Vivian Pein: Der Social Media Manager

Seit einigen Wochen macht „Der Social Media Manager – Ein Handbuch für Ausbildung und Beruf“ von Vivian Pein die Runde in der professionellen Social Media Szene. Ich habe es gelesen und bin absolut überzeugt: Dieses Buch ist eine wirkliche Hilfe für alle Social Media Manager_innen, egal ob Anfänger oder Experte. Viel Praktiker-Wissen für erstaunlich wenig Geld (29,90 €).

Wenn ein Buch Mitte November bei mir eintrifft und ich erst Ende Januar dazu komme, die Rezension zu schreiben, kann das drei Gründe haben:

  • ich hatte extrem wenig Zeit
  • das Buch ist so schlecht, dass ich mich nicht überwinden kann, mehr als zwei Seiten am Stück zu lesen
  • das Buch ist so gut, dass ich es komplett lesen will, ehe ich darüber schreiben möchte

Vivian Pein ist mit „Der Social Media Manager“ letzteres gelungen. Und da ihr Buch gleich 575 Seiten geballtes Social Media Wissen umfasst, hat es eine Weile gedauert, bis ich durch war. Eine Investition, die sich zu 100% gelohnt hat.

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(Cover: Galileo Computing)
Der Inhalt auf einen Blick

Sehr übersichtlich und transparent gegliedert warten in „Der Social Media Manager“ folgende Themen auf Anfänger, wenig Erfahrende, selbst ernannte und wirkliche Profis.

  1. Der Social Media Manager – Berufsbild, Anforderungen und Aufgabengebiete
  2. Weiterbildung und Karriere
  3. Personliches Online-Reputationsmanagement
  4. Bewerbung als Social Media Manager
  5. Die Eckpfeiler des Social Media Managements
  6. Anwendungsfelder des Social Media Managements
  7. Rechtliche Grundlagen
  8. Strategische Bedeutung und Möglichkeiten der sozialen Netzwerke
  9. Corporate Social Media
  10. Praktisches Social Media Management
  11. Ausblick

Und so viel sei versprochen: Jede der oben genannten Gruppen wird von diesem Buch profitieren. Die einen, weil sie einen guten Einblick bekommen, ob der Beruf etwas für sie sein könnte. Die anderen, um hoffentlich zu realisieren, dass sie Müll erzählen. Und wieder andere, die mit „Der Social Media Manager“ ein hochkarätiges Handbuch von Professionals für Professionals zur Hand haben.

Die klare Gliederung überzeugt

Grund dafür ist die äußerst saubere Gliederung mit vielen Hinweisen, wo man zur Vertiefung eines bestimmten Themas sofort nachlesen kann. Gerade das macht den Mehrwert des Buches für Profis aus.  Man kann sich schnell und einfach eine profundes Wissen in Bereichen aneignen, die für die bisherige Tätigkeit bislang nicht so wichtig waren. Sehr gut gefallen mir persönlich auch die Einschübe mit den Marketing Basics, in denen Begriffe, Regeln und Funktionsweisen kurz erklärt werden.

Das sollte Anfänger der Social Media Szene aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie nur mit der Lektüre dieses Buches kaum in der Lage sein werden, komplexe Projekte auf Anhieb zu betreuen. Selbst dann nicht, wenn sie „ja selbst im Netz unterwegs sind“.  „Der Social Media Manager“ sollte ihnen aber das Verständnis dafür schärfen, wo der Unterschied zwischen einer privaten und einer professionellen Nutzung der sozialen Netzwerke ist.

Transparenz durch Praxisbeispiele und Tabellen

Wo es nötig ist, arbeitet Vivian Pein mit anschaulichen Praxisbeispielen und den entsprechenden Screenshots. Allerdings halten sich diese zu Gunsten des Textes und der Erklärungen ganz klar in Grenzen. Zahlreiche übersichtliche Tabellen unterstützen den aufgeräumten Eindruck von „Der Social Media Manager“.

