Wie aus Zufällen ein Blogger-Event wird oder #BWwandern

Die Schiller Buchhandlung in Stuttgart-Vaihingen zeigt, wie Social Media im stationären Buchhandel geht. Online-Shop, Blog, Facebook, Twitter, Pinterest, das alles gehört für Susanne Martin und ihr Team längst zum Alltag. Darüber hinaus ist sie aber auch offen viele andere Arten von Vernetzung, wie zum Beispiel ein Blogger-Event zum Thema „Wandern in Baden-Württemberg.

Blick von Schloss Langenburg über das Jagsttal (Foto Ulrike Rosina)
Blick von Schloss Langenburg über das Jagsttal (Foto Ulrike Rosina)

Vergangenes Jahr tauchte in meiner Facebook Timeline plötzlich ständig irgendwas mit #bookupDE auf. Obwohl ich von Haus aus nicht neugierig bin, war klar: Als Büchernärrin muss ich dem auf den Grund gehen. Und so bin ich eines Abends in die Schiller Buchhandlung in Stuttgart-Vaihingen marschiert.

Bis dahin war ich wenig überzeugt von dem, was die Buchwelt so in den digitalen Medien treibt. Umso mehr hat mich begeistert, was Susanne Martin, die Inhaberin des charmanten Ladens erzählt hat. Wenn mich jemand begeistert, bin ich schnell bereit, diese Menschen mit anderen zu verknüpfen, die mir ebenfalls positiv aufgefallen sind.

Eins fügt sich zum anderen

In diesem speziellen Fall war das Hubert Mayer, der mir kurz vorher von einer geplanten Pilgerreise als Blogger erzählt hat. Jetzt erzählte Susanne Martin, dass sie Wanderfans sind, die Buchhandlung auch etwas darauf ausgerichtet haben und sogar gemeinsame Wanderungen mit ihren Kunden machen. Das war der Moment, in dem die Idee “Blogger-Event im Wanderumfeld” Gestalt annahm.

Wenig später kam mit der Kampagne #PlaceToBW das nächste Steinchen dazu. Das Bild wurde deutlich konkreter. Es sollte ein Treffen werden, in dem sich Verlage, Destinationen und Bloggende unter dem Schwerpunktthema “Wandern (auch mit dem Rad) in Baden-Württemberg” treffen. (Was nicht heißt, dass nicht auch über andere Destinationen gesprochen werden kann.)

Vernetzung steht im Vordergrund

Seit einigen Wochen verknüpfe ich jetzt munter lose Enden miteinander und herausgekommen ist ein kleines feines Netzwerktreffen, an dem hoffentlich alle Spaß haben werden. Ganz gezielt verzichten wir auf Präsentationen und stellen nach einer kurzen Vorstellungsrunde den persönlichen Austausch in den Vordergrund.

Jeder entscheidet selbst, wofür er/sie sich interessiert und mit wem er sich unterhalten will. Das Ziel ist natürlich, passende Blog-Destination-Verlags-Paarungen zu finden, über deren Zusammenarbeit wir anschließend im Internet (z.B. auf den Blogs und/oder Social Media Kanälen) lesen können. Und natürlich über die Schiller Buchhandlung und ihr tolles Engagement -nicht nur – in der digitalen Welt, was für den stationären Buchhandel alles andere als selbstverständlich ist.

Live-Einblicke in das Treffen gibt es am 22. April unter dem Hashtag #BWwandern

Ello? Gibt’s das noch?

Wer erinnert sich noch an das kostenlose amerikanische Netzwerk, was versprochen hat, ohne Werbung auszukommen? Genau. Ich rede von Ello.  Ello gibt es noch und es ist lebendiger denn je. Aktuell wird Ello V2 beta mit vielen Neuerungen ausgerollt. Die mobile Apps stehen in den Startlöchern.

