Ello garantiert: Wir bleiben werbefrei

Ello, das junge Social Network aus den USA, verpflichtet sich jetzt gesetzlich, keine Werbebanner (Ads) zu schalten und daran zu verdienen. Dazu wurde eine Public Benefit Corporation gegründet, die den Nutzen für die Gesellschaft über das Ziel stellt, den eigenen Wohlstand zu mehren. Damit bleibt die Frage nach dem Geschäftmodell weiter spannend. 

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Tolle Fotos und Werbefreiheit – das sind zwei der Pluspunkte von Ello.

Ziemlich genau zwei Monate ist es her, dass ich zum ersten Mal über Ello berichtet habe. Auslöser war ein Testbericht im t3n Magazin, der sehr vereinzelt durch meine Timeline geisterte. Vermutlich hätte mich das wenig gejuckt – ich bin privat erstaunlich monogam, was Netzwerke angeht – zumal man auch noch einen Einladungscode brauchte. Gar nicht so einfach, wenn bislang praktisch niemand aus dem eigenen Netzwerk angemeldet ist. Doch ich hatte gerade etwas Muse und schwupp, war ich drin in Ello. Drin und ziemlich einsam. Denn solange man noch mit niemandem vernetzt ist, ist der Stream leer. Keine Zwangsbespaßung. Und keine Werbung!

Eine werbefreie Plattform – geht das überhaupt?

Ja, richtig gelesen: Keine Werbung. Und dazu haben sich die Ello Gründer und Investoren jetzt sogar verpflichtet, indem sie eine Public Benefit Corporation (PBC) gegründet haben. In den USA versteht man darunter ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen, dessen Ziel es ist, einen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft zu erbringen und nicht nur die Einnahmen der Investoren zu mehren.

October 23, 2014

Hi there.

There has been some speculation in the press since our launch 11 weeks ago that Ello will someday be forced to allow paid ads on our social network.

With virtually everybody else relying on ads to make money, some members of the tech elite are finding it hard to imagine there is a better way.

But 2014 is not 2004, and the world has changed.

To assure that Ello always remains ad-free, today Ello converted to a Public Benefit Corporation (PBC).

A Benefit Corporation is a new kind of for-profit company in the USA that exists to produce a benefit for society as a whole — not just to make money for its investors. …

Damit verpflichten sich die Gründer:

  • Nie Geld mit dem Verkauf von Ads zu verdienen,
  • Nie Geld mit dem Verkauf von Nutzerdaten zu verdienen.
  • Ello – falls überhaupt – nur an jemanden zu verkaufen, der diese Bedingungen ebenfalls garantiert.
Es bleibt spannend

So weit, so gut. Damit ist mir das Geschäftsmodell aber immer noch nicht klar. Ein funktionierendes Netzwerk verursacht laufende Kosten für Programmierung, Hardware, Wartung, und, und, und. Aktuell sehe ich noch nicht, woher die Einnahmen dafür bei Ello kommen sollen. Genau genommen steht in Punkt eins der Verpflichtung ja nur, dass mit der Platzierung von Ads kein Geld verdient werden soll. Eine Refinanzierung des über Ads eingenommenen Geldes in das Projekt würde dem ja nicht entgegen stehen und das Ziel, dem Gemeinwohl zu dienen, wäre weiter erfüllt. Wäre da nicht folgender Nachsatz, der die Schaltung von Ads ausdrücklich ausschließt:

In other words, Ello exists for your benefit, and will never show ads or sell user data.

Simple, beautiful, and ad-free.

Es bleibt also spannend bei Ello. Zumal die Mitgliederzahlen in den letzten Wochen deutlich gestiegen sind. Kein Wunder. Für Fotografen ist Ello ein Eldorado. Riesiges Bildformat in guter Qualität. Und keine sponsored posts oder andere Manipulationen sehen zu müssen, hat halt einfach was.

Zum Originaldokument

Ello – Das Netzwerk für Menschen mit Pioniergeist

Was ist Ello? So lautet derzeit noch die Antwort auf die Frage, wer schon bei Ello ist. Ello ist ein neues Netzwerk, das derzeit noch in der sehr frühen Betaphase ist. Als ein wunderbarer Spielplatz für Nerds, Early Adopter und Menschen mit Pioniergeist. Ob man es braucht oder ob es sich halten kann? Keine Ahnung. Aber der kleine Schritt in die Vergangenheit, dahin, wo Plattformen anfangen Netzwerke zu sein, macht Spaß.