Die Gastautoren, die zum Beispiel zu Themen wie Recht oder Monitoring zu Wort kommen, sind ausnahmslos Praktiker, die – wie Vivian Pein – wirklich wissen, wovon sie reden. Allerdings haben sie es nicht immer geschafft, an den hervorragend klaren Schreibstil der Autorin anzuknüpfen.

Aktualität in einer schnellen Branche

Ein eigenes Kapitel ist den gängigen Plattformen gewidmet. Hier muss man sich als Leser_in bewusst sein, dass es sich um Momentaufnahmen handelt. Die Entwicklung ist so schnell, dass schon morgen beschriebene Features durch Nachfolger abgelöst oder abgeschaltet sein können.

Arbeitgebern sei das Kapitel „Praktisches Social Media Management“ empfohlen. Wenn Sie einen Social Media Manager beschäftigen, diesem aber keinen freien Zutritt zu allen Medien gewähren, die er/sie für seine/ihre Arbeit braucht, können Sie es auch gleich lassen. Gleiches gilt für die technische Ausstattung. Zur Not müssen Sie hier Insellösungen im Unternehmen schaffen und Ihre/n Social Media Manager gegen Angriffe missgünstiger Kolleg_innen verteidigen. Denn Social Media funktioniert nur, wenn die Geschäftsführung bedingungslos dahinter steht.

Mein Fazit

Eines vorab: Ich kenne Vivian Pein sowohl vom Bundesverband Community Management e.V. als auch von diversen BarCamps. Deshalb waren meine Gefühle gemischt, als ich mich entschieden habe, ein Rezensionsexemplar von „Der Social Media Manager“ zu bearbeiten. Aber Vivian hat mir die Arbeit sehr leicht gemacht. Ihr Buch kann ich vorbehaltslos empfehlen. Es ist sowohl fachlich als auch stilistisch hervorragend! Man merkt sofort, dass hier eine Praktikerin am Werk war.

Ein Kompliment gilt auch dem Galileo Verlag, der offensichtlich großen Wert auf ein „aufgeräumtes“ Layout legt. Auch das hat mir sehr gut gefallen.

Viel Fachbuch für wenig Geld

Kurzum: Viel gutes Fachbuch für überraschend wenig Geld! „Der Social Media Manager“ wird einen festen Platz als Nachschlagewerk auf meinem Schreibtisch bekommen. Wäre es ein neun Monate früher erschienen, hätte ich mir meinen Zertifikatslehrgang bei der Social Media Akademie vermutlich erspart. Denn dieses Buch eignet sich hervorragend dazu, die persönlichen Wissenslücken aufzuspüren und gezielt anzugehen. Und es bestärkt einen an Stellen, an denen man sich der eigenen Expertise nicht so sicher ist.

Vivian Pein

Vivian Pein ist eine erfahrene Social Media- und Community-Managerin und integriert Social Media in Firmenkulturen. Schon Mitte der 90er Jahre entdeckte Sie Ihre Passion für das Internet und sammelte seitdem Erfahrungen in Foren und Blogs. Ende 2006 bekam Sie die Verantwortung für Ihr erstes hauptberufliches Social-Media-Projekt, war Community Managerin bei XING und für die Entwicklung der Social-Media-Strategie sowie dem Aufbau des Community-Support-Teams bei Hermes verantwortlich. Daneben beriet Sie eine Reihe von Unternehmen in Fragen rund um die Themen Social Media- und Community-Management. In ihrer Freizeit organisiert Sie unter anderem die größte „Unkonferenz“ für Social Media- und Community-Manager, das CommunityCamp, und ist aktiv im Arbeitskreis Berufsbilder des Bundesverbandes Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media (BVCM), den sie auch als 2. Vorstandsvorsitzende vertritt.