Ello, mobile, App, iOS, AndroidEllo? Ello? Da war doch was?! Ja, da war ein ursprünglich für Künstler reserviertes Netzwerk, das – wie so viele – kurz in aller Munde war. Zumindest bei den Early Adopters. Auch deshalb, weil es sich selbst verpflichtet hat, keinerlei Werbung zu schalten und auch keine Mitgliederdaten für anonymisierte Profile bereit zu stellen. Und dann waren da noch die wahnsinnig großen Bilder in wirklich guter Qualität. Eine Künstler-Plattform eben.

Ello goes V2 beta

Jetzt rollt Ello Version 2 aus. Eingeflossen ist viel Feedback der Mitglieder. Neben vielen Kleinigkeiten wie dem Editieren per Drag&Drop oder Entwurf-Speicherung könnte die Unterstützung von CodePen interessant sein. Damit können kurze Programme direkt in den Ello-Stream eingebettet werden.

Ein neues, robustes Backend lässt eine schnellere Entwicklung und weitere Features wie Messenger, private Gruppen usw. zu. Wer alle Details sehen möchte: Hier ist die Original-Ello-Liste: https://ello.co/wtf/post/betav2

In den nächsten Tagen werden nach und nach alle Mitglieder auf die neue Version geschaltet.

Ello goes App

Eine weitere, sehnlichst erwartete Lücke wird noch in diesem Frühjahr geschlossen: Die Apps für mobile Endgeräte. Vorgesehen sind im ersten Schritt:

  • mobile App für iOS
  • mobile App für Android

Es bleibt also weiter spannende rund um das – in meinen Augen – Ausnahmenetzwerk. Nachdem technisch kräftig aufgerüstet wurde, scheint der von vielen prophezeite frühe Tod wohl doch noch auf sich warten zu lassen.

Ich jedenfalls glaube weiter an Ello!

Mehr zu Ello

Ello garantiert: Wir bleiben werbefrei

Ello, das junge Social Network aus den USA, verpflichtet sich jetzt gesetzlich, keine Werbebanner (Ads) zu schalten und daran zu verdienen. Dazu wurde eine Public Benefit Corporation gegründet, die den Nutzen für die Gesellschaft über das Ziel stellt, den eigenen Wohlstand zu mehren. Damit bleibt die Frage nach dem Geschäftmodell weiter spannend. 

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Tolle Fotos und Werbefreiheit – das sind zwei der Pluspunkte von Ello.

Ziemlich genau zwei Monate ist es her, dass ich zum ersten Mal über Ello berichtet habe. Auslöser war ein Testbericht im t3n Magazin, der sehr vereinzelt durch meine Timeline geisterte. Vermutlich hätte mich das wenig gejuckt – ich bin privat erstaunlich monogam, was Netzwerke angeht – zumal man auch noch einen Einladungscode brauchte. Gar nicht so einfach, wenn bislang praktisch niemand aus dem eigenen Netzwerk angemeldet ist. Doch ich hatte gerade etwas Muse und schwupp, war ich drin in Ello. Drin und ziemlich einsam. Denn solange man noch mit niemandem vernetzt ist, ist der Stream leer. Keine Zwangsbespaßung. Und keine Werbung!

Eine werbefreie Plattform – geht das überhaupt?

Ja, richtig gelesen: Keine Werbung. Und dazu haben sich die Ello Gründer und Investoren jetzt sogar verpflichtet, indem sie eine Public Benefit Corporation (PBC) gegründet haben. In den USA versteht man darunter ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen, dessen Ziel es ist, einen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft zu erbringen und nicht nur die Einnahmen der Investoren zu mehren.

October 23, 2014

Hi there.

There has been some speculation in the press since our launch 11 weeks ago that Ello will someday be forced to allow paid ads on our social network.

With virtually everybody else relying on ads to make money, some members of the tech elite are finding it hard to imagine there is a better way.

But 2014 is not 2004, and the world has changed.

To assure that Ello always remains ad-free, today Ello converted to a Public Benefit Corporation (PBC).