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Ello – Dabei sein, wenn ein Netzwerk entsteht (CC: by-sa-nc)

Wie lange liegen eigentlich meine ersten Kontakte mit Chats, Foren, Communitys zurück? Den Anfang hat auf jeden Fall der MSN Chat gemacht, damals irgendwann zwischen 2000 und 2002.

Als der eingestellt wurde, bin ich zur KWICK! Communtiy gewechselt. Ich glaube, das war 2003, also noch in einer sehr frühen Phase des schwäbischen Netzwerkes.

Inzwischen liegt mein Aktivitätsschwerpunkt auf Facebook und Social Networks gehören untrennbar zu meinen beruflichen Aktivitäten. Trotzdem bin ich erstaunlich monogam und renne nicht jedem neuen Trend nach. Warum mich jetzt Ello gepackt hat? Gute Frage.

Ello | A Simple, beautyful and add-free social network

Vielleicht war es der Claim – simple, beautful and add-free – vielleicht war es aber auch nur meine Neugier und die Tatsache, dass ich gerade Urlaub habe.

Jedenfalls habe ich mir einen Einladelink besorgt und war… ja, wo war ich. Irgendwo im vorvorgestern. In einer klassischen Nerd-Baustelle, einer Mischung aus DOS-Welt und IRC. Und was soll ich sagen: Es macht richtig Spaß.

Zwar kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen, dass sie ihrem eigenen Manifest treu bleiben können:

Ello Manifesto

Your social network is owned by advertisers.

Every post you share, every friend you make, and every link you follow is tracked, recorded, and converted into data. Advertisers buy your data so they can show you more ads. You are the product that’s bought and sold.

We believe there is a better way. We believe in audacity. We believe in beauty, simplicity, and transparency. We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership.

We believe a social network can be a tool for empowerment. Not a tool to deceive, coerce, and manipulate — but a place to connect, create, and celebrate life.

You are not a product.

Mir erschließt sich hier noch nicht, wie sich das Projekt auf Dauer finanzieren kann. Ello schreibt dazu:

Ello is completely free to use.
We occasionally offer special features to our users. If we create a special feature that you really like, you may choose to support Ello by paying a very small amount of money to add that feature to your Ello account.
You never have to pay anything, and you can keep using Ello forever, for free. By choosing to buy a feature now and then for a very small amount of money you support our work and help us make Ello better and better.

Entstanden ist Ello als private Kommunikationsplattform für 7 junge amerikanischen Künstlern und Entwicklern. Doch nach und nach haben so viele Freunde gefragt, ob sie das Netzwerk nicht auch nutzen können, dass das Gründerteam beschlossen hat, die Plattform zu öffnen. Die Nutzung Betaphase (oder eher Alpha) ist aber nur mit Einladungslink möglich.

Was kann ich überhaupt schon tun?

Verwöhnt von der Featuritis der vergangenen Jahre, muss man sich auf Elllo derzeit noch an alles herantasten. Schön daran: Durch die überschaubare Followerzahl sprechen sich neue Entdeckungen schnell rum – sofern man den Feed schon gefunden hat. 😀

Mir macht es richtig Spaß, immer wieder neue Dinge zu finden, wie z.B. die Emoticons. So ganz ohne Spielerei geht es ja nicht.

Großes Kino sind die Bilder. Wenn die so bleiben, dann Hut ab. Die werden riesengroß und in wirklich gute Qualität angezeigt. Prima für Fotografie-Fans, Bloggerinnen und Blogger, usw.

Wer jetzt neugierig ist: Zum Versenden der Einladung brauche ich nur eine E-Mail-Adresse.

Solmecke/Wahlers: Recht im Social Web

Mit “Recht im Social Web” haben Christian Solmecke und Jakob Wahlers ein umfassendes und gleichzeitig für Laien hervorragend verständliches Nachschlagewerk geschrieben, dass sich nicht nur diejenigen zu Gemüte führen sollten, die im Netz arbeiten, sondern alle, die in der Welt der Social Networks aktiv sind.

Dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist, sollte sich inzwischen herum gesprochen haben. Manch einer hat es auch schmerzhaft am eigenen Leib erfahren. Christian Solmecke und Jakob Wahlers führen mit “Recht im Social Web” jetzt kompetent und für rechtlichen Laien verständlich durch den Rechts-Dschungel im Social Web.