Buchinfo: Der Social Media Manager von Vivian Pein, erschienen bei Galileo Computing, Oktober 2013, 575 Seiten, € 29,90, ISBN 978-3-8362-2023-1

Rezension zur zweiten, aktualisierten Auflage 

Mein BVCM-Kollege Thorsten Ising hat „Der Social Media Manager“ ebenfalls rezensiert und dafür unter anderem eine Form gewählt, die ich euch nicht vorenthalten möchte, weil sie mir so gut gefällt:

SocialHub macht Teamwork leichter

SocialHub, die neue Software von Maloon aus Ingolstadt, hilft Community und Social Media Managern bei der effizienten und dienstleistungsorientierten Beantwortung aller Fan-Anfragen auf Facebook, Twitter oder Youtube. Übersichtlich wird alles in einer Inbox gebündelt und kann von dort verteilt und bearbeitet werden. In die Entwicklung ist die geballte Expertise der Social Media Szene eingeflossen, denn Maloon hat sehr viel Zeit in die Kommunikation mit Experten investiert. Die Testversion gibt es auf http://socialhub.io/.

Social, Media, Twitter, Facebook, Youtube, Dokumentation, Anfrage, bearbeiten, TeamCommunity Management ist eine Herausforderung. Wie herausfordernd, das hängt von dem jeweiligen Kommunikationsaufkommen und der eingeplanten Zeit ab. Hat man zum Beispiel auf Facebook nur wenige Anfragen pro Tag oder gar pro Woche und bearbeitet die zudem noch alleine, wird jede_r Community Manager_in einen guten Überblick haben. Deutlich komplizierter wird es bei hoher Aktivität, die nur noch von mehreren Personen bewältigt werden kann. Hier den Gesprächsverlauf jedes einzelnen Kontaktes im Blick zu haben, stellt die Mitarbeiter_innen vor große Herausforderungen. Schließlich ist hohe Dienstleistungsqualität gerade bei der Onlinekommunikation mit Kunden das A und O. Das wissen auch die Macher von Maloon, deren Ziel es ist, Software zu machen, die Menschen in ihrem Job effizient unterstützt.

SocialHub – das neue Baby von Maloon

Aktuell arbeitet man bei Maloon deshalb an SocialHub, einer Software, die alle Anfragen, Kommentare oder Tweets auf Facebook, Twitter und Youtube in einem zentralen Posteingang sammelt. Von dort können sie den gerade aktiven Mitarbeiter_innen zugewiesen und bearbeitet werden. Alle Betreuer des Accounts sehen also auf einen Blick, was es zu tun gibt.

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Was ist bisher passiert?

Auch Rückfragen in den Fachabteilungen sind aus SocialHub heraus ohne Umwege möglich. Dazu können die Anfrage aus den unterschiedlichen Netzwerken direkt per E-Mail weitergeleitet werden. Das große Plus dabei: Im Gesprächsverlauf ist die Anfrage dokumentiert. Das gilt generell für die gesamte Kommunikation, denn auf Transparenz hat Maloon großen Wert gelegt. Nur so lässt sich die Bearbeitung durch wechselnde Mitarbeiter_innen problemlos und ohne große Nachfragen gewährleisten.

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Das kannst Du abhaken

Nein, nicht SocialHub. Das sollte man definitiv nicht ungesehen abhaken. Aber alle Rückmeldungen, die keiner weiteren Bearbeitung beziehungsweise keiner Antwort bedürfen, können mit einem Klick abgehakt und archiviert werden. Angezeigt wird also nur noch, was wirklich Arbeit macht.

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Wisdom of the Crowd

Aber SocialHub ist nicht nur ein äußerst hilfreiches Tool für Community und Social Media Manager_innen. Es ist auch ein gutes Beispiel für die Schwarmintelligenz der Social Media Szene. Denn vor der eigentlichen Umsetzung ihrer Idee, ein potentes Werkzeug zur Bearbeitung von Social Media Anfragen zu entwickeln, hat Maloon viele Stunden in Gespräche mit Experten der Szene, zum Beispiel über den Bundesverband Community Management e.V. für digitale Kommunikation und Social Media, investiert. Auch ich habe mir die Zeit für ein „Interview“ genommen, mir dann eine frühe Demoversion angesehen und jetzt die Beta von SocialHub. Und ich muss sagen, diese „kleine“ Hilfe ist wirklich gelungen. Die Oberfläche ist für jeden, der sich im Netz bewegt sehr intuitiv, die Umsetzung sehr pragmatisch. Kein überflüssiger Schnickschnack lenkt vom Wesentlichen ab.

