014 ganz sicher intensiver befassen werde. Ich bin gespannt, wie nahe wir hier Sven Gabor Janszkys Prognosen in „2025 – So arbeiten wir in der Zukunft“ kommen werden.

Treu bleiben werde ich auch meinen „Einfach so“ Tagen. Mir ist es wichtig, nicht alles einfach so als gegeben hinzunehmen, was ich habe oder was mir zuteil wird. Also werde ich weiterhin Menschen Danke sagen, die mir Gutes getan haben und versuchen, mit meinem Tun anderen ohne großen Aufwand ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Spätestens mit der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“, an der ich auch dieses Jahr teilnehmen werde, wird zu dieser Rubrik ein neuer Blogpost hinzu kommen.

Es bleibt also spannend und vielfältig bei „Ulrike kommuniziert“.

 

„Einfach so“ – Tag: Wenn Werbung Gutes tut

Es gibt Zeiten, da würde man gerne selbst helfen, kann es aber nicht. Zum Beispiel, wenn man in bestimmten Fällen nur mit Geldspenden wirklich helfen kann, die eigenen finanziellen Mittel das aber zu diesem Zeitpunkt nicht hergeben. Als Bloggerin hat man dann oft die Möglichkeit, mit der eigenen Reichweite zu unterstützen. Man sorgt dafür, dass das Thema noch mehr Menschen erreicht. Oder man beteiligt sich an Aktionen wie Blogging4Charity von bonprix.

Man kann sicher diskutieren, warum ausgerechnet alle immer in der Weihnachtszeit mit Spendenaufrufen winken. Schließlich hat das Jahr zwölf Monate und nicht nur den Dezember. Ich persönlich bin mir nicht sicher, ob man damit die Spendenbereitschaft nicht künstlich senkt. Schließlich kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden. Egal ob für Spenden, Lebensmittel oder Weihnachtsgeschenke. Praktisch, wenn es dann Unternehmen gibt, die die Sache mit der Spende für uns übernehmen.

Mein Blog unterstützt die Sternenbrücke

Blogging4Charity: Du bloggst, bonprix spendet

bonprix gehört derzeit zu diesen Unternehmen. Mit der Aktion Blogging4Charity wendet es sich gezielt an Blogger_innen und spendet für jeden Blog in den ein Beitrag, mit dem Aktions-Symbol integriert ist, 50 Euro an eines der dieser beiden Projekte:

  • Kinder-Hospiz Sternenbrücke
    Seit 2003 hilft die Sternenbrücke Kindern, Jugendlichen und seit 2010 auch jungen Erwachsenen bis zu einem Alter von 27 Jahren mit verkürzter Lebenserwartung, ein würdevolles Leben bis zu ihrem Tod führen zu können.
  • Tirupur School for the deaf (bonhelp) 
    In der Tirupur School for the deaf leben zur Zeit 350 gehörlose Kinder aus sehr armen Familien, einige Waisen oder Halbwaisen. In der Schule lernen die Kinder als erstes die Gebärdensprache lesen und schreiben und bekommen die gleiche Ausbildung, wie in anderen Schulen.

Klar ist das letzten Endes primär Marketing für das Unternehmen. Blogger Relations werden aufgebaut, Image als sozial agierendes Unternehmen gepflegt und natürlich Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Na und? Dafür wird Kindern geholfen, die keinen guten Start in ihr Leben hatten. Mit einem simplen Blogeintrag. Einfach so!

[edit] Wer nicht bloggen kann, kann auch einfach so an die beiden Projekte spenden. Einfach auf die Weihnachtskugel klicken, bonprix hat ganz unten auf der Seite die direkten Bankverbindungen von Sternenbrücke (hier gibt es auch eine Wunschliste für Sachspenden) und Tirupur School for the deaf aufgeführt.

[edit|edit] Und während die einen noch diskutieren, ob man sich als Blogger_in so billig „verkaufen“ soll und ob Bonprix jeden im Vorfeld hätte persönlich anrufen sollen, um über die Spendenbudgetgrenze von 5.000 Euro zu informieren, haben andere bereits gebloggt und/oder ein paar Punkte auf der Sternenbrücke-Wunschliste abgehakt. Zum Beispiel:

„Einfach so“ Tag: Spendenaktion Kinderhospiz beim Fairy-book Blog

„Einfach so“ Tage, sind Tage, an denen man anderen und/oder sich selbst etwas Gutes tut. Einfach so! Ohne viel Aufwand. Zu einem solchen Tag lädt der Blog Fairy-book zu seinem ersten Geburtstag mit einer sehr schönen Idee ein. Lesefreunde können noch bis zum 31.10.2013 auf sechs verschiedenen Blogs ca. 150 Bücher ersteigern und damit gleichzeitig Gutes tun. Der Erlös der Auktion geht an das Kinderhospiz Sterntaler

Buch, Kinder, Hospiz, Blog, Auktion, SpendeSich zum Geburtstag beschenken lassen, ist schön und macht Spaß.

An seinem Geburtstag andere zu beschenken, ist mindestens genauso schön und bringt nicht nur einer Person Freude. Deshalb passt die Idee der Betreiberin des Fairy-book Blogs gut in meine „Einfach so“ Tage Sammlung.