Recht, Internet, Bildrechte, Bilder, kostenlos, Social
(Cover: Galileo Computing)
Der Inhalt
  • Der Start ins Social Web – was muss ich beachten?
  • Die Verwendung von Bildern und Videos im Social Web
  • Musik im Social Web
  • Die richtige Verwendung von Texten
  • Erlaubnis zur Nutzung von Inhalten – die Lizenz
  • Was bei der Nennung und Abbildung von Marken und Markenlogos zu beachten ist
  • Die Verbreitung von Aussagen im Social Web
  • Datenschutz im Social Web
  • Social Media Marketing – Werbung im Social Web
  • Wenn mal etwas schiefgeht – Haftung im Social Web
  • Social Media im Arbeitsverhältnis
  • Die Übertragung von Social-Media-Projekten
  • Mustertexte

Über 500 Seiten nützliches Wissen haben die beiden Autoren zusammengetragen, eine Tatsache, die auf den ersten Blick vielleicht abschreckt. Aber keine Sorge, Solmecke/Wahlers haben einen großen Bogen um schwer verständlichen Juristenjargon gemacht. Locker und wirkdlich für alle Leser nachvollziehbar erläutern sie die größten Stolperfallen in Sachen Internetrecht. Dabei fehlen natürlich auch die passenden anschaulichen Beispiele nicht.

Der Aufbau: Perfekt für Praktiker!

Hervorzuheben ist auch der Aufbau des Buches. Wer mit einem Blog, einem Facebook-Account, einem Youtube Kanal starten will, findet gleich in Kapitel eins eine hervorragende Übersicht über die wichtigsten Punkte, die es zu beachten gilt. Besonders gut daran finde ich die vielen Links zu den jeweiligen AGB, Sonderbestimmungen, Regeln usw.. Gerade diese ändern sich sich sehr schnell. Durch den Verweis auf die Links statt auf die detaillierten Inhalte, stellen die Autoren sicher, dass man bei Bedarf die aktuellste Version vor Augen hat. Viel Raum wird auch den Bildrechten gewidmet, ein Thema, mit dem immer noch zu viele Internetnutzer überaus sorglos umgehen.

Ein eigenes Kapitel widmet sich dem Glatteis-Thema “Social Media im Arbeitsverhältnis”. Hier ist besondere Vorsicht angesagt und zwar von beiden Seiten, wenn die Online-Präsenz langfristig ohne Folgen bleiben soll.

Ich gebe es zu, ich war skeptisch. Mehr als 500 Seiten “Juristen-Blabla”. Da würde ich sicher viel Spaß haben! 😉 Und den hatte ich in der Tat, denn “Recht im Social Web” liest sich “einfach so herunter”. Keine Spur von “Juristen-Blabla”, keine Bandwurmsätze mit Rechtszitaten, nichts. Dafür viele anschauliche Beispiele, allgemeinverständliche Formulierungen und viel viel Fachwissen.

„Recht im Social Web“ gehört auf jeden Schreibtisch

Mit “Recht im Social Web” hat Galileo schon wieder ein Buch abgeliefert, das als Nachschlagewerk auf jeden Schreibtisch gehört. Ja, ich weiß, das habe ich auch bei “Der Social Media Manager” von Vivian Pein und bei “Think Content!” von Miriam Löffler geschrieben. Aber irgendwie schafft es der Verlag, wirklich gute “Standardwerke” zu “produzieren” – und das für wenig Geld. Also kaufen, querlesen und griffbereit als Nachschlagewerk auf dem Schreibtisch deponieren!

Hol’ Dir Recht im Social Web

zum Welttag des Buches am 23.04.2014 verlose ich im Rahmen der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” ein Exemplar von “Recht im Social Web”. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Danke übrigens an den Galileo Verlag, der mir dieses Buch zur Rezension und Verlosung überlassen hat. Ich weiß, mein fortlaufendes Lob über eure Bücher klingt arg nach Bestechung, aber ich kann schlecht etwas Negatives schreiben, wenn ich nichts finde, was ich bemängeln könnte.