A Benefit Corporation is a new kind of for-profit company in the USA that exists to produce a benefit for society as a whole — not just to make money for its investors. …

Damit verpflichten sich die Gründer:

  • Nie Geld mit dem Verkauf von Ads zu verdienen,
  • Nie Geld mit dem Verkauf von Nutzerdaten zu verdienen.
  • Ello – falls überhaupt – nur an jemanden zu verkaufen, der diese Bedingungen ebenfalls garantiert.
Es bleibt spannend

So weit, so gut. Damit ist mir das Geschäftsmodell aber immer noch nicht klar. Ein funktionierendes Netzwerk verursacht laufende Kosten für Programmierung, Hardware, Wartung, und, und, und. Aktuell sehe ich noch nicht, woher die Einnahmen dafür bei Ello kommen sollen. Genau genommen steht in Punkt eins der Verpflichtung ja nur, dass mit der Platzierung von Ads kein Geld verdient werden soll. Eine Refinanzierung des über Ads eingenommenen Geldes in das Projekt würde dem ja nicht entgegen stehen und das Ziel, dem Gemeinwohl zu dienen, wäre weiter erfüllt. Wäre da nicht folgender Nachsatz, der die Schaltung von Ads ausdrücklich ausschließt:

In other words, Ello exists for your benefit, and will never show ads or sell user data.

Simple, beautiful, and ad-free.

Es bleibt also spannend bei Ello. Zumal die Mitgliederzahlen in den letzten Wochen deutlich gestiegen sind. Kein Wunder. Für Fotografen ist Ello ein Eldorado. Riesiges Bildformat in guter Qualität. Und keine sponsored posts oder andere Manipulationen sehen zu müssen, hat halt einfach was.

Zum Originaldokument

Ello – Das Netzwerk für Menschen mit Pioniergeist

Was ist Ello? So lautet derzeit noch die Antwort auf die Frage, wer schon bei Ello ist. Ello ist ein neues Netzwerk, das derzeit noch in der sehr frühen Betaphase ist. Als ein wunderbarer Spielplatz für Nerds, Early Adopter und Menschen mit Pioniergeist. Ob man es braucht oder ob es sich halten kann? Keine Ahnung. Aber der kleine Schritt in die Vergangenheit, dahin, wo Plattformen anfangen Netzwerke zu sein, macht Spaß.

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Ello – Dabei sein, wenn ein Netzwerk entsteht (CC: by-sa-nc)

Wie lange liegen eigentlich meine ersten Kontakte mit Chats, Foren, Communitys zurück? Den Anfang hat auf jeden Fall der MSN Chat gemacht, damals irgendwann zwischen 2000 und 2002.

Als der eingestellt wurde, bin ich zur KWICK! Communtiy gewechselt. Ich glaube, das war 2003, also noch in einer sehr frühen Phase des schwäbischen Netzwerkes.

Inzwischen liegt mein Aktivitätsschwerpunkt auf Facebook und Social Networks gehören untrennbar zu meinen beruflichen Aktivitäten. Trotzdem bin ich erstaunlich monogam und renne nicht jedem neuen Trend nach. Warum mich jetzt Ello gepackt hat? Gute Frage.

Ello | A Simple, beautyful and add-free social network

Vielleicht war es der Claim – simple, beautful and add-free – vielleicht war es aber auch nur meine Neugier und die Tatsache, dass ich gerade Urlaub habe.

Jedenfalls habe ich mir einen Einladelink besorgt und war… ja, wo war ich. Irgendwo im vorvorgestern. In einer klassischen Nerd-Baustelle, einer Mischung aus DOS-Welt und IRC. Und was soll ich sagen: Es macht richtig Spaß.

Zwar kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen, dass sie ihrem eigenen Manifest treu bleiben können:

Ello Manifesto

Your social network is owned by advertisers.

Every post you share, every friend you make, and every link you follow is tracked, recorded, and converted into data. Advertisers buy your data so they can show you more ads. You are the product that’s bought and sold.