Dabei ist die Entwicklung von SocialHub ständig im Fluss. Für die Beta-Tester gibt es eine Feedbackgruppe auf Facebook. Rückmeldungen können natürlich auch per Uservoice direkt über die Plattform gegeben werden. Hier ist für alle einsehbar das gesamte Feedback aller Nutzer aufgelistet und alle können abstimmen, welches Feature ihnen am wichtigsten ist. Die Wünsche, die die meisten Votings auf sich vereinigen können, haben bei der weiteren Entwicklung höchste Priorität. So wird gewährleistet, dass sich SocialHub wirklich an den sich ändernden Bedürfnissen in der Praxis orientiert und den Nutzern eine effiziente Hilfe ist.

Wer sich jetzt fragt, warum ich Werbung für SocialHub mache, den kann ich beruhigen: Nein, ich bekomme weder Geld noch sonstige Vergünstigungen dafür. Mir hat schlicht und einfach gefallen, was ich gesehen habe. Und das will ich – wie im Fall von Trello – mit meinen Lesern teilen.

Neugierig geworden? Hier gibt es die kostenlose Testversion von SocialHub.

Kleine Hommage an die Veranstalter von…

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BarCamps, Webmontage, Social Media Nights, Fachstammtische, Wikiewednesdays, Professional Circles und wie sie alle heißen, sind für mich längst lieb gewordene Gewohnheiten. Der Wissensaustausch ist wesentlich intensiver, das Networking und Schließen neuer Kontakte ungleich einfacher. Ich ziehe solche offenen, kommunikativen und häufig auf Freizeitbasis organisierte Veranstaltungen inzwischen jeder Frontalbeschallung im klassisch durchgestylten Konferenzstil vor. Das gilt auch für den Austausch im Netz, in meinen tollen Gruppen auf Facebook, in denen es auf jede Frage und für fast jedes Problem eine schnelle und unkomplizierte Lösung gibt. 

Warum ist mir gerade jetzt danach, mich bei all denen zu bedanken, die diese Events organisieren und mir damit eine permanente Weiterbildung und fortschreitende Vernetzung ermöglichen? Vermutlich, weil jetzt, nach der Sommerpause, mein Kalender wieder besonders voll ist.

09.09.2013 Webmontag, Stuttgart – organisiert durch Thomas Christinck (ursprünglich auch Jan Theofel)

  • Wechselnde Gäste bieten hier Denk- und Diskussionsanstöße für das anschließende Networking. „Es handelt sich um eine Mischung von Fachvorträgen, Spotlights, Impulsvorträgen und Zeit für Gespräche. Eingeladen sind professionelle Web-Anwender, innovative Web-Experten, kreative Web-Unternehmer, engagierte Web-Interessierte und aufgeschlossene Querdenker. „
  • Am 09.09.2013 bin ich übrigens mit der Initiative #sharepassion4IT bei den Spotlights vertreten.

12.09.2013 Wikiwednesday, Stuttgart – organisiert durch Thomas Christinck

  • Hierzu kann ich im Moment noch nicht viel sagen. Der 12.09., ein Donnerstag, ist mein erstes Mal.

20.09.2013 Pro Circle des Social Media Club Stuttgart – organisiert durch Markus Besch

  • Profis in Sachen Social Media im Unternehmen treffen sich wieder am 20.09.2013 um 13.30 – 17 Uhr zum fachlichen Austausch bei der IBM in Ehningen.
  • Der Pro Circle findet etwa alle acht Wochen statt.

21./22.09.2013 BarCamp Stuttgart – organisiert durch Jan Theofel

  • Ein klassisches BarCamp mit einer Mischung aus Tech- und Social Media Themen.