Christian Solmecke

Rechtsanwalt Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke und hat sich in den vergangenen Jahren auf Internetrecht/E-Commerce spezialisiert. So betreut er zahlreiche Medienschaffende und Unternehmen, die online agieren. Neben seiner Kanzleitätigkeit ist Christian Solmecke auch Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI) an der Cologne Business School. Dort beschäftigt er sich insbesondere mit Rechtsfragen in sozialen Netzen.

Jakob Wahlers

Jakob Wahlers ist Rechtsanwalt und befasst sich mit IT-Recht, Datenschutz und Social Media. Zu diesen Themen hält er Vorträge und publiziert Fachveröffentlichungen. Er ist als Justiziar für ein großes IT-Unternehmen tätig.

Buchinfo: “Recht im Social Web” von Christian Solmecke und Jakob Wahlers, erschienen bei Galileo Computing, Februar 2014, 523 Seiten, € 29,90, ISBN 978-3-8362-2608-0

Im Preis inklusive ist ein Testzugang zum Online-Buch. Soll der Zugang über die Testphase hinaus genutzt werden, gilt für Käufer des Buches ein Vorzugspreis.

Bei mir bekommst Du „Recht im Social Web“

Zur Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ am Welttag des Buches können sich meine Leser_innen „Recht im Social Web“ von Christian Solmecke und Jakob Wahlers sichern. Der Preis dafür: Einfach bis spätestens 23.04.2014 einen Kommentar zu diesem Blogpost hinterlassen und mit etwas Glück kann der/die Kommentierende schon wenige Tage später eine Büchersendung entgegen nehmen. Allerdings versende ich ausschließlich an Adressen innerhalb Deutschlands.

„Mitmachen Ehrensache“ hieß es für mich sofort, als ich die erste Werbung zur diesjährigen Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ gesehen habe. Schon 2013 war ich dabei und hatte viel Spaß dabei. Schließlich gehören meine „Einfach so“ Tage, an denen ich anderen mit Kleinigkeiten ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, zu den Dingen, die auch mich glücklich machen.

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Cover: Galileo Press
Wie geht es?
  • Hinterlasst bis spätestens 25.04.2014 unter diesem Blogpost einen Kommentar, wenn ihr Recht im Social Web“ von Christian Solmecke und Jakob Wahlers, das Ende Februar 2014 bei Galileo Press erscheint. Danke an Galileo Press, die mir das Buch zu diesem Zweck überlassen haben.
  • Verlost wird ein Exemplar des o.g. Buches.
  • Denkt daran, dass ich per E-Mail zu euch Kontakt aufnehmen muss, um die Versandadresse zu erfahren.
  • Gebt keine Adressen in den Kommentaren an (Datenschutz!).
  • E-Mail  und Postadressen werden ausschließlich zur Ermittlung des/der Gewinner_in verwendet.
  • Die Verlosung erfolgt am 26.04.2014.
  • Versendet wird als Büchersendung ausschließlich an Adressen in Deutschland.

Nun bleibt mir nur noch eins: Euch viel Spaß und viel Erfolg mit der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ zu wünschen.

Eine ausführliche Rezension zu diesem Buch findet Ihr hier: Solmecke/Wahlers – Recht im Social Web
Bitte beachtet, dass nur die Kommentare hier unter der Gewinnspiel-Aktion für die Verlosung gewertet werden können.

Vivian Pein: Der Social Media Manager

Seit einigen Wochen macht „Der Social Media Manager – Ein Handbuch für Ausbildung und Beruf“ von Vivian Pein die Runde in der professionellen Social Media Szene. Ich habe es gelesen und bin absolut überzeugt: Dieses Buch ist eine wirkliche Hilfe für alle Social Media Manager_innen, egal ob Anfänger oder Experte. Viel Praktiker-Wissen für erstaunlich wenig Geld (29,90 €).

Wenn ein Buch Mitte November bei mir eintrifft und ich erst Ende Januar dazu komme, die Rezension zu schreiben, kann das drei Gründe haben:

  • ich hatte extrem wenig Zeit
  • das Buch ist so schlecht, dass ich mich nicht überwinden kann, mehr als zwei Seiten am Stück zu lesen
  • das Buch ist so gut, dass ich es komplett lesen will, ehe ich darüber schreiben möchte

Vivian Pein ist mit „Der Social Media Manager“ letzteres gelungen. Und da ihr Buch gleich 575 Seiten geballtes Social Media Wissen umfasst, hat es eine Weile gedauert, bis ich durch war. Eine Investition, die sich zu 100% gelohnt hat.