We believe there is a better way. We believe in audacity. We believe in beauty, simplicity, and transparency. We believe that the people who make things and the people who use them should be in partnership.

We believe a social network can be a tool for empowerment. Not a tool to deceive, coerce, and manipulate — but a place to connect, create, and celebrate life.

You are not a product.

Mir erschließt sich hier noch nicht, wie sich das Projekt auf Dauer finanzieren kann. Ello schreibt dazu:

Ello is completely free to use.
We occasionally offer special features to our users. If we create a special feature that you really like, you may choose to support Ello by paying a very small amount of money to add that feature to your Ello account.
You never have to pay anything, and you can keep using Ello forever, for free. By choosing to buy a feature now and then for a very small amount of money you support our work and help us make Ello better and better.

Entstanden ist Ello als private Kommunikationsplattform für 7 junge amerikanischen Künstlern und Entwicklern. Doch nach und nach haben so viele Freunde gefragt, ob sie das Netzwerk nicht auch nutzen können, dass das Gründerteam beschlossen hat, die Plattform zu öffnen. Die Nutzung Betaphase (oder eher Alpha) ist aber nur mit Einladungslink möglich.

Was kann ich überhaupt schon tun?

Verwöhnt von der Featuritis der vergangenen Jahre, muss man sich auf Elllo derzeit noch an alles herantasten. Schön daran: Durch die überschaubare Followerzahl sprechen sich neue Entdeckungen schnell rum – sofern man den Feed schon gefunden hat. 😀

Mir macht es richtig Spaß, immer wieder neue Dinge zu finden, wie z.B. die Emoticons. So ganz ohne Spielerei geht es ja nicht.

Großes Kino sind die Bilder. Wenn die so bleiben, dann Hut ab. Die werden riesengroß und in wirklich gute Qualität angezeigt. Prima für Fotografie-Fans, Bloggerinnen und Blogger, usw.

Wer jetzt neugierig ist: Zum Versenden der Einladung brauche ich nur eine E-Mail-Adresse.

Blogparade: Mein erstes BarCamp

CIONET, Camp, BarCamp, München

Seit 2009 bin ich BarCamps verfallen. Neben dem Pflichtprogramm für Social Media Manager, dem CommunityCamp in Berlin, standen seither auch Exoten wie das „BleibGesundCamp“ im Frühjahr bei der VHS in Esslingen oder Camps zu Spezialthemen wie das fbCamp (Facebook) in Hamburg auf dem Plan. Umso mehr freue ich mich auf das CIONETCamp im Oktober in München. Es ist das erste, bei dem ich selbst mit organisiere.

Irgendwie passt es sehr gut: Mein erstes besuchtes BarCamp und mein erstes selbst organisiertes BarCamp sind gleichzeitig Gegenstand meines ersten Beitrages zu einer Blogparade. Zwar gab es immer mal wieder Themen, die ich ganz interesssant fand, der Funke ist aber nie so wirklich übergesprungen. Anders beim Thema BarCamp. BarCamps und mich hat auf Anhieb eine tiefe Zuneigung verbunden. Genau genommen das CommunityCamp in Berlin, DAS BarCamp schlechthin für die Community- später Social Media – Branche, und mich. Denn das war mein Erstes. Ich glaube, es war 2009, auch wenn mein Mixxtprofil sagt, dass ich bereits seit März 2008 Mitglied der CommunityCamp Community bin. Wenn ich mich richtig erinnere, hat es eine Weile gedauert, bis ich den Mut hatte, mich unter die „Profis“ zu mischen. Auch wenn ich zu den Zeitpunkt bereits einige Jahre Erfahrung mit der Moderation von Communitys und dem ganzen Drumherum hatte, als Profi sah ich mich definitiv nicht. Bis zum CommunityCamp in Berlin. Endlich traf ich auf Menschen, die verstanden, wovon ich rede, wenn ich über meinen Job gesprochen habe. Und – oh Wunder – sie alle hatten ähnliche oder gleiche Probleme und feierten ähnliche oder gleiche Erfolge.