24.09.2013 Stuttgarter BVCM Community und Social Media Manager_innen Stammtisch, Stuttgart – organisiert von Ingo Sauer, Katharina Perschke und mir

  • Der Bundesverband Community Management für digitale Kommunikation und Social Media e.V. organisiert inzwischen in mehreren deutschen Städten regelmäßige Stammtische für Mitarbeiter aus der digitalen Kommunikation. Stuttgart haben wir im Mai 2013 gestartet.
  • Der Stuttgarter BVCM Stammtisch findet immer am letzten Dienstag im Monat statt.

09.10.2013 Social Media Night des Social Media Club Stuttgart – organisiert von Markus Besch

  • Die Mischung aus Fachvorträgen und Networking findet alle vier Wochen im Mercedes Benz Museum statt. Hier gilt meist: Schnell anmelden, die 200 Tickets sind in aller Regel schnell vergriffen.
  • Die Social Media Night findet üblicherweise am ersten Mittwoch im Monat statt. Anmeldung erfolgt über Xing.

26./27.10.2013 CommunityCamp, Berlin – Organisatoren

  • Intensiver Fachaustausch von Community und Social Media Manager-innen. Session zu allen Alltagsthemen dieser Berufsgruppe.
  • Das CommunityCamp findet immer am letzten Wochenende im Oktober statt.

31.10.2013 CIONET Camp, München – organisiert durch CIONET

  • CIONET, ein europaweites Netzwerk für IT-Entscheider, veranstaltet sein erstes BarCamp für CIOs und Digital Natives unter dem Motto „When Today Meets Tomorrow“.

Und nicht zu vergessen, die „Veranstaltungen“ im Netz, insbesondere die tollen Facebookgruppen die ich mit vielen Digital Profis teile und wo es selbstverständlich ist, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Ich habe selten so viele so hilfsbereite Menschen auf einer – wenn auch virtuellen – Stelle getroffen. Besonders die Social Media Women und die Digital Media Women haben mir gezeigt, dass die Zukunft viel stärker von Frauen geprägt sein wird, als wir das bisher kannten.

Die Veranstaltungen und Gruppen werden größtenteils auf Freizeitbasis und unentgeltlich organisiert. Einfach deshalb, weil die Menschen hinter den Events von den Formaten und der Thematik überzeugt sind und sie an andere weitergeben wollen. 

Dafür möchte ich allen, deren Angebote ich mehr oder weniger regelmäßig nutze, ganz herzlich DANKE sagen.

Digitale Revolution und Change Management

Unsere Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Alles wird offener, schneller, beweglicher. Damit Mitarbeiter in dieser Situation, die schnelle Reaktionen erfordert, nicht das Vertrauen in ihr Unternehmen verlieren, müssen die Veränderungsprozesse sorgfältig und mit viel Fingerspitzengefühl geplant werden. Wie das geht, weiß Ingo Sauer, Senior Consultant bei 7P.

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Spannende Session von Ingo Sauer beim SaarCamp 2013

Es gibt Themen im Social Media Umfeld, die mir besonders am Herzen liegen. Die nachhaltigen Veränderungen durch die zunehmende Digitalisierung und Transparenz unserer Arbeitswelt sowie der Weg dahin gehören eindeutig dazu. Während sich alle um die Generation Y balgen und Pläne schmieden, wie ihnen diese ins unternehmerische Netz gehen könnte, wird meiner Meinung nach viel zu wenig Wert auf die adäquate Vorbereitung des vorhandenen Personals gelegt. Kein Wunder, sind die erforderlichen Change Management Ansätze doch langwierig, sensibel und damit kostenintensiv.

Ingo Sauer, Senior Consultant bei der 7P Solutions und Consulting AG, hatte deshalb mit seiner Session „Changemanagement – Was ist das überhaupt und wie passt da Social Media rein“ beim SaarCamp 2013 in Saarbrücken meine voll Aufmerksamkeit.

Wie erzähle ich es meinen Mitarbeiter_innen?

Gravierende Veränderungen in Unternehmen zu etablieren, ist nie sehr populär. Zu schnell ist die Angst der Mitarbeiter geweckt, dass man mit dem Neuen nicht klar kommt oder womöglich sogar wegrationalisiert werden könnte. Die voranschreitende Digitalisierung und Öffnung unserer Arbeitswelt ist so eine schwerwiegende Änderung. Wird sie gut vorbereitet und frühzeitig offen und ehrlich kommuniziert, ist sie aber zu schaffen.