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(Cover: Galileo Computing)
Der Inhalt auf einen Blick

Sehr übersichtlich und transparent gegliedert warten in „Der Social Media Manager“ folgende Themen auf Anfänger, wenig Erfahrende, selbst ernannte und wirkliche Profis.

  1. Der Social Media Manager – Berufsbild, Anforderungen und Aufgabengebiete
  2. Weiterbildung und Karriere
  3. Personliches Online-Reputationsmanagement
  4. Bewerbung als Social Media Manager
  5. Die Eckpfeiler des Social Media Managements
  6. Anwendungsfelder des Social Media Managements
  7. Rechtliche Grundlagen
  8. Strategische Bedeutung und Möglichkeiten der sozialen Netzwerke
  9. Corporate Social Media
  10. Praktisches Social Media Management
  11. Ausblick

Und so viel sei versprochen: Jede der oben genannten Gruppen wird von diesem Buch profitieren. Die einen, weil sie einen guten Einblick bekommen, ob der Beruf etwas für sie sein könnte. Die anderen, um hoffentlich zu realisieren, dass sie Müll erzählen. Und wieder andere, die mit „Der Social Media Manager“ ein hochkarätiges Handbuch von Professionals für Professionals zur Hand haben.

Die klare Gliederung überzeugt

Grund dafür ist die äußerst saubere Gliederung mit vielen Hinweisen, wo man zur Vertiefung eines bestimmten Themas sofort nachlesen kann. Gerade das macht den Mehrwert des Buches für Profis aus.  Man kann sich schnell und einfach eine profundes Wissen in Bereichen aneignen, die für die bisherige Tätigkeit bislang nicht so wichtig waren. Sehr gut gefallen mir persönlich auch die Einschübe mit den Marketing Basics, in denen Begriffe, Regeln und Funktionsweisen kurz erklärt werden.

Das sollte Anfänger der Social Media Szene aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie nur mit der Lektüre dieses Buches kaum in der Lage sein werden, komplexe Projekte auf Anhieb zu betreuen. Selbst dann nicht, wenn sie „ja selbst im Netz unterwegs sind“.  „Der Social Media Manager“ sollte ihnen aber das Verständnis dafür schärfen, wo der Unterschied zwischen einer privaten und einer professionellen Nutzung der sozialen Netzwerke ist.

Transparenz durch Praxisbeispiele und Tabellen

Wo es nötig ist, arbeitet Vivian Pein mit anschaulichen Praxisbeispielen und den entsprechenden Screenshots. Allerdings halten sich diese zu Gunsten des Textes und der Erklärungen ganz klar in Grenzen. Zahlreiche übersichtliche Tabellen unterstützen den aufgeräumten Eindruck von „Der Social Media Manager“.

Die Gastautoren, die zum Beispiel zu Themen wie Recht oder Monitoring zu Wort kommen, sind ausnahmslos Praktiker, die – wie Vivian Pein – wirklich wissen, wovon sie reden. Allerdings haben sie es nicht immer geschafft, an den hervorragend klaren Schreibstil der Autorin anzuknüpfen.

Aktualität in einer schnellen Branche

Ein eigenes Kapitel ist den gängigen Plattformen gewidmet. Hier muss man sich als Leser_in bewusst sein, dass es sich um Momentaufnahmen handelt. Die Entwicklung ist so schnell, dass schon morgen beschriebene Features durch Nachfolger abgelöst oder abgeschaltet sein können.

Arbeitgebern sei das Kapitel „Praktisches Social Media Management“ empfohlen. Wenn Sie einen Social Media Manager beschäftigen, diesem aber keinen freien Zutritt zu allen Medien gewähren, die er/sie für seine/ihre Arbeit braucht, können Sie es auch gleich lassen. Gleiches gilt für die technische Ausstattung. Zur Not müssen Sie hier Insellösungen im Unternehmen schaffen und Ihre/n Social Media Manager gegen Angriffe missgünstiger Kolleg_innen verteidigen. Denn Social Media funktioniert nur, wenn die Geschäftsführung bedingungslos dahinter steht.