Suiziddrohungen in der Community brachten für mich den Durchbruch

Richtig aufgetaut bin ich dann in einer Session über Suiziddrohungen in der Community. Vor mir saß Florian Stöhr, damals noch Mitgesellschafter bei Stayblue, einer Community mit Schwerpunkt im Osnabrücker Raum, die etwas kleiner war, als die, für die ich im Stuttgarter Raum mit verantwortlich war. Immer, wenn er sich zu Wort meldete, sagte er genau das, was ich gesagt hätte, hätte ich mich getraut, etwas zu sagen. 😉 So falsch konnte ich mit meinem Wissen also gar nicht liegen. Ein gutes Gefühl! Genau das, was ich brauchte, um mich auf lebhafte Diskussionen einzulassen. Kurz gesagt; Mein erstes BarCamp war ein voller Erfolg. Es hatte eine richtige „Coaching Funktion“ für mich. Sehr zufrieden und euphorisiert flog ich heim. Das CommunityCamp in Berlin gehört seither zum lieb gewordenen Pflichtprogramm. Es ist eine der wenigen Veranstaltungen, die ich schon im Oktober für das kommende Jahr Oktober fest einplane.

CommunityCamp, BarCamp, Berlin

Seit 2009 bin ich den BarCamps verfallen. Am liebsten würde ich alle besuchen, die mich interessieren. Doch auch wenn es nur geringe oder gar keine Teilnahmegebühren gibt, kommt doch einiges für die Anreise und die Unterkunft zusammen. Deshalb geht schweren Herzens nicht alles. Dieses Jahr steht noch das BarCamp Stuttgart auf der Liste, im Oktober dann wieder das Community Camp. Bereits im Frühjahr konnte ich das SaarCamp mit einem Besuch bei meiner Familie im Saarland verknüpfen.

Was ist eigentlich das Besondere an BarCamps?

Wie intensiv der Austausch bei BarCamps ist, merke ich immer erst dann, wenn ich wieder daheim bin und  ins Bett falle. Die nächsten Tage bin ich dann total beschwingt von den vielen neuen Eindrücken und Ideen. Dadurch, dass sich alle Teilnehmer in die Diskussionen einbringen können und man selbst die freie Wahl hat, welches Thema man sich anhören möchte, sind die Informationen, die man mitnimmt, meistens absolut auf den Punkt. Und sie kommen in aller Regel von Profis, nicht von Theoretikern.

Inzwischen fällt es mir sehr schwer, mich bei klassischen Tagungen mit „Frontalbeschallung“ in Geduld zu üben. Mich stören die Worthülsen und – leider sehr oft – das Marketing-Blabla entsetzlich. Selbstdarsteller, denen nur daran gelegen ist, zu betonen, wie wichtig sie sind, die aber sonst mit wenig brauchbarem Input aufwarten können, stehlen einfach meine Zeit. Umso glücklicher bin ich, dass mein Arbeitgeber auf Anhieb vom BarCamp Format überzeugt war.

CIONETCamp, das BarCamp für deutschsprachige CIOs

Aktuell planen wir deshalb für den 31. Oktober 2013 unser erstes CIONETCamp und wandeln damit auf Tim O’Reillys Spuren. Geladen sind die Mitglieder der CIONET Community in Deutschland, also CIOs und IT-Entscheider aus Anwenderunternehmen und Nachwuchskräfte, die sich für eine Karriere in diesem Bereich interessieren. Besonders freue ich mich dabei auf den Austausch zwischen den Generationen. Über die Generation Y wird auf klassischen Tagungen und Konferenzen ja regelmäßig gesprochen, mit ihr aber viel zu selten. Und ich bin gespannt, wie die Führungskräfte auf das offene Format und die kurzfristigen Programmplanung am Morgen des BarCamps reagieren.