Ingo Sauer von 7P kennt das Rezept, wie internes Change Management funktioniert. Für einen früheren Auftraggeber hat er eine neue Software zum Thema Wissensmanagement und Support eingeführt.

Das Problem dabei: zahlreiche Altlasten in 15 verteilten, eigenständigen Teams.

Die wichtigste Erkenntnis daraus: Man muss den Menschen genug Zeit geben, sich mit den Veränderungen im Vorfeld vertraut zu machen und man muss sie in die Entwicklung einbeziehen.

Es wird sich etwas ändern, aber das entwickeln wir mit euch zusammen

Damit das klappt, startete das Projekt mit einer Roadshow. Die Verantwortlichen reisten von Niederlassung zu Niederlassung und informierten, DASS eine Veränderung anstünde, dass aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht klar sei, wie diese konkret aussehen würde. Denn zum Erarbeiten der Details brauche man die Beteiligung der Mitarbeiter, die ja schließlich über das notwendige Fachwissen verfügen würden. Hierbei wurde auf Freiwilligkeit gesetzt. Wer sich einbringen wollte, konnte später als Mentor für die Kolleg_innen fungieren.

Bis zum nächsten Termin mit den Projektverantwortlichen bekamen die Mitarbeiter die Aufgabe, zusammenzutragen, welche Aufgaben in den jeweiligen Abteilungen anfallen. Man setzte also gezielt auf die Kompetenzen der Mitarbeiter und integrierte sie in den Prozess. Gemeinsam wurden die Aufgaben dann in Themenbereiche sortiert und nach Lösungsansätzen für die effiziente Bearbeitung gesucht.

Die technische Umsetzung

Nachdem dieser Schritt abgeschlossen war, ging es um die technische Umsetzung. Auch hier konnte das Personal Ideen einbringen und die Usability testen, ohne dass sie diese Tätigkeiten „nebenbei“, also neben ihrer regulären Arbeit, durchführen mussten. Natürlich war die Beteiligung an diesem Entwicklungsschritt ebenfalls freiwillig.

Bei der eigentlichen Einführung hatte man somit eine ausreichende Zahl gut informierter „Trainer“, die zudem eine höhere Akzeptanz bei den Kollegen genossen als Externe. Schließlich haben sie ein Produkt „vermarktet“, das über weite Strecken vom Personal mitentwickelt und beeinflusst worden war.

Das Produkt wird zwar später, dafür aber mit höherer Akzeptanz eingeführt

Durch die sorgfältige Planung und die enge Einbeziehung der Belegschaft hat sich zwar die Zeit, zu der das Produkt an den Markt geht, deutlich verlängert, dafür war aber die Akzeptanz auch deutlich höher. Der Zeitverlust wurde also durch eine frühere produktive Phase wieder wett gemacht.

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Wer Social Media einfach nur als neue Abteilung etablieren will, hat Social Media nicht verstanden. (Bild: Ingo Sauer)

Wirksames Change Management funktioniert aber nur mit dem hunderprozentigen Support des Top-Managements. Ist man hier nicht bereit, neue Wege zuzulassen, bedeuten alle Prozesse vergeudete Ressourcen. Ein zunehmendes Problem wird hier in der Zukunft vermutlich das mittlere Management darstellen, das sich um seine „Karriere“ im gewohnten Sinn gebracht sieht. Denn die Führung der Zukunft versteht sich eher als Moderation denn als Kontrolle und Anweisung.

In meinen Augen ist das der richtige Weg, den Wandel in Unternehmen möglichst reibungsarm umzusetzen. Steht hier nicht der Mensch, der die Veränderungen mittragen muss, im Vordergrund, wird unnötiges Potential vergeudet. Bei der Geschwindigkeit, mit der die Prozesse derzeit voranschreiten, kann sich das kein Unternehmen leisten.

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