Mein Fazit

Eines vorab: Ich kenne Vivian Pein sowohl vom Bundesverband Community Management e.V. als auch von diversen BarCamps. Deshalb waren meine Gefühle gemischt, als ich mich entschieden habe, ein Rezensionsexemplar von „Der Social Media Manager“ zu bearbeiten. Aber Vivian hat mir die Arbeit sehr leicht gemacht. Ihr Buch kann ich vorbehaltslos empfehlen. Es ist sowohl fachlich als auch stilistisch hervorragend! Man merkt sofort, dass hier eine Praktikerin am Werk war.

Ein Kompliment gilt auch dem Galileo Verlag, der offensichtlich großen Wert auf ein „aufgeräumtes“ Layout legt. Auch das hat mir sehr gut gefallen.

Viel Fachbuch für wenig Geld

Kurzum: Viel gutes Fachbuch für überraschend wenig Geld! „Der Social Media Manager“ wird einen festen Platz als Nachschlagewerk auf meinem Schreibtisch bekommen. Wäre es ein neun Monate früher erschienen, hätte ich mir meinen Zertifikatslehrgang bei der Social Media Akademie vermutlich erspart. Denn dieses Buch eignet sich hervorragend dazu, die persönlichen Wissenslücken aufzuspüren und gezielt anzugehen. Und es bestärkt einen an Stellen, an denen man sich der eigenen Expertise nicht so sicher ist.

Vivian Pein

Vivian Pein ist eine erfahrene Social Media- und Community-Managerin und integriert Social Media in Firmenkulturen. Schon Mitte der 90er Jahre entdeckte Sie Ihre Passion für das Internet und sammelte seitdem Erfahrungen in Foren und Blogs. Ende 2006 bekam Sie die Verantwortung für Ihr erstes hauptberufliches Social-Media-Projekt, war Community Managerin bei XING und für die Entwicklung der Social-Media-Strategie sowie dem Aufbau des Community-Support-Teams bei Hermes verantwortlich. Daneben beriet Sie eine Reihe von Unternehmen in Fragen rund um die Themen Social Media- und Community-Management. In ihrer Freizeit organisiert Sie unter anderem die größte „Unkonferenz“ für Social Media- und Community-Manager, das CommunityCamp, und ist aktiv im Arbeitskreis Berufsbilder des Bundesverbandes Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media (BVCM), den sie auch als 2. Vorstandsvorsitzende vertritt.

Buchinfo: Der Social Media Manager von Vivian Pein, erschienen bei Galileo Computing, Oktober 2013, 575 Seiten, € 29,90, ISBN 978-3-8362-2023-1

Rezension zur zweiten, aktualisierten Auflage 

Mein BVCM-Kollege Thorsten Ising hat „Der Social Media Manager“ ebenfalls rezensiert und dafür unter anderem eine Form gewählt, die ich euch nicht vorenthalten möchte, weil sie mir so gut gefällt:

SocialHub macht Teamwork leichter

SocialHub, die neue Software von Maloon aus Ingolstadt, hilft Community und Social Media Managern bei der effizienten und dienstleistungsorientierten Beantwortung aller Fan-Anfragen auf Facebook, Twitter oder Youtube. Übersichtlich wird alles in einer Inbox gebündelt und kann von dort verteilt und bearbeitet werden. In die Entwicklung ist die geballte Expertise der Social Media Szene eingeflossen, denn Maloon hat sehr viel Zeit in die Kommunikation mit Experten investiert. Die Testversion gibt es auf http://socialhub.io/.

Social, Media, Twitter, Facebook, Youtube, Dokumentation, Anfrage, bearbeiten, TeamCommunity Management ist eine Herausforderung. Wie herausfordernd, das hängt von dem jeweiligen Kommunikationsaufkommen und der eingeplanten Zeit ab. Hat man zum Beispiel auf Facebook nur wenige Anfragen pro Tag oder gar pro Woche und bearbeitet die zudem noch alleine, wird jede_r Community Manager_in einen guten Überblick haben. Deutlich komplizierter wird es bei hoher Aktivität, die nur noch von mehreren Personen bewältigt werden kann. Hier den Gesprächsverlauf jedes einzelnen Kontaktes im Blick zu haben, stellt die Mitarbeiter_innen vor große Herausforderungen. Schließlich ist hohe Dienstleistungsqualität gerade bei der Onlinekommunikation mit Kunden das A und O. Das wissen auch die Macher von Maloon, deren Ziel es ist, Software zu machen, die Menschen in ihrem Job effizient unterstützt.