Nicht alles Gold, was BarCamp heißt

Bislang habe ich nur Positives über BarCamps berichtet. Es wäre aber gelogen, wenn ich sagen würde: Alles ist immer gut. Es gibt auch einige Punkte, die mich wirklich stören:

  • die No Show Rate, also diejenigen, die sich anmelden und dann den Platz nicht freigeben, wenn sie wissen, dass sie nicht kommen. Dadurch müssen regelmäßig Interessenten daheim bleiben, weil es keine freien Plätze mehr gibt. Als Mittel dagegen haben viele BarCamps – wenn auch niedrige – Teilnahmegebühren eingeführt.
  • die gebetsmühlenartigen Diskussionen, was ein BarCamp ist und was nicht, beziehungsweise ob es etwas kosten darf oder nicht. Meine Meinung dazu: Tim O’Reilly hat nicht Hinz und Kunz willkommen geheißen. Er hat seine Freunde eingeladen. Deshalb auch FooCamp, Friends of O’Reilly. Außerdem gibt es Veranstaltungen, die ohne Sponsoren arbeiten wollen oder müssen, zum Beispiel damit eine Veranstaltung nicht zur Verkaufsshow der Vertriebler „verkommt“. Seien wir doch ehrlich, uns alle nervt es gewaltig, wenn Sponsoren mit fünf oder sechs Mann auflaufen und einen kompletten Session-Slot nur mit ihren Themen füllen wollen. Wer also auf Sponsoren verzichtet, muss auf anderem Weg mit den Kosten klar kommen und zum Beispiel höhere Teilnahmegebühren verlangen. Ja, diese dienen unter Umständen auch zur Definition der Zielgruppe. Und das ist völlig in Ordnung so. Ich muss nicht jederzeit überall kostenlos dabei sein können. Das entspricht nicht der Definition von BarCamps.
  • „The next Generation“. Für meine Wahrnehmung erobert gerade die nächste Generation die BarCamps. Nächste Generation ist dabei nicht auf das Alter oder auf irgendwelche Buchstaben des ABCs bezogen, sondern nur auf die BarCamp Besucher. Ich persönlich habe den Eindruck, dass hier der „wir machen das gemeinsam“-Gedanke wieder etwas verloren geht, der vor allem die Anfangszeiten der BarCamp-Bewegung auszeichnete. Das fände ich sehr schade, denn die Organisatoren investieren in aller Regel viel Zeit, ein tolle kostenlose beziehungsweise kostenarme Weiterbildungmöglichkeit für alle zu ermöglichen. Wenn sie dann noch den Sessionteilnehmern hinterher räumen müssen, weil die nicht daran denken, leere Tassen, Gläser und Flaschen wieder zurück zu bringen oder ihren Müll einfach auf den Tischen liegen lassen, dann ist das einfach ein schwaches Bild. Erst recht, wenn das die gleichen Leute sind, die munter kritisieren, was alles nicht so ok war, aber null Eigeninitiative zeigen, selbst etwas besseres anzubieten. Aber vielleicht ist das ja nur meine subjektive Wahrnehmung. Ich würde es mir wünschen.

Wer jetzt neugierig ist, was dieses Jahr noch so alles im Angebot ist: Die BarCamp Liste von Jan Theofel weiß es.

Kleine Hommage an die Veranstalter von…

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BarCamps, Webmontage, Social Media Nights, Fachstammtische, Wikiewednesdays, Professional Circles und wie sie alle heißen, sind für mich längst lieb gewordene Gewohnheiten. Der Wissensaustausch ist wesentlich intensiver, das Networking und Schließen neuer Kontakte ungleich einfacher. Ich ziehe solche offenen, kommunikativen und häufig auf Freizeitbasis organisierte Veranstaltungen inzwischen jeder Frontalbeschallung im klassisch durchgestylten Konferenzstil vor. Das gilt auch für den Austausch im Netz, in meinen tollen Gruppen auf Facebook, in denen es auf jede Frage und für fast jedes Problem eine schnelle und unkomplizierte Lösung gibt. 