Schließlich gibt es bei dieser Aktion nur Gewinner:

  • die Verlage und Autoren, die mit ihrer Buchspende für einen guten Zweck ihrer Marke Gutes tun
  • die Blogbetreiber_innen, denen eine große Aufmerksamkeit sicher ist und die sich freuen dürfen, mit ihren geschriebenen Worten ganz real Menschen helfen zu können
  • den Gewinnern der Auktionen, die sich einerseits über einen neuen Leseschatz freuen dürfen und die andererseits mit ihrer Leselust ein Kinderhospiz unterstützen
  • das Hospiz Sterntaler, das mit dem Erlös lebensverkürzend erkrankten Kindern und ihren Familien die letzten Tage etwas angenehmer gestalten kann

Anderen Menschen Gutes tun – Einfach so!

Dass so eine Aktion für die Bloggerinnen und Blogger eine Menge Arbeit bedeutet, kann ich als Bloggerin gut nachvollziehen. Danke, Silke, dass Du an Deinem Bloggeburtstag nicht nur Dich selbst feierst, sondern dabei an die denkst, die weniger Glück im Leben haben. Der Dank gilt natürlich auch den anderen Blogs, die an der Auktion teilnehmen:

Und beim Steigern bitte nicht vergessen, die Versandkosten (mehr dazu in den teilnehmenden Blogs) mit zu überweisen. Schließlich soll doch der gesamte Erlös den Kindern zugute kommen!

Menschen die – wie ich – Bücher mögen, sind mir sympathisch. Menschen, die Bücher für einen guten Zweck versteigern, auch. Und wenn der „gute Zweck“ dann auch noch schwer kranke Kinder sind, dann unterstütze ich eine Aktion sehr gerne. Insofern Danke an Blogger schenken Lesefreude auf Facebook, durch die ich auf diese Auktion aufmerksam wurde.

„Einfach so“ Tag: Ein Lächeln für demente Menschen

Vor einigen Tagen haben ich mich für mehr „Einfach so“ Tage ausgesprochen. Tage an denen man anderen eine kleine Freude macht, ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Einfach so. Ich habe meinen Worten erste Taten folgen lassen. Ihr auch?

Klar ging mein Aufruf in erster Linie als Anregung an die digital publizierende Zunft, mit Cat Content in Form von Welt- oder Aktionstagen andere zu mehr sozialem Engagement zu bewegen.  Doch wer andere von einer Idee überzeugen möchte, geht am besten selbst mit gutem Beispiel voran.

Soziales Engagement, Einfach so Tag
Bildbände für demente Menschen (Bild: Ulrike Rosina CC-BY-NC-SA)

Getreu dem Motto „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ habe ich meinem Beitrag deshalb umgehend Taten folgen lassen. Seit 23.01.2013 ist die Bibliothek im AWO Pflegeheim an den Weinbergen um vier Bildbände reicher. Bei mir standen sie lange genug unbeachtet im Regal. Jetzt warten sie darauf, nicht nur dementen Menschen ein Lächeln der Erinnerung ins Gesicht zu zaubern, wenn sie sich beim Durchblättern an längst vergangene Urlaube erinnern – und sei es nur für eine sehr kurze Zeit.

Vom Wollknäuel zum Bildband

Warum gerade Bildbände ins Pflegeheim? Auslöser war eine Anfrage meiner Mutter, ob sie Wollknäuel, die schon ewig bei ihr rumliegen und die ursprünglich mal mir gehörten, in ein Pflegeheim mitnehmen dürfe. Dort besucht sie regelmäßig ihre demente Patentante.

Bei einem ihrer Besuche wollte sie wissen, warum im Eingangsbereich ein Korb mit Wolle stehen würde. Auskunft: Das sind Spenden von Besuchern, die den Bewohnern im Rahmen der Beschäftigungsprogramme angeboten werden.

Wolle habe ich keine, aber Bücher habe ich viele… sehr viele. Also beim Pflegeheim anrufen und fragen, ob die die brauchen können. Tun sie nicht. Hätte ich mir auch denken können wegen der langen Aufmerksamkeitsspanne, die fürs Lesen nötig ist. Was allerdings willkommen wäre, seien Reise-Bildbände, die dann unter anderem auch beim Beschäftigungsprogramm für die dementen Bewohner zum Einsatz kämen.

Vieles, was man in jungen Jahren erfahren hat, vergisst man nie

Menschen, die früher oft gereist sind, vergessen das nicht vollkommen. Gerade vertraut wirkende Bilder rufen deshalb gelegentlich lange verschüttete Erinnerungen wach und unterstützen so das Gedächtnistraining im Alter. Auch alte Liederbücher oder alte Gegenstände, z.B. eine alte Hand-Kaffeemühle, mit denen sich die Menschen vor langer Zeit einmal befasst haben, können diese Lichtblitze anregen.

Mein Gefühl sagt mir: Hier sind meine Bücher gut aufgehoben.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

An alle, die in Pflegeheimen arbeiten: Was sind denn eure Erfahrungen? Womit kann man einfach und sinnvoll Freude bereiten?  Vielleicht kann ich ja etwas davon an meinem nächsten „Einfach so“ Tag umsetzen.

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