SocialHub – das neue Baby von Maloon

Aktuell arbeitet man bei Maloon deshalb an SocialHub, einer Software, die alle Anfragen, Kommentare oder Tweets auf Facebook, Twitter und Youtube in einem zentralen Posteingang sammelt. Von dort können sie den gerade aktiven Mitarbeiter_innen zugewiesen und bearbeitet werden. Alle Betreuer des Accounts sehen also auf einen Blick, was es zu tun gibt.

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Was ist bisher passiert?

Auch Rückfragen in den Fachabteilungen sind aus SocialHub heraus ohne Umwege möglich. Dazu können die Anfrage aus den unterschiedlichen Netzwerken direkt per E-Mail weitergeleitet werden. Das große Plus dabei: Im Gesprächsverlauf ist die Anfrage dokumentiert. Das gilt generell für die gesamte Kommunikation, denn auf Transparenz hat Maloon großen Wert gelegt. Nur so lässt sich die Bearbeitung durch wechselnde Mitarbeiter_innen problemlos und ohne große Nachfragen gewährleisten.

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Das kannst Du abhaken

Nein, nicht SocialHub. Das sollte man definitiv nicht ungesehen abhaken. Aber alle Rückmeldungen, die keiner weiteren Bearbeitung beziehungsweise keiner Antwort bedürfen, können mit einem Klick abgehakt und archiviert werden. Angezeigt wird also nur noch, was wirklich Arbeit macht.

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Wisdom of the Crowd

Aber SocialHub ist nicht nur ein äußerst hilfreiches Tool für Community und Social Media Manager_innen. Es ist auch ein gutes Beispiel für die Schwarmintelligenz der Social Media Szene. Denn vor der eigentlichen Umsetzung ihrer Idee, ein potentes Werkzeug zur Bearbeitung von Social Media Anfragen zu entwickeln, hat Maloon viele Stunden in Gespräche mit Experten der Szene, zum Beispiel über den Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media, investiert. Auch ich habe mir die Zeit für ein „Interview“ genommen, mir dann eine frühe Demoversion angesehen und jetzt die Beta von SocialHub. Und ich muss sagen, diese „kleine“ Hilfe ist wirklich gelungen. Die Oberfläche ist für jeden, der sich im Netz bewegt sehr intuitiv, die Umsetzung sehr pragmatisch. Kein überflüssiger Schnickschnack lenkt vom Wesentlichen ab.

Dabei ist die Entwicklung von SocialHub ständig im Fluss. Für die Beta-Tester gibt es eine Feedbackgruppe auf Facebook. Rückmeldungen können natürlich auch per Uservoice direkt über die Plattform gegeben werden. Hier ist für alle einsehbar das gesamte Feedback aller Nutzer aufgelistet und alle können abstimmen, welches Feature ihnen am wichtigsten ist. Die Wünsche, die die meisten Votings auf sich vereinigen können, haben bei der weiteren Entwicklung höchste Priorität. So wird gewährleistet, dass sich SocialHub wirklich an den sich ändernden Bedürfnissen in der Praxis orientiert und den Nutzern eine effiziente Hilfe ist.

Wer sich jetzt fragt, warum ich Werbung für SocialHub mache, den kann ich beruhigen: Nein, ich bekomme weder Geld noch sonstige Vergünstigungen dafür. Mir hat schlicht und einfach gefallen, was ich gesehen habe. Und das will ich – wie im Fall von Trello – mit meinen Lesern teilen.

Neugierig geworden? Hier gibt es die kostenlose Testversion von SocialHub.

Kleine Hommage an die Veranstalter von…

BarCamp, Stuttgart, Event, Social, Media

BarCamps, Webmontage, Social Media Nights, Fachstammtische, Wikiewednesdays, Professional Circles und wie sie alle heißen, sind für mich längst lieb gewordene Gewohnheiten. Der Wissensaustausch ist wesentlich intensiver, das Networking und Schließen neuer Kontakte ungleich einfacher. Ich ziehe solche offenen, kommunikativen und häufig auf Freizeitbasis organisierte Veranstaltungen inzwischen jeder Frontalbeschallung im klassisch durchgestylten Konferenzstil vor. Das gilt auch für den Austausch im Netz, in meinen tollen Gruppen auf Facebook, in denen es auf jede Frage und für fast jedes Problem eine schnelle und unkomplizierte Lösung gibt. 