Warum ist mir gerade jetzt danach, mich bei all denen zu bedanken, die diese Events organisieren und mir damit eine permanente Weiterbildung und fortschreitende Vernetzung ermöglichen? Vermutlich, weil jetzt, nach der Sommerpause, mein Kalender wieder besonders voll ist.

09.09.2013 Webmontag, Stuttgart – organisiert durch Thomas Christinck (ursprünglich auch Jan Theofel)

  • Wechselnde Gäste bieten hier Denk- und Diskussionsanstöße für das anschließende Networking. „Es handelt sich um eine Mischung von Fachvorträgen, Spotlights, Impulsvorträgen und Zeit für Gespräche. Eingeladen sind professionelle Web-Anwender, innovative Web-Experten, kreative Web-Unternehmer, engagierte Web-Interessierte und aufgeschlossene Querdenker. „
  • Am 09.09.2013 bin ich übrigens mit der Initiative #sharepassion4IT bei den Spotlights vertreten.

12.09.2013 Wikiwednesday, Stuttgart – organisiert durch Thomas Christinck

  • Hierzu kann ich im Moment noch nicht viel sagen. Der 12.09., ein Donnerstag, ist mein erstes Mal.

20.09.2013 Pro Circle des Social Media Club Stuttgart – organisiert durch Markus Besch

  • Profis in Sachen Social Media im Unternehmen treffen sich wieder am 20.09.2013 um 13.30 – 17 Uhr zum fachlichen Austausch bei der IBM in Ehningen.
  • Der Pro Circle findet etwa alle acht Wochen statt.

21./22.09.2013 BarCamp Stuttgart – organisiert durch Jan Theofel

  • Ein klassisches BarCamp mit einer Mischung aus Tech- und Social Media Themen.

24.09.2013 Stuttgarter BVCM Community und Social Media Manager_innen Stammtisch, Stuttgart – organisiert von Ingo Sauer, Katharina Perschke und mir

  • Der Bundesverband Community Management für digitale Kommunikation und Social Media e.V. organisiert inzwischen in mehreren deutschen Städten regelmäßige Stammtische für Mitarbeiter aus der digitalen Kommunikation. Stuttgart haben wir im Mai 2013 gestartet.
  • Der Stuttgarter BVCM Stammtisch findet immer am letzten Dienstag im Monat statt.

09.10.2013 Social Media Night des Social Media Club Stuttgart – organisiert von Markus Besch

  • Die Mischung aus Fachvorträgen und Networking findet alle vier Wochen im Mercedes Benz Museum statt. Hier gilt meist: Schnell anmelden, die 200 Tickets sind in aller Regel schnell vergriffen.
  • Die Social Media Night findet üblicherweise am ersten Mittwoch im Monat statt. Anmeldung erfolgt über Xing.

26./27.10.2013 CommunityCamp, Berlin – Organisatoren

  • Intensiver Fachaustausch von Community und Social Media Manager-innen. Session zu allen Alltagsthemen dieser Berufsgruppe.
  • Das CommunityCamp findet immer am letzten Wochenende im Oktober statt.

31.10.2013 CIONET Camp, München – organisiert durch CIONET

  • CIONET, ein europaweites Netzwerk für IT-Entscheider, veranstaltet sein erstes BarCamp für CIOs und Digital Natives unter dem Motto „When Today Meets Tomorrow“.

Und nicht zu vergessen, die „Veranstaltungen“ im Netz, insbesondere die tollen Facebookgruppen die ich mit vielen Digital Profis teile und wo es selbstverständlich ist, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Ich habe selten so viele so hilfsbereite Menschen auf einer – wenn auch virtuellen – Stelle getroffen. Besonders die Social Media Women und die Digital Media Women haben mir gezeigt, dass die Zukunft viel stärker von Frauen geprägt sein wird, als wir das bisher kannten.