Warum ist mir gerade jetzt danach, mich bei all denen zu bedanken, die diese Events organisieren und mir damit eine permanente Weiterbildung und fortschreitende Vernetzung ermöglichen? Vermutlich, weil jetzt, nach der Sommerpause, mein Kalender wieder besonders voll ist.

09.09.2013 Webmontag, Stuttgart – organisiert durch Thomas Christinck (ursprünglich auch Jan Theofel)

  • Wechselnde Gäste bieten hier Denk- und Diskussionsanstöße für das anschließende Networking. „Es handelt sich um eine Mischung von Fachvorträgen, Spotlights, Impulsvorträgen und Zeit für Gespräche. Eingeladen sind professionelle Web-Anwender, innovative Web-Experten, kreative Web-Unternehmer, engagierte Web-Interessierte und aufgeschlossene Querdenker. „
  • Am 09.09.2013 bin ich übrigens mit der Initiative #sharepassion4IT bei den Spotlights vertreten.

12.09.2013 Wikiwednesday, Stuttgart – organisiert durch Thomas Christinck

  • Hierzu kann ich im Moment noch nicht viel sagen. Der 12.09., ein Donnerstag, ist mein erstes Mal.

20.09.2013 Pro Circle des Social Media Club Stuttgart – organisiert durch Markus Besch

  • Profis in Sachen Social Media im Unternehmen treffen sich wieder am 20.09.2013 um 13.30 – 17 Uhr zum fachlichen Austausch bei der IBM in Ehningen.
  • Der Pro Circle findet etwa alle acht Wochen statt.

21./22.09.2013 BarCamp Stuttgart – organisiert durch Jan Theofel

  • Ein klassisches BarCamp mit einer Mischung aus Tech- und Social Media Themen.

24.09.2013 Stuttgarter BVCM Community und Social Media Manager_innen Stammtisch, Stuttgart – organisiert von Ingo Sauer, Katharina Perschke und mir

  • Der Bundesverband Community Management für digitale Kommunikation und Social Media e.V. organisiert inzwischen in mehreren deutschen Städten regelmäßige Stammtische für Mitarbeiter aus der digitalen Kommunikation. Stuttgart haben wir im Mai 2013 gestartet.
  • Der Stuttgarter BVCM Stammtisch findet immer am letzten Dienstag im Monat statt.

09.10.2013 Social Media Night des Social Media Club Stuttgart – organisiert von Markus Besch

  • Die Mischung aus Fachvorträgen und Networking findet alle vier Wochen im Mercedes Benz Museum statt. Hier gilt meist: Schnell anmelden, die 200 Tickets sind in aller Regel schnell vergriffen.
  • Die Social Media Night findet üblicherweise am ersten Mittwoch im Monat statt. Anmeldung erfolgt über Xing.

26./27.10.2013 CommunityCamp, Berlin – Organisatoren

  • Intensiver Fachaustausch von Community und Social Media Manager-innen. Session zu allen Alltagsthemen dieser Berufsgruppe.
  • Das CommunityCamp findet immer am letzten Wochenende im Oktober statt.

31.10.2013 CIONET Camp, München – organisiert durch CIONET

  • CIONET, ein europaweites Netzwerk für IT-Entscheider, veranstaltet sein erstes BarCamp für CIOs und Digital Natives unter dem Motto „When Today Meets Tomorrow“.

Und nicht zu vergessen, die „Veranstaltungen“ im Netz, insbesondere die tollen Facebookgruppen die ich mit vielen Digital Profis teile und wo es selbstverständlich ist, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Ich habe selten so viele so hilfsbereite Menschen auf einer – wenn auch virtuellen – Stelle getroffen. Besonders die Social Media Women und die Digital Media Women haben mir gezeigt, dass die Zukunft viel stärker von Frauen geprägt sein wird, als wir das bisher kannten.

Die Veranstaltungen und Gruppen werden größtenteils auf Freizeitbasis und unentgeltlich organisiert. Einfach deshalb, weil die Menschen hinter den Events von den Formaten und der Thematik überzeugt sind und sie an andere weitergeben wollen. 

Dafür möchte ich allen, deren Angebote ich mehr oder weniger regelmäßig nutze, ganz herzlich DANKE sagen.