Die Veranstaltungen und Gruppen werden größtenteils auf Freizeitbasis und unentgeltlich organisiert. Einfach deshalb, weil die Menschen hinter den Events von den Formaten und der Thematik überzeugt sind und sie an andere weitergeben wollen. 

Dafür möchte ich allen, deren Angebote ich mehr oder weniger regelmäßig nutze, ganz herzlich DANKE sagen.

Blognetz und die Ideen und Visionen dahinter

Seit knapp drei Wochen gibt es Blognetz und damit die Idee, die Netzwerke hinder der deutschen Bloglandschaft zu visualisieren. Auch wenn bislang nur ein Bruchteil aller Blogs eingebunden ist, bleibt das Ergebnis beeindruckend. Einer der Köpfe hinter Blognetz, Luca Hammer, erzählt, warum er so viel Zeit in das Projekt investiert und was weiter geplant ist.

Blognetz, Vernetzung, Visualisierung, Luca Hammer
Mitten drin im Knäuel

Angefangen hat alles am 21.04.2013 auf Facebook. Zumindest für die Visualisierung der deutschen Szene. Österreich war zu dem Zeitpunkt schon „erfasst“ und damit die eigentliche Initialzündung für das Projekt in Deutschland. Denn die Visualisierung der österreichischen Bloggerinnen und Blogger hat Daniel Rehn so fasziniert, dass er Luca Hammer motiviert hat, auch die deutschen Blogs in Angriff zu nehmen.

In kürzester Zeit von Null auf Tausend

Schnell wurde eine Facebook Gruppe gegründet und dann haben sich die Dinge überschlagen. In kürzester Zeit gab es über Tausend  Mitglieder und die erste Visualisierung stand. Zahlreiche Menschen organisierten sich und brachten sich ein. Mit Fragen, mit Anregungen, mit Kritik, mit Lob.

Schon bald musste ein neues Format für die Datenmenge her. Martin Stücklschwaiger von Die Socialisten kam mit ins Boot. Aus der Facebook Gruppe wurde Blognetz.com. Aktuell sind knapp 2.000 Blogger_innen beteiligt. Die Mehrzahl davon ist auch auf Facebook aktiv und wurde darüber „rekrutiert“. 

Warum engagieren sich Menschen für ein solches Projekt? Was treibt sie an, was begeistert sie, woher nehmen sie die Kraft? Was sind ihre Visionen? Was ist für die Zukunft geplant? Und warum investiert man so viel Zeit in ein Projekt, das kein Geld abwirft?

Blognetz: Die Ideen, die Visionen, die Ziele

Luca Hammer hat sich seine Gedanken dazu von der Seele geschrieben. Angetrieben unter anderem von einigen Missverständnissen, konstruktiver und manchmal weniger konstruktiver Kritik und seiner Lust auf Visualisierungen:

#Blognetz: Netzwerke hinter den Blogs

Zugegeben, ich war erst skeptisch, ob ich wirklich möchte, dass ausgerechnet auf Facebook meine Daten für ein solches Projekt „angezapft“  werden, aber die Faszination und die Selbstorganisation in der Gruppe haben mich überzeugt. Davon wollte ich mich gerne anstecken lassen. 

Und ich bin weiter gespannt, wie sich Blognetz entwickeln wird. Was ich daraus ableiten kann, welche Ideen gemeinsam noch weiter entwickelt werden können, wie viele Blogger_innen sich finden, wenn auch Twitter und Google+ Accounts eingebunden sind.

Seit 21.04.2013 habe ich übrigens einige neue Blogger_innen „kennengelernt“, die ich ohne dieses Projekt nie gefunden hätte. Für mich ein klarer Mehrwert von Blognetz.com.

Wer ebenfalls dabei sein möchte, kann sich jederzeit auf Blognetz.com anmelden und seine Blogs eingeben.  Vielleicht treffen wir uns ja mal dort